Informationsdienst

Infodienst Nr. 43 vom 25.11.2021

Preiskapriolen sorgen Gemüseproduzenten

Ufen: Kommende Saison akut gefährdet

(ZVG/FGB) Auf die zunehmend dramatische Situation in der Primärproduktion macht die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) aufmerksam.

„Nicht zuletzt durch Corona ist die Bedeutung der heimischen Produktion und eines hohen Selbstversorgungsgrades deutlich geworden“, erinnert BfG-Vorsitzender Christian Ufen. Allerdings werde es für die hiesigen Produzenten immer schwieriger, kostendeckend oder gar gewinnbringend zu produzieren, um unter anderem nötige Investitionen in noch mehr Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Aufgrund steigender Energie- und Betriebsmittelpreise sei die nächste Saison akut gefährdet, betont der BfG-Vorsitzende. Die Düngemittelpreise für den Freilandanbau sowie die Energiepreise – selbst für Holz – „gehen durch Decke“.

Für die Unterglasbetriebe kommt erschwerend die CO2-Bepreisung hinzu. Das Antragsverfahren bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zur Aufnahme des Gartenbaus in die Carbon-Leakage-Verordnung, die die Betriebe unterstützen sollte, entpuppe sich als wahres Bürokratiemonster. Hier stehe die Politik in der Pflicht, ein bürokratiearmes und praxistaugliches Verfahren zu ermöglichen, dass kleine und mittlere Unternehmen in die Lage versetzt, Entlastungen zu bekommen.

Zusätzlich sei die Versorgung mit ausreichend Beregnungswasser zunehmend in Gefahr. Einzelne Wasserversorger stuften den Gartenbau bereits als zweitrangig ein. Nicht zuletzt verunsichere der Eingriff in die Lohnstruktur durch die Politik.

Mit den zahlreichen Unsicherheitsfaktoren sei keine treffende Preiskalkulation möglich, so Ufen weiter. Dabei stünden gerade jetzt die Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzeleinzelhandel an.


Christian Ufen wiedergewählt

Dithmarscher Kohlanbauer für weitere 3 Jahre im Amt bestätigt

(ZVG/BfG) Turnusgemäß standen Wahlen auf der Tagesordnung der erneut digitalen Delegiertentagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) am 19. November 2021.

Dabei wurde Christian Ufen aus Dithmarschen von den Delegierten für weitere drei Jahre als BfG-Vorsitzender in seinem Amt bestätigt. Als Vertreter der Fachgruppe Gemüsebau in den Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) wurden bereits am Vortag auf der Vorstandssitzung Peter Höfler, Heinz-Peter Frehn, Theo Germes, Wolfgang Mählmann, Christoph Nagelschmitz und Christian Ufen einstimmig für weitere drei Jahre wiedergewählt.

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Christian Ufen ist in seinem Amt als BfG-Vorsitzender für weitere drei Jahre bestätigt worden.
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Arbeitsausschuss Vertragsgemüse

Frühere Verhandlungen und Preisanpassungen für Gemüse zur Verarbeitung gefordert

(ZVG/BfG) Um die Zukunft des deutschen Vertragsanbaus von Kohl, Gurken, Spinat und anderem Gemüse für die direkte Verarbeitung zu Salaten, Tiefkühlprodukten, Sauerkonserven oder den Convenience-Bereich etc. zu sichern, hat der Arbeitsausschuss Vertragsgemüse der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) Preisanhebungen für die kommende Anbausaison gefordert.

Wie die Experten bei der digitalen Zusammenkunft am 18. November 2021 für den Freilandanbau betonten, sind viele Kulturen ohne diese Steigerung stark gefährdet und könnten bundesweit verschwinden. Die höheren Rohstoffpreise, steigende Produktions- und Lohnkosten, Erntehelfermangel sowie der Wegfall von wichtigen Pflanzenschutzmitteln bei gleichzeitig zu geringen Einnahmen der Produkte verschärfen die Situation für die Erzeuger für die Verarbeitungsindustrie immer weiter. Ausschussvorsitzender Heinz-Peter Frehn erläuterte, dass insbesondere durch den steigenden Mindestlohn auf 12 Euro im kommenden Jahr die Lage äußerst angespannt sei.

Der Strukturwandel in der Branche ist bei diesen Erzeugnissen besonders intensiv. Um die Zukunft des deutschen Vertragsanbaus zu sichern, sind Preisanhebungen in der kommenden Anbausaison dringend erforderlich. Auch sei es zwingend notwendig, frühzeitig im Jahr die Verhandlungen mit den Verarbeitern zu führen, um Planungssicherheit zu haben und die Flächen zu reservieren und die notwendigen Betriebsmittel sowie Jungpflanzen einzukaufen. Das verarbeitete regionale Gemüse ist für viele traditionelle Gerichte unabdingbar. Besonders in der aktuellen Situation muss regionale Produktion einen hohen Stellenwert haben.

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Betriebe mit Freilandgurken für die Verarbeitung leiden unter mangelnden Erntehelfern und Kostensteigerungen.
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Erntehelfer begrenzender Produktionsfaktor

BfG-Vorstand tauscht sich zur aktuellen Lage aus

(ZVG/BfG) Ungewisse politische Rahmenbedingungen und steigende Betriebsmittelpreise trüben die Aussichten im Gemüsebau. Das wurde bei der digitalen Vorstandssitzung der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) am 18. November 2021 deutlich.

Die Vorstandsmitglieder waren sich einig, dass zukünftig erntefähiges Gemüse aufgrund fehlender Erntehelfer nicht geerntet werden könnte. Sorgen bereiten steigende Lohnkosten bei gleichzeitiger schlechterer Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Des Weiteren belasten steigende Energiepreise und die CO2-Bepreisung die Produktion und verhindern Investitionen in Mechanisierung und Robotik oder auch regenerativen Energien. Besonders kritisch werden die kurzen Übergangszeiten bei Neuregelungen angesehen.

Jeder Betrieb müsse mit Blick auf seine Struktur und seine Kostendeckung entscheiden, wie man die Preise im nächsten Jahr gestalten kann, betonte BfG-Vorsitzender Christian Ufen.

Dr. Hans Joachim Brinkjans, stellvertretender ZVG-Generalsekretär erläuterte den Sachstand der Teilsektoranerkennung für den Unterglas-Gemüsebau bei der Carbon-Leakage-Verordnung. Die Deutsche Emissionshandelsstelle DEHST fordert umfassende Daten der Mitglieder, wie die Umsatzzahlen und Energieverbrauch. Erst nach einer möglichen Anerkennung als betroffener Teilsektor können die Unternehmen sich in einem Antragsverfahren bis 30. Juni 2022 anmelden. Dann wird der Beihilfebetrag ermittelt. Das Verfahren entpuppe sich bisher als wahres „Bürokratiemonster“.

Von den umfassenden Notfallanträgen beim Pflanzenschutz berichtetet BfG-Geschäftsführerin Laura Lafuente. 2021 war besonders der Wirkstoff zur Beize Metalalxyl-M aufwendig zu beantragen, weil die Zulassungen für verschiedene Bereiche, wie der Aussaat oder dem Import und Export des Saatgutes in andere EU-Länder, gestellt werden mussten. Anschließend führte Gabriele Leinhos auf, was aus dem Verbundvorhaben Lückenindikationen im letzten Jahr für den Gemüsebau erreicht worden ist. Über das Pflanzenschutzdatenprojekt NEPTUN 2022 referierte Jan Helbig vom Julius Kühn-Institut.

Weitere Themen waren die Bundestagswahl mit ihren Auswirkungen für den Gartenbau sowie die mögliche Novellierung der Ausbildungsordnung.

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Der BfG-Vorstand traf sich erneut per Videokonferenz.
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Delegiertentagung mit gemischten Aussichten für den Gemüsebau

Agieren statt Reagieren

(ZVG/BfG) Am 19. November 2021 fand die Delegiertentagung der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) digital statt. Unter der Leitung des Vorsitzenden Christian Ufen gab es Vorträge zu der Ernährung der Zukunft und dem Dauerthema im Gemüsebau - Düngeverordnung. Zu den aktuellen Themen aus der Geschäftsstelle berichtete Laura Lafuente. Es wurden coronabedingt viele Veranstaltungen der Bundesfachgruppe gar nicht oder nur digital durchgeführt. Ausgeweitet wurde die Arbeit hingegen bei den Notfallanträgen und bei der EU-Arbeit. Wiederkehrende Arbeitsbereiche zu Saisonarbeitskräften, Düngeverordnung, Pflanzenschutz und der notwendigen Öffentlichkeitsarbeit wurden erläutert.

Im Anschluss startete Dr. Margareta Büning-Fesel vom Bundeszentrum für Ernährung mit der Vortragsreihe. Aus globaler Sicht in Bezug zur steigenden Weltbevölkerung sei eine gemüsebetontere Ernährung unabdingbar, um die Belastungsgrenzen des Planeten nicht zu übertreten, betonte Büning-Fesel. Sie zitierte zahlreiche Studien, die Argumente für den Gemüseanbau lieferten.

Im Anschluss wurde das Problemfeld Düngeverordnung (DüV) aufgemacht. Mögliche Wege zu einem gewässerschonenden Gemüsebau stellte Prof. Dr. Franz Wiesler vor, der Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats für Düngefragen, der das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch gutachterliche Stellungnahmen zu allen Fragen der Düngung berät. Manfred Kohl zeigte das Spannungsfeld zwischen Anbau und Umwelt mit Blick auf die Düngeverordnung auf. Er regte dazu an, stärker zu agieren, statt zu reagieren und machte Vorschläge für eine effiziente und gewässerschonende Pflanzenernährung.

Turnusgemäß stand die Wahl des Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Dabei wurde Christian Ufen aus Dithmarschen von den Delegierten für weitere drei Jahre als Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau in seinem Amt bestätigt.


CHARTA Friedhofskultur unterzeichnet

Gemeinsames starkes Statement für die Friedhöfe

(ZVG/BdF) Ein starkes Zeichen für die Friedhöfe hat der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) gemeinsam mit weiteren Institutionen und Verbänden des deutschen Friedhofswesens gesetzt. BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld unterzeichnete die CHARTA Friedhofskultur am 22. November 2021 in Bremen.

Mit der CHARTA Friedhofskultur soll der Wert von Friedhöfen für Mensch und Gesellschaft unterstrichen werden. Die Friedhofskultur in Deutschland wird dort u.a. als ein unverzichtbarer Teil des gesellschaftlichen Lebens benannt. Als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Erinnerns sind Friedhöfe unersetzbare soziale Räume, die allen zugänglich sind. Als Grünanlagen tragen Friedhöfe aktiv zum Klima- und Naturschutz bei und sind Orte der Biodiversität. Als sich selbst stets fortschreibende Geschichtsbücher sind Friedhöfe von hoher historischer Bedeutung und denkmalgerecht zu pflegen. Die Friedhofskultur in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO zu erhalten, an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten und weiterzuentwickeln, sei eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Zu den Erstunterzeichnern zählen neben dem BdF die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, der Bundesverband Deutscher Bestatter, der Bundesverband Deutscher Steinmetze, das Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur, die Stiftung Deutsche Bestattungskultur, der Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands, der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Alle Kräfte im Friedhofswesen und unterstützende Institutionen sowie alle Städte und Gemeinden als verantwortliche Träger dieses Kulturguts sind aufgerufen, der CHARTA Friedhofskultur beizutreten.

Den vollständigen Text der CHARTA finden Sie hier:
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BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld bei der Unterzeichnung der CHARTA Friedhofskultur.
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Kirsch neuer BVE-Geschäftsführer

(ZVG/BVE) Thomas Kirsch ist seit dem 15. November 2021 der neue Geschäftsführer des Bundesverbands Einzelhandelsgärtner (BVE) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG).

Der Gartenbauwissenschaftler, mit Schwerpunkt Phytopathologie und In-vitro-Vermehrung, arbeitete nach seinem Gartenbaustudium in einer größeren Gartencenter-Kette und bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn. Zuletzt war er Produktmanager im Bereich des biologischen Pflanzenschutzes.
Kirsch tritt die Nachfolge von Nadine Lechner an, die sich nach mehr als zehn Jahren Arbeit für den BVE umorientieren möchte. Der ZVG dankt Lechner für die gute Arbeit und wünscht ihr alles Gute für die Zukunft.

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Thomas Kirsch ist neuer BVE-Geschäftsführer.
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Wissenstransfer erleichtern

Erfahrungsaustausch zu „Gartenbau 4.0“ in Braunschweig

(ZVG/Thünen) Die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung im Gartenbau wurden einmal mehr beim wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch vom 9. bis 11. November 2021 in Braunschweig deutlich. Der Workshop fand im Rahmen des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiierten Förderschwerpunkts „Gartenbau 4.0“ statt.

Für den Erfolg entscheidend ist es, den Forschungsergebnissen den Weg in die gärtnerische Praxis zu ebnen, stellten die Wissenschaftler fest. Denn gute Ideen für Innovationen und Automatisierungen seien keine Selbstläufer. Das entspricht auch der Forderung des ZVG, der sich wiederholt für einen praktischen Wissenstransfers ausgesprochen hat. Das ist nicht nur bei Innovationen gewinnbringend, sondern auch um bereits vorhandene moderne Technik in den Betrieben optimal einsetzen zu können.

Einen Einblick in die Gartenbau-4.0-Forschungen am Julius Kühn-Institut gewährten die Wissenschaftler Jelto Branding und Marvin Krüger beim Erfahrungsaustausch in Braunschweig. Sie demonstrierten einen Versuchsaufbau, der es ermöglicht, verschiedene Insekten an ihren Fluggeräuschen zu erkennen, sowie einen mobilen Messstand, der mit hyperspektraler Bildgebung den Gesundheitszustand einer Pflanze analysieren kann, ohne zuvor eine Blatt- oder Bodenprobe zu entnehmen.

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Marvin Krüger, Mitarbeiter am Julius Kühn-Institut, demonstriert den mobilen Messstand zur Analyse des Gesundheitszustands von Paprikapflanzen.
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