Informationsdienst

Infodienst Nr. 42 vom 19.12.2018

Abwägen verschiedener Interessen bei der Baumpflege

Fachverband geprüfter Baumpfleger bot seinen Mitgliedern Fachexkursion zur Fortbildung an

(ZVG/FgB) Im urbanen Raum erschweren sehr gegensätzliche Interessen bei der Baumpflege oftmals die Entwicklung tragfähiger Lösungen. Bei der Exkursion des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) wurden diese in Düsseldorf anhand von Rosskastanien intensiv diskutiert. Gestalterische Aspekte, ökologische Funktionen und die Gewährleistung der Verkehrssicherheit sind abzuwägen.

Eine häufig geminderte gestalterische Funktion und deutlich höhere Unterhaltungskosten stehen einer ökologischen und ideellen Funktion mit emotionaler Bindung gegenüber. Dieses Resümee zogen die Teilnehmer. Im, in 2014 vom Sturm Ela verwüsteten, Hofgarten kommen zudem noch Vorgaben des Denkmalschutzes hinzu.

„Fortbildungen, wie diese Exkursion, sind für unsere Mitglieder essentiell und schärfen ihren Sachverstand“, betonte Jörg Cremer, Vorsitzender des mitgliederstärksten Baumpflege-Verbandes. 30 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet hatten an der zweitägigen Fortbildung teilgenommen.

Silke Thyssen, Landschaftsarchitektin der Stadt Düsseldorf, stellte den Teilnehmern die Aufgabe, den Ausfall von sechs neu gepflanzten Edelkastanien im Sommer trotz ausreichender Wässerungsgänge zu erklären.

In der Forstbaumschule Selders, Hünxe, diskutierten die Baumpfleger mit Felix Klein-Bösing seine langfristige Sortimentsplanung. Erschwert wird diese durch die heute erforderliche Zertifizierung der Baumschulware. Anzuführen sind hier die Herkunftsgebiete (HkG) für Pflanzen, die unter den strengen Regeln des Forstvermehrungsgutgesetzes (FoVG) aus Vorkommensgebieten (VkG) nach dem Leitfaden zur Verwendung gebietsheimischer Gehölze produziert werden. Beim Forum forstliches Vermehrungsgut (FfV) erfolgt die Zertifizierung über Rückstellproben.
Die enorme logistische Leistung der Rückverfolgbarkeit von Artikel und Montage beeindruckte bei der Werksbesichtigung der Firma Ruthmann Hubsteiger in Gescher-Hochmoor. Die interne Qualitätssicherung wird weiter verbessert, indem über alle Hierarchieebenen Ideen benannt und auf ihre Umsetzbarkeit überprüft werden.
Speziell für Baumpfleger geeignete Arbeitsbühnen und Spezialgeräte bietet der Baumpflegedienst Enbergs mit seinem zweiten Standbein, der Rhein-Ruhr-Lift GmbH, an.
Beim Besuch der Baumkletterschule Climbtools in Mülheim stellte das Sachverständigenbüro für Bäume und fachspezifischen Versandhandel die Seminare rund um den Baum vor.

Der Vorsitzende des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger Cremer dankte dem Organisator der Exkursion, Andreas Schulz aus Aachen für seine Bereitschaft, die interne Fortbildung auch weiterhin zu fördern.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Jörg Cremer
Eine ausgiebige Geräteerprobung konnten die Baumpfleger bei der Firma Ruthmann Hubsteiger vornehmen.
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Die Platanen entlang des Stadtgrabens auf der Kö blieben vom Sturm weitestgehend verschont, berichtete Landschaftsarchitektin Silke Thyssen von der Stadt Düsseldorf.
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Berufsorientierung - Grün ist Zukunft

ZVG informiert Pädagogen über die Vielfalt des Gartenbaus auf der didacta

(ZVG) Vom 19. bis 23. Februar 2019 findet die Bildungsmesse didacta in Köln statt. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) präsentiert die Vielfalt und Karrieremöglichkeiten des gärtnerischen Berufs auf der Gemeinschaftsschau „Landwirtschaft & Ernährung - erleben lernen“ des i.m.a - information.medien.agrar e. V. Verlages.

In Zusammenarbeit mit dem Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen e. V. stellt der ZVG den Beruf Gärtner im Rahmen der Kampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“ in seiner Vielfalt und Attraktivität vor.

Einen lebendigen Einblick in die Grüne Branche erhalten Lehrkräfte, Ausbilder und Erzieher am Gemeinschaftsstand. Lehrer können sich zudem ein Bild über die erstellten Unterrichtsbausteine des i.m.a - Verlages machen. Dabei werden die Themen „Vegetative Vermehrung von Pflanzen“, „Kultur-Speisepilze entdecken“, „Wie Gärtner Schmetterlinge und Hummeln locken“, und „Natur und Kultur auf Friedhöfen“ und „Apfelsorten züchten und erhalten“ vorgestellt. Die Beratungsgespräche werden von spannenden Mit-Mach-Aktionen begleitet. Weiterhin inspirieren Anschauungsmaterialien und die Info- und Werbematerialien Pädagogen und Erzieher.

Bildunterschrift/ Download: Foto: ZVG/Hübner
Vom 19. bis 23. Februar 2019 präsentiert der ZVG auf der Bildungsmesse didacta in Köln die Vielfalt und Karrieremöglichkeiten des gärtnerischen Berufs.
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Gartenschauen und Landschaftsbau im Fokus

BdS-Wintertagung vom 5. bis 7. Februar 2019 in Grünberg

(ZVG/BdS) Gartenschauen stehen bei der Wintertagung des Bundes deutscher Staudengärtner im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) in Grünberg vom 5. bis 7. Februar 2019 auf dem Programm.  

Die Landschaftsarchitektin Daniela Kuptz, Hochschule Neubrandenburg, fasst die Historie von Stauden auf Gartenschauen unter dem Motto: „vom Exponat zum Evergreen" zusammen. Der Ausstellungsbevollmächtigte der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) Rüdiger Eckhardt informiert über die gärtnerischen Beiträge auf der BUGA Heilbronn - Blühendes Leben 2019.  Mit den Staudenmischungen haben die Staudengärtner im Arbeitskreis Pflanzenverwendung neue Marktpotentiale erschlossen. Der frühere BdS-Vorsitzende und Landschaftsgärtnermeister Arno Panitz möchte in seinem Vortrag am 7. Februar die Wertigkeit des Konzeptes von der Produktion bis zum Endkunden erreichen, indem er die Folgen vermeintlich kleiner Zugeständnisse darlegen wird. 

Bei Vegetationswänden und Baubotanik erschließen sich neue Aufgabenfelder für Staudengärtner. Hierzu gibt der Experte aus dem Garten- und Landschaftsbau Christoph Roesler einen Überblick. Digitalisierung ist in anderen Branchen schon stärker in den Betriebsalltag integriert worden. Von Beispielen aus Handwerks- und Gewerbebetrieben, die Dr. Kai Blank, IHK Hessen, innovativ vorstellen wird, können sich Staudengärtner inspirieren lassen.

Die Hausmesse wird am 6. Februar zum zweiten Mal nach dem Prinzip des Speeddatings umgesetzt.

Das Programm kann hier heruntergeladen werden:
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Neuer Vorsitzender der DBG-Gesellschafterversammlung

Lutze von Wurmb löst Helmut Selders ab

(ZVG/DBG) Im Turnus von zwei Jahren wechselt die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) den Vorsitz ihrer Gesellschafterversammlung. Für die, ab Dezember 2018 beginnende, Amtszeit wurde Lutze von Wurmb, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) gewählt. In Personalunion ist er damit traditionell auch Vorsitzender des DBG-Verwaltungsrates.

Von Wurmb löst Helmut Selders, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Baumschulen e. V. ab, der diese Ämter zwei Jahre vor ihm innehatte. Helmut Selders hat in seiner zweijährigen Amtszeit die Akquisition für viele BUGA- und einen IGA-Standort begleitet und durch sein Auftreten anlässlich der Bereisungen der Städte und Besichtigungen des zukünftigen BUGA – und IGA-Geländes die grüne Expertise der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft unterstrichen.

Lutze von Wurmb und die DBG-Geschäftsführung bedankten sich für das Engagement Helmut Selders. Zu seinem Amtsantritt unterstrich der neue Vorsitzende die Bedeutung von Bundesgartenschauen und Internationalen Gartenausstellungen für Kommunen, Regionen und Bürger. Insbesondere auch für den gärtnerischen Berufsstand, der sie mit seiner Teilnahme an den Wettbewerben für die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und die Einwerbung von Nachwuchs in den Betrieben viel stärker nutzen sollte. Gemeinsam mit den Mitgesellschaftern der DBG werde er sich besonders der BUGA Heilbronn 2019 zuwenden und Gartenschauen als wertvolles Instrument zur nachhaltigen grünen Stadterneuerung in die Zukunft begleiten.


Ruhrparlament gibt Startschuss für die IGA Metropole Ruhr 2027

RVR und DBG unterzeichnen Durchführungsvertrag

(ZVG/DBG/RVR) Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat in ihrer Sitzung am 14. Dezember 2018 beschlossen, die Internationale Gartenausstellung 2027 in der Metropole Ruhr zu realisieren. Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel und Geschäftsführer Jochen Sandner unterzeichneten den Durchführungsvertrag zwischen dem RVR und der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG).

Auf der Basis des Vertrages bereitet der RVR im nächsten Schritt die Gründung einer Gesellschaft vor. Der Gesellschaftsvertrag soll Ende März 2019 beschlossen werden. Dazu RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel: „Jetzt sind die Weichen gestellt. Wir richten eine Internationale Gartenausstellung aus, die erstmals in ihrer Geschichte eine ganze Region in den Fokus rückt. Mit der IGA Metropole Ruhr 2027 werden wir gemeinsam mit dem Land NRW Investitionen in die Zukunft anstoßen, neue Arbeitsplätze schaffen und unser Image nachhaltig verbessern.“

DBG-Geschäftsführer Jochen Sandner ergänzt: „Die IGA Metropole Ruhr 2027 ist das geeignete, zeitgemäße und bewährte Format für eine integrierte Stadt- und Regionalentwicklung. Auf der Agenda stehen der Strukturwandel des Landschaftsraumes, die Vernetzung der Kommunen und die Aufwertung der Städte durch Grün. Hier schaffen wir ein Gemeinschaftsereignis für die Menschen, mit dem sie sich identifizieren können. Gleichzeitig wird der neue Ansatz der Gartenausstellung zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland anziehen und den Tourismus verstärken.“

Das Ausstellungskonzept sieht drei Hauptstandorte der IGA vor. Dazu zählen der „Rheinpark“ in Duisburg, die „Zukunftsinsel Gelsenkirchen“ (Nordsternpark und Emscherinsel) sowie „Emscher Nordwärts“ in Dortmund, deren Besuch einer Eintrittskarte bedarf. Nicht eintrittspflichtige Sonderausstellungsbereiche wie in Bergkamen/Lünen ergänzen das Angebot der Schaustandorte. Auf der zweiten Ausstellungsebene "Unsere Gärten" sollen regional relevante (Landschafts-)Parks und Gärten im Ruhrgebiet präsentiert werden. Die dritte Ebene „Mein Garten“ soll bürgerschaftliches Engagement und die Identifikation mit der Region fördern. Vereine und Privatinitiativen können dabei ihre nachbarschaftlichen Grün-Initiativen präsentieren.

Getragen wird die Internationale Gartenausstellung Metropole Ruhr von RVR, Kommunen und Kreisen der Metropole Ruhr, der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH, Ruhr Tourismus GmbH sowie zahlreichen weiteren Beteiligten und interessierten Institutionen wie Emschergenossenschaft, LWL und LVR, Gartenbauverbände, Landwirtschaftskammer oder Kleingartenverbände.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
www.iga2027.rvr.ruhr

www.bundesgartenschau.de


Politische Meldung dieser Woche

Zierpflanzenbauforschung mit Perspektive

Übergabe des BMEL-Förderbescheides für die Zierpflanzenbau-Forschungsstelle Erfurt

(ZVG) Feierlich übergab der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen gestern den Förderbescheid des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an die Zuwendungsempfänger der Forschungsstelle Zierpflanzenbau in Erfurt. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt den Erhalt der Zierpflanzenbauforschung am Standort Erfurt für die nächsten fünf Jahre mit Perspektive auf weitere fünf Jahre.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) hatten im März 2018 eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet, die die Fortsetzung der Forschungsarbeiten ab 1. Januar 2019 im Rahmen der „Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen“ ermöglicht.

„Die Kooperation zwischen Bund und Land bietet der deutschen Zierpflanzenbauforschung eine Lösung mit Perspektive und ein wichtiges Signal für die Branche. Unsere kleinen und mittelständischen Betriebe sind auf genau diese angewandte Forschung angewiesen. Nur mit einem funktionierenden Innovationstransfer von der Wissenschaft in die Praxis bleibt der deutsche Gartenbau wettbewerbsfähig“, erklärt ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer im Rahmen der Feierstunde.

In enger Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität in Jena wird die Forschungsstelle in die Fachhochschule Erfurt integriert. Die Forschungsstelle soll langfristig den Anspruch exzellenter wissenschaftlicher Leistung gewährleisten.

Der Standort Erfurt des Leibniz-Institutes für Gemüse- und Zierpflanzenbau wurde zum 30. Juni 2018 geschlossen. Im März 2018 konnte nach fast zwei Jahren eine Lösung für den Forschungsstandort Erfurt des ehemaligen Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) zwischen BMEL und TMIL gefunden werden. Der ZVG hatte sich in den letzten Jahren bei der Bundes- und Landespolitik intensiv für den Erhalt des IGZ-Standortes Erfurt eingesetzt und wird auch die Arbeit der neuen Forschungsstelle begleiten.

Bildunterschrift/ Download: Foto ZVG/ Markula
Feierlich übergab der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (vorn rechts im Bild) den Förderbescheid des BMEL an den Vizepräsidenten der FH Erfurt Prof. Stefan Landwehr (vorn links im Bild). (Im Hintergrund v. l. n. r.: Dr. Ute Zopf, Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Elke Mohnhaupt, TMIL, Bertram Fleischer, ZVG, Prof. Annette Hohe, FH Erfurt, Prof. Philipp Franken, HU Berlin, Dr. Thomas Schmidt, BMEL)
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