Informationsdienst

Infodienst Nr. 42 vom 18.11.2021

Schuh wird neue Leiterin der Bildungsstätte Gartenbau

Mertz: Belange der Praxis in guten Händen

(ZVG) Petra Schuh übernimmt die Leitung der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg. Die bisherige Bildungsreferentin der Bildungsstätte arbeitet seit 2018 in Grünberg und verantwortet dort bislang u.a. das Seminarmanagement

„Mit Petra Schuh haben wir eine erfahrene Fachkraft gewinnen können, die sich mit den Belangen der Praxis auskennt“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz, der gleichzeitig Vorsitzender des Vereins Bildungsstätte Gartenbau e. V. ist.
Schuh hat zunächst eine Ausbildung zur Zierpflanzengärtnerin abgeschlossen und verschiedene Stationen in der Praxis durchlaufen. Nach dem Studium des Gartenbaus an der Fachhochschule in Erfurt übernahm sie leitende Funktionen in Produktion und Handel. Mit ihrer Arbeit als Bildungsreferentin erweiterte die gebürtige Triererin ihr Portfolio um den berufsbildenden Bereich. Besonderes Anliegen ist Schuh dabei die Weiterentwicklung des Grünberg-Zertifikates (GZ) gewesen.

„Die Bildungsstätte Gartenbau ist die zentrale Bildungseinrichtung für die berufliche Weiterbildung im Gartenbau“, so Mertz weiter. Angesichts des anhaltenden Fachkräftebedarfs und wachsender Herausforderungen sei eine gute Fort- und Weiterbildung für Unternehmer wie Angestellte essenziell. Vor allem im technischen und digitalen Bereich, aber auch beim Thema Pflanzenkenntnisse sind kundige Arbeitskräfte gefragt. „Mit der neuen Besetzung sind die Belange der Praxis in guten Händen“ ist Mertz überzeugt.

Schuh folgt auf Matthias Hub, der das Amt seit 1994 innehatte. Der ZVG-Präsident dankte Hub für sein jahrzehntelanges Engagement und zukunftsweisende Entscheidungen zum Ausbau und der Neuausrichtung der Bildungsstätte.

Die berufseigene Bildungsstätte im Landkreis Gießen wurde 1966 eröffnet und steht inzwischen als Seminar- und Tagungsort allen Gruppen für Bildungsveranstaltungen offen. Die neuinstallierte Technik hat sich zuletzt in zahlreichen digitalen und hybriden Veranstaltungen bewährt.


ZVG für neuen Stichtag beim Pauschalsteuersatz

Öffentliche Anhörung beim Hauptausschuss des Bundestages

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) hat seine Forderung nach einem früheren Stichtag für die jährliche Überprüfung und Anpassung des Pauschalsteuersatzes bekräftigt und eine zügige Umsetzung der unionsrechtlichen Vorgaben angemahnt.

„Für die Betriebe ist es zwingend erforderlich, die Umsatzsteuerpauschalierung in der dann gültigen Fassung rechtssicher anwenden zu können.“, betonte die stellvertretende ZVG-Generalsekretärin Romana Hoffmann in der öffentlichen Anhörung im Hauptausschuss des Bundestages am 15. November 2021.

Der ZVG begrüßt es ausdrücklich, dass in dem jetzt in den Deutschen Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf vorgesehen ist, dass die jährliche Anpassung des Pauschalsteuersatzes auch wei­terhin im Rahmen eines Gesetzgebungsverfahrens stattfinden soll. Damit werden die parlamenta­rische Beratung und Verabschiedung sowie eine angemessene Beteiligung der Bundesländer si­chergestellt.

Dabei plädiert der ZVG im Rahmen der jährlichen Anpassung für den 30. Juni als Stichtag, an dem die Anpassung des Pauschalsteuersatzes feststehen müsse. Nur so sei sicherzustellen, dass die Betriebe bei Vertragsverhandlungen, u.a. mit dem Lebensmitteleinzelhandel und verarbeitenden Lebensmitteunternehmen, mit den korrekten Werten kalkulieren können.

Bereits in seiner eingereichten Stellungnahme hat der ZVG auf eine zügige Neuregelung gedrängt, um eine schnelle Beendigung des aktuell noch anhängigen Vertragsverletzungsverfahrens der europäischen Kommission ohne Urteil zu erreichen und das derzeit ruhende Beilhilfeverfahren zu beenden.

Nicht zuletzt verweist der ZVG in der Stellungahme auf eine Berechnung des Pauschalsteuersatzes des Hauptverbands der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen (HLBS), die unter Anwendung des vom Bundesrechnungshof vorgeschlagenen Berechnungsverfahrens aktuell zu einem Pauschalsteuersatz von 9,7 Prozent kommen, statt der nun vom Gesetzgeber vorgeschlagen 9,5 Prozent. Da der Bundesrechnungshof seine Methode als europarechtskonform bezeichnet, sollte die aktuelle Berechnung nochmals überprüft und der Pauschalsteuersatz entsprechend angepasst werden.


ZVG begrüßt Klarstellung des Verwaltungsrechtes zum Pflanzenschutz

Biodiversitätsauflagen beim Zulassungsverfahren abgelehnt

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt die erneute Klarstellung des Verwaltungsgerichtes Braunschweig zur nichtgerechtfertigten Verknüpfung von flächenbezogenen Biodiversitätsauflagen bei Pflanzenschutzmittelzulassungen.

„Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt sind äußerst berechtigte Anliegen“ stellt der stellvertretende ZVG-Generalsekretär Dr. Hans Joachim Brinkjans klar. Pauschal festgelegte flächenbedingte Auflagen dürften jedoch keinesfalls mit dem bestehenden strengen, wissenschaftlich untermauerten Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel vermischt werden.

Bereits seit Jahren warnt der ZVG eindringlich vor dem Verlust ausreichender Wirkstoffe für den Einsatz im Gartenbau, um Resistenzen nachhaltig vorzubeugen. Selbst die Vorgaben im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP), mindestens drei Wirkstoffgruppen in 80 Prozent aller relevanten Anwendungsgebiete zur Verfügung zu stellen, droht zu kippen.

Wie die Verwaltungsrichter feststellten, muss die Bewertung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Biodiversität mit wissenschaftlichen Methoden erfolgen, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA anerkannt sind. Solche Methoden existieren jedoch nicht.


Hintergrund:
Das Umweltbundesamt (UBA) hatte 2019 in mehreren Fällen seine Zustimmung zur Pflanzenschutzmittelzulassung an die Bedingung geknüpft, dass Landwirte 10 Prozent ihrer Flächen ab 2020 stilllegen. Daraufhin hatte das Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Zulassungen nur bis zum 31. Dezember 2019 befristet erteilt. Dagegen klagten verschiedene Pflanzenschutzmittelhersteller.

Die Braunschweiger Richter stellten bereits damals klar, dass die Berücksichtigung unannehmbarer Auswirkungen auf die biologische Vielfalt nicht möglich sei, da es an von der EFSA anerkannten wissenschaftlichen Bewertungsmethoden mangele. Daran halten die Richter auch bei der Bewertung des neuen Vorschlages des UBA, dem sogenannten Teilflächenansatz, fest. Die Rechtsmittelfrist für das BVL als Beklagter lief am 8. November 2021 aus. Somit ist das Urteil nun rechtskräftig.


Blumenhallenempfang entfällt

ZVG und Landgard verständigen sich auf Absage

(ZVG) Der traditionelle ZVG-Blumenhallenempfang am Vorabend der Internationalen Grünen Woche (IGW) muss 2022 leider entfallen. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und die Landgard e.G. verständigten sich auf eine Absage.

In Anbetracht der stark steigenden Corona-Inzidenzzahlen hält der ZVG ebenso wie der Partner und Ausrichter der IGW-Blumenhalle Landgard, in der derzeitigen Situation die Einladung zum ZVG-Blumenhallenempfang, der am 20. Januar 2022 stattgefunden hätte, für nicht verantwortbar. Nun setzt man auf eine bessere Situation 2023, um sich dann wieder im Rahmen des Blumenhallenempfangs unbeschwert treffen und feiern zu können.


Herausforderungen der Betriebe mit einem starken Verband begegnen

72. FGJ-Herbsttagung vom 11. bis 12. November 2021 in Dresden-Pillnitz

(FGJ/ZVG) Umgeben von reicher Gartenbautradition trafen sich die Mitglieder der Fachgruppe Jungpflanzen (FGJ) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) vom 11. bis 12. November 2021 in Dresden-Pillnitz. Die 72. FGJ-Herbsttagung fand nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder in Präsenz unter coronabedingt strengen Sicherheitsauflagen statt.

Vorstandsmitglied des Landesverbandes Gartenbau Mitteldeutschland e. V. Arndt Kühne begrüßte die Teilnehmer in Dresden und betonte die traditionsreiche Gartenbaugeschichte der Region. „Lieferengpässe, Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften und Kostensteigerungen in vielen Bereichen – Das vergangene Jahr war für jeden von uns geprägt von persönlichen und beruflichen Herausforderungen. Diesen können wir nur gemeinsam mit einem starken Verband begegnen“, unterstrich der FGJ-Vorsitzende Frank Silze in seinem Grußwort.

Im internen Teil der Mitgliederversammlung wurde Hagen Kalläne (Florensis Deutschland GmbH) zum neuen stellvertretenden FGJ-Vorsitzenden gewählt. Tobias Dümmen stellte sich nach vielen Jahren im Vorstand nicht erneut zur Wahl. Die Fachgruppe dankte ihm für seine stets konstruktive, engagierte Vorstandsarbeit. Marcel Bongartz (Gartenbau Bongartz GmbH) wurde als neuer stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Qualitätsmanagement & Rechtsfragen gewählt. Als Vorsitzender des Arbeitskreises Jungpflanzen-Markt wurde Andreas Kientzler wiedergewählt. In Abwesenheit wurde auch Oliver Krebs in seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender des AK Jungpflanzen-Produktion bestätigt. Ebenfalls in Abwesenheit wurde Bernd Steiniger als Kassenprüfer für zwei Jahre gewählt.

Fachlich wurde die Mitgliederversammlung durch Vorträge zu Themen wie Chancen der LED-Belichtung im Zierpflanzenbau, Wasseraufbereitung und -desinfektion im Gewächshaus oder den Auswirkungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auf die Gartenbaubetriebe begleitet.

Besuche in der Abteilung Gartenbau des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und bei den Betrieben Elsner pac Jungpflanzen GbR sowie Gartenbau Kühne rundeten die Herbsttagung ab.

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: FGJ/Markula
Auf der internen Mitgliederversammlung standen turnusgemäß Wahlen auf der Tagesordnung. (v.l.n.r.: Tobias Dümmen, Frank Silze, Andreas Kientzler, Hagen Kalläne und Marcel Bongartz)
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Betriebsbesuche bei u.a. Gartenbau Kühne rundeten die Herbsttagung ab. Arndt Kühne begrüßte die Teilnehmer in Dresden und betonte die traditionsreiche Gartenbaugeschichte der Region.
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Hochwasser 2021: Anteilnahme allen betroffenen Familien und Betrieben

Baumpfleger und Friedhofsgärtner helfen vor Ort

(ZVG/BfG/BdF) Hochwasser und Überschwemmungen haben im Juli 2021 große Schäden in Deutschland angerichtet, vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Steigende Pegel sorgten auch in Bayern, Sachsen und weiteren Bundesländern für Beeinträchtigungen. Unter dem Motto „Gärtner helfen Gärtnern“ zeigte die Branche untereinander Solidarität und Gemeinschaft.

Die im Juli überfluteten Regionen an der Ahr charakterisierte ein Baumpfleger als Kriegsgebiete. Der Unternehmer räumte zwei Wochen lang das Gelände frei und startete über den Fachverband geprüfter Baumpfleger (FgB) einen Aufruf zur weiteren Unterstützung. Kollegen, Angestellte und weitere Freiwillige halfen. Infrastruktur, Wohnhäuser und Versorgung sind noch nicht überall wiederhergestellt. Dennoch wurden in den letzten Wochen öffentliche und private Pflanzstellen mit insgesamt über 50.000 Pflanzen begrünt, die rund 50 Gärtner vom Niederrhein gespendet und angeliefert haben.

„Die Leute können das triste Braun und Grau nicht mehr sehen“, berichtet die Koordinatorin Kerstin Meinhard aus Stolberg. Die Farbe der Pflanzen sei ein positives Zeichen. Gartenbautechnikerin Anna Binninger aus dem Ahrtal unterstützte, um jede öffentliche wieder bepflanzbare Fläche zu begrünen. So wurde unter anderem der Friedhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler wieder bepflanzt. Nachdem die Bundeswehr die Friedhöfe von Treibgut und Schlamm befreit hatten, konnte der Wiederaufbau gestartet werden. Mitorganisiert wurde die Aktion „Gärtner helfen Gärtnern“ durch den Gartenbauverband Nordrhein-Westfalen und der ansässigen Gärtnerei Wershofen. Auch 2022 geht die Aktion „Gärtner helfen Gärtnern“ weiter.

Im Frühjahr sollen weitere Pflanzarbeiten übernommen werden. Nicht nur für öffentliche Flächen, sondern auch privat nahmen die Menschen gern Gehölze, Stauden und Zierpflanzen. „Hier war es wie in einer Geisterstadt, Zuversicht war dringend nötig“, so Binninger. Die Menschen in den Ämtern, die Helfer, Unterstützer und Spender haben eng zusammengearbeitet. Zahlreiche Gärtner haben so „Grün und Hoffnung“ in die Flutopfergebiete gebracht.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Azerca
Pflanzen für die Hochwassergebiete
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Junggärtner: Persönlicher Austausch ist zentral

AdJ- Mitgliederversammlung in Garmisch-Partenkirchen

(ZVG/AdJ) Vom 5. bis 7. November 2021 fand in Garmisch-Partenkirchen der zweite Teil der Mitgliederversammlung 2021 der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner e. V. (AdJ) statt.

Die erste Präsenz-Mitgliederversammlung nach fast 2 Jahren wurde am Freitag feierlich eröffnet. „Der persönliche Austausch ist für unsere Vereinsarbeit zentral“, so Vera Thihatmer, Geschäftsführerin der AdJ. „Neben gemeinsamen Aktivitäten wollen wir aber auch Weichen für die Ausrichtung des Vereins stellen.“

Nach circa 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit trat Ingolf Reinhardt von seinem Posten als Kassenprüfer der AdJ zurück. Neben seinem Amt als Kassenprüfer war Reinhardt auch als Ausbilder, Wettbewerbsrichter und Aufgabenautor bei den Junggärtnern tätig. Bundesvorsitzende Raphaela Gerlach bedankte sich für seine langjährige Unterstützung. Marion Thomas wurde daraufhin einstimmig als seine Nachfolgerin in der Kassenprüfung gewählt. Sie war zuvor von ihrem Posten als 1. Beisitzerin des Vorstandes zurückgetreten. Der Posten blieb zunächst unbesetzt.

Ein Kernthema des Delegiertengespräches war eine Satzungsänderung: Die Verwaltung der eher strukturschwachen Landesverbände soll künftig zeitweise von der Bundesgeschäftsstelle übernommen werden, so dass diese sich zunächst auf das inhaltliche konzentrieren können. Große Beachtung fanden auch die neu formierten Ammerländer Junggärtner, die den Norden mit vielen Aktivitäten und Engagement stärken.

Bildunterschrift/ Download: Foto: AdJ
Den gemeinschaftlichen Teil bei der AdJ-Mitgliederversammlung bildete eine Führung auf der Zugspitze und eine Wanderung um den Eibsee.
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SVLFG erhalten und weiterentwickeln

Resolution der Vertreterversammlung

(ZVG/SVLFG) Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat ihren hohen Stellenwert als Verbundträger zur sozialen Absicherung der Familien und Mitarbeiter der Branche bekräftigt.

Die zweigübergreifende Betreuung und Leistungsgewährung sei nicht nur für die Versicherten vorteilhaft, sondern ermögliche vor allem auch ein effizientes Verwaltungshandeln, heißt es in einer Resolution der Vertreterversammlung der SVLFG vom 12. November 2021. Dieses System gelte es, wie von der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) empfohlen, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dabei betonte die Vertreterversammlung ihre Bereitschaft, weitere Aufgaben zur Stärkung der grünen Branche und aller dort Tätigen zu übernehmen.

Die politischen Entscheidungsträger werden aufgefordert, der SVLFG weitere Aktivitäten im ländlichen Raum zu ermöglichen. Dazu zählen die Gesundheitsvorsorge mit den Schwerpunkten im psychosozialen Bereich und bei Senioren, Unterstützung von pflegenden Angehörigen, Stärkung des Bewusstseins für gesunde Ernährung und die Erzeugung heimischer Lebensmittel, Ausbau der Betriebs- und Haushaltshilfe sowie ein Ausbau der Angebote für Saisonarbeitskräfte.


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