Informationsdienst

Infodienst Nr. 39 vom 28.10.2021

Energiepreise: EEG-Umlage muss schnellstmöglich fallen

Preissteigerungen belasten Gartenbau

(ZVG) Auf die direkten und indirekten Auswirkungen der hohen Energiepreise auf die gärtnerische Produktion macht der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) aufmerksam und bekräftigt seine Forderung nach einem schnellen Ende der EEG-Umlage.

„Die steigenden Belastungen der Unternehmer bereiten Sorge“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz im Nachgang der außerordentlichen Tagung der EU-Energieminister am 26. Oktober 2021 mit Blick auf die Preisentwicklungen beim Erdgas. Mit Blick auf die startenden Koalitionsverhandlungen spricht Mertz sich dafür aus, die Energiekosten auch für die deutsche Wirtschaft von Steuern und Abgaben zu entlasten: „Die Abschaffung der EEG-Umlage ist dabei ein wichtiger Hebel und langjährige Forderung des ZVG.“

Seit Anfang des Jahres wirkt die CO2-Bepreisung in Deutschland im Unterglasanbau als Preistreiber. Zusätzlich ist es in den vergangenen Wochen und Monaten bei Betriebsmitteln zu deutlichen Preissteigerungen gekommen. Erdgas ist Energiequelle und Rohstoff für die Düngemittelherstellung zugleich und trifft die Betriebe daher gleich doppelt.

Mertz räumte ein, dass mit einem gewissen Grad an Preisschwankungen am Markt zu rechnen sei. Damit zu kalkulieren, gehöre zum Unternehmertum. Die jüngsten Preiskapriolen hätten jedoch ein anderes Ausmaß erreicht.


ZVG drängt auf schnelle Lösung bei der Umsatzsteuerpauschalierung

Betriebe brauchen Rechtssicherheit

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) spricht sich in seiner Stellungnahme zum „Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung unionsrechtlicher Vorgaben im Umsatzsteuerrecht“ für eine zeitnahe Umsetzung der EU-Vorgaben hinsichtlich der Überprüfung und Anpassung des Pauschalsteuersatzes aus. Die Betriebe brauchen endlich Rechtssicherheit bei der Anwendung der Umsatzsteuerpauschalierung.

„Die seit Jahren anhängigen Klageverfahren auf EU-Ebene müssen dringend abgewendet werden“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Das habe man immer wieder in den Gesprächen mit Ministerium und Parlamentariern deutlich gemacht. Umso bedauerlicher sei die schleppende Entscheidungsfindung.

„Der Europäische Gerichtshof (EuGH) und die EU-Kommission haben einem weiteren Antrag der deutschen Seite auf Ruhen des Vertragsverletzungsverfahrens nicht mehr zugestimmt“, so Mertz weiter. Das erhöhe den Handlungsdruck deutlich.

Grundsätzlich stimmt der ZVG zu, den Durchschnittssteuersatz jährlich zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Der 30. September als Stichtag sei allerdings für die meisten Betriebe deutlich zu spät, führt der ZVG in der Stellungnahme aus. So fänden zum Beispiel die Vertragsverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel häufig zu einem früheren Zeitpunkt statt. Eine vernünftige Preiskalkulation sei nur möglich, wenn die für das Folgejahr geltenden Steuersätze auch frühzeitig bekannt seien. Daher spricht sich der ZVG für den 30. Juni eines Kalenderjahres aus.


Vernetzung von Berufsschullehrern und Ausbildern bleibt wichtig

Bundesfortbildungstagung in Grünberg

(ZVG) Die Vernetzung der Akteure ist das A und O für eine gute Ausbildung über alle Ebenen hinweg. Das wurde einmal mehr bei der Bundesfortbildungstagung des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) vom 22. bis 24. Oktober 2021 in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg deutlich.

„Berufsschullehrer, Ausbilder und Ausbildungsverantwortliche brauchen einen Ort, um die jeweiligen eigenen Herausforderungen mit den Herausforderungen der anderen Bereiche zu teilen und gemeinsame Herangehensweisen zu entwickeln“, unterstrich Jakob Hokema, Vorsitzender des Ausschusses Bildungspolitik und Berufsbildung.

Unter dem Titel „Biodiversität verstehen – Digitalisierung fördern“ tauschten sich die anwesenden Ausbilder, Berufsschullehrer und Ausbildungsberater über die aktuellen Herausforderungen der Ausbildung aus und waren sich einig, dass Bildung der Schlüssel zur Erweiterung der Kompetenzen ist.

In den Vorträgen und Workshops wurde ein breites Themenspektrum angesprochen. Dieses reichte von Vertikalbegrünungssystemen über Biodiversität im Grünraum bis hin zu Herausforderungen auf dem aktuellen Ausbildungsmarkt in allen Fachrichtungen.

Die pädagogische Aufbereitung dieser Fachthemen sei besonders wichtig und erfordert auch in Zukunft Handlungsbedarf, waren sich die Teilnehmer einig. Um den neuen Anforderungen an die Ausbildungsqualität gerecht zu werden, müssen die Ausbildungsverantwortlichen der grünen Branche auf dem neuesten Stand der Technik und digitaler Pädagogik sein. Die Verschmelzung von Wissensvermittlung und digitalem Know-how ist daher mehr denn je nach Distanzunterricht, Home-Schooling und Home-Office gefragt.

Bildunterschrift/ Download: Foto: ZVG
Die zertifizierte Zentangle-Lehrerin Anna Maria Meinhardt sorgte für kreative Entspannung bei den Teilnehmern der Bundesfortbildungstagung.
[Bild herunterladen]


Junggärtner-Seminar zur Betriebsnachfolge

Vom 26. bis 28. November 2021 in Grünberg

(ZVG/AdJ) Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ) e. V. bietet vom 26. bis 28.November 2021 ein Seminar zur Betriebsnachfolge an.

Dieses Seminar bietet umfangreiches Wissen über Startmöglichkeiten sowie weitere Prozessunterstützung für eine innerfamiliäre oder außerfamiliäre Betriebsnachfolge. Dazu zählt ein Leitfaden zur Zielfindung, zu Finanzierungsfragen und möglichen Generationskonflikten. Als Referentinnen sprechen Christine Acker und Gülden Bispinck vom Verein jumpp als hessenweiten Anlaufstelle zur Unternehmensnachfolge sowie Claudia Hodel vom Sachverständigen Büro Zorn. Ein Coaching zu Karieerefragen und Rollen im Unternehmen führt Susanne Ullrich durch.

Weitere Infos und Anmeldung:
Jetzt teilnehmen

Seminarflyer


Deutscher Innovationspreis Gartenbau 2022

Anmeldungen bis 15. März 2022 möglich

(ZVG/BMEL) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vergibt erneut den Deutschen Innovationspreis Gartenbau.

Ab sofort können sich Gartenbauunternehmen mit Geschäftssitz in Deutschland, die Gartenbauprodukte herstellen oder damit handeln, Hersteller von Produkten und Zubehör sowie andere Einrichtungen, die für den Gartenbau innovativ tätig sind und nicht der öffentlichen Hand angehören für den Preis bewerben. Gesucht werden Innovationen pflanzenbaulicher, züchterischer, technischer, kulturtechnischer oder betriebswirtschaftlicher Art, aber auch beispielhafte Kooperationen, Unternehmenskonzepte oder eine Kombination aus diesen Merkmalen.

Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Dieses Preisgeld wird von der Bewertungskommission auf bis zu drei Preisträger - nach Möglichkeit je einer in den Kategorien Pflanze, Technik oder Kooperation/ Betriebsorganisation/ Unternehmenskonzept aufgeteilt. Die Höhe des Einzelpreisgeldes richtet sich nach dem Innovationswert der Anmeldung, wobei das Preisgeld für einen Preisträger auf maximal 7.500 Euro begrenzt ist.

Einsendeschluss ist der 15. März 2022. Die Bewerbungsunterlagen nimmt das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) per Post (Bartningstraße 49 in 64289 Darmstadt) oder per E-Mail (gartenbau@ktbl.de) entgegen.

Weitere Informationen unter:
[Informationen ansehen]


Berufsfeldanalyse Gartenbau: Teilnahme noch bis 20. Dezember möglich

Berufseinstieg von Hochschulabsolventen im Fokus

(ZVG/Hochschule Osnabrück/Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) Absolventen des Gartenbaus mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sind weiterhin aufgerufen, an der Online-Umfrage zur Berufsfeldanalyse für den Gartenbau teilzunehmen.

Dabei werden u.a. Erfahrungen beim Berufseinstieg und eine Bewertung der Inhalte des Studiums abgefragt. Die Ergebnisse sollen Rückschlüsse auf das Berufsfeld Gartenbau geben und klären, welche Anforderungen heutzutage die Branche an Bachelor/Masterstudierende stellt. Für die Hochschulen können die Ergebnisse auch Grundlage von Qualitätsverbesserungen in der Lehre sein.

Mit der Berufsfeldanalyse Gartenbau 2021/2022 wird eine Befragungsreihe fortgesetzt, die seit 1996 in größeren Abständen (2008, 2011, 2016) durchgeführt wird. Träger der Berufsfeldanalyse Gartenbau ist der Bundesverband der Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) gemeinsam mit dem Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). Die Organisation der bundesweiten Befragung übernehmen die Hochschule Osnabrück und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. An der Studie nehmen alle neun Hochschulstandorte teil, die Studienangebote mit Bezug zum Berufsfeld Gartenbau anbieten. Finanziert wird die Umfrage durch die Hochschulen selbst, durch ZVG und BHGL sowie durch zahlreiche Ehemaligenverbände der Hochschulen.

Noch bis zum 20. Dezember kann der Fragebogen beantwortet werden unter:
[Fragebogen ansehen]


Dr. Ingrid-Gisela Gründler verstorben

Verdienstvolle Cyclamen-Züchterin und Autorin

(ZVG) Im Alter von 93 Jahren verstarb in Dresden die verdienstvolle Cyclamen-Züchterin Dr. Ingrid-Gisela Gründler. Mit der „Kleinen Dresdnerin“ schuf sie in den 1970er Jahren die erste Minicyclamen-Serie, die auch weltweit äußerst erfolgreich war.

Leistungsfähige Serien züchtete Dr. Gründler ebenfalls bei Standard-Topfcyclamen, Schnittcyclamen und Midicyclamen. Auch wenn alle Sorten gruppenbestäubte Populationssorten und keine F1-Hybriden waren, zeichneten sich diese durch eine hohe Homogenität aus. Gezielt arbeitete Dr. Gründler an Stämmen mit schubweisem Erblühen. Die von ihr selektierten, voll winterharten Cyclamen hederifolium ‘Perlenteppich‘ (weiß) und ‘Rosenteppich‘ (rosa) sind seit 1970 am Markt und heute noch die bedeutendsten Freilandcyclamen. Gemeinsam mit ihrem Mann Josef Gründler, der den Betrieb in Dresden-Weixdorf leitete, erarbeitete sie auch ein umfangreiches und detailliertes Wissen zur Saatguterzeugung, Jungpflanzenanzucht und Marktproduktion von Alpenveilchen.

Dieses Wissen bis hin zu konkreten Richtwerten, Arbeitsnormen und einer wirtschaftlichen Bewertung hat sie im 1987 im VEB Deutschen Landwirtschaftsverlag (Berlin) erschienenen Buch „Das Alpenveilchen“ allgemein zugänglich gemacht.


Zurück

© Zentralverband Gartenbau e.V.