Informationsdienst

Infodienst Nr. 34 vom 23.09.2021

ZVG begrüßt Anpassungen beim Bundesprogramm Energieeffizienz

Bearbeitungspraxis der Anträge bleibt abzuwarten

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt die Anpassungen beim Bundesprogramm Energieeffizienz. Er hatte wiederholt und eindringlich Kritik an den aktuellen Förderbedingungen geübt und eine Verbesserung des Programms eingefordert.

„Wir befürworten es sehr“ betonte ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer, „dass mit der Änderung der Richtlinie der Förderdeckel von 700 auf bis zu 900 Euro je eingesparter Tonne CO2 angehoben wird und auch einige Anpassungen, hin zu einer zielgerichteteren Förderung umgesetzt wurden, die der ZVG gegenüber dem Bundeslandwirtschaftsministerium und in vielen Politikgesprächen im Sommer eingefordert hat.“

„Für den ZVG ist das Bundesprogramm zur Steigerung der Energieeffizienz ein wichtiges Instrument, um die Mehrbelastungen aus der CO2-Bepreisung ein Stück weit auffangen zu können“, so Fleischer weiter. Nun bleibe abzuwarten, ob die Drehung an den Stellschrauben an der neuen Richtlinie ausreiche, um das Programm wieder auf eine Erfolgsspur zu leiten. „Der jetzt angekündigte erleichterte Zugang zum Programm muss sich erst bei den Betrieben und in der Bearbeitungspraxis durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beweisen.“

Mit der Überarbeitung der Richtlinie Teil A des Bundesprogramms will das Agrarressort kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen leichteren Zugang zu den Fördermaßnahmen ermöglichen, die die CO2-Emissionen in Gartenbauunternehmen maßgeblich reduzieren. Die Überarbeitung bietet darüber hinaus zielgerichtetere Fördermöglichkeiten, die die bisher erreichten Erfolge des Programms als Beitrag von Landwirtschaft und Gartenbau zum Klimaschutz fortsetzen sollen.

Nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist eine aufwändige, gesamtbetriebliche Energieberatung. Die neue Richtlinie ermöglicht jetzt auch den alleinigen Fokus in der Beratung auf konkrete, maßnahmenspezifische Bereiche mit hohen Energieverbräuchen, die dann auch als Teil des Investitionsvorhabens mit gefördert werden. Die Energieberatung ist Voraussetzung, um erneuerbare Energieerzeugung, Abwärmenutzung oder Energieeffizienzinvestitionen beantragen zu können.

Eine Positivliste, in der hocheffiziente Anlagenkomponenten wie zum Beispiel Energieschirme oder fest installierte Mehrfachbedeckungen bei Gewächshäusern zur Erstausstattung, Nach- oder Umrüstung genannt sind, konkretisiert die Förderung der vereinfacht zu beantragenden Einzelmaßnahmen. Ergänzt wird diese Positivliste um die alternativen Antriebssysteme für Landmaschinen zur direkten Elektrifizierung oder Umrüstung auf nachhaltige Biokraftstoffe.

In der Primärerzeugung sind neben der Modernisierung von bestehenden Anlagen nun auch regenerativ betriebene Neuanlagen nach Abriss einer Altanlage förderfähig, was der ZVG ausdrücklich begrüßt. Die Maßnahmen können mit 30 Prozent – unter bestimmten Bedingungen mit 40 Prozent – gefördert werden, sofern die von bisher 700 Euro jetzt auf 900 Euro erhöhte Fördereffizienz je eingesparter Tonne CO2-Äquivalent nicht zuvor begrenzend wirkt.


ZVG unterstützt Umfrage zu Entschädigungsoptionen

Teilnahme bis Ende Oktober 2021 möglich

(ZVG/Humboldt-Universität) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) ruft seine Betriebe zur Teilnahme an einer Umfrage zu Entschädigungslösungen bei einem Auftreten von Quarantäneschädlingen auf.

Ein Forschungsteam der Humboldt-Universität zu Berlin führt die Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums durch. Dabei sollen die Präferenzen potenziell betroffener Betriebe für alternative Entschädigungslösungen untersucht werden. Durch die Teilnahme hat die Praxis die Möglichkeit, sich in den Gestaltungsprozess von Entschädigungsoptionen einzubringen. Angesichts der steigenden Bedeutung von Quarantäneschädlingen ist dies eine wichtige Gelegenheit für die Branche. Der ZVG vertritt die Interessen der Branche im Fachbeirat des Forschungsprojekts.

Derzeit werden in Deutschland betroffene Betriebe auf der Grundlage von §54 des Pflanzenschutzgesetzes entschädigt, verantwortlich sind die Bundesländer. Allerdings ist diese Entschädigung nicht einheitlich geregelt und bildet Schäden nur unzureichend ab.

Die Befragung läuft noch bis Ende Oktober 2021.
Den Link zur Umfrage finden Sie hier: [Umfrage ansehen]


Azerca-Züchtungsausschuss sieht Chancen in Mycorrhiza-Forschung

Diskussion mit Experten in Geldern

(ZVG/Azerca) Die theoretisch positiven Auswirkungen von Mykorrhiza-Pilzen auf die Nährstoffversorgung von Heidepflanzen diskutierten die Mitglieder im Azerca-Züchtungsausschuss am 6. September 2021 in Geldern nach einem Vortrag von Prof. Dr. Philipp Franken, Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen (FGK) Erfurt. Ericoide Mycorrhiza lassen sich an stickstoffarmen Standorten nachweisen, für einen Einsatz in der Praxis gebe es aber noch einen hohen Forschungsbedarf, erläuterte Prof. Dr. Franken. „Solche Forschungsarbeiten würden uns als Züchter und Produzenten von Heide neue Perspektiven in der Kultivierung eröffnen“, erklärte Helmut Hiedl, Vorsitzender des Züchtungsausschusses. Er verspreche sich Vorteile in der Wuchsförderung, dem Nährstoffaufschluss und bei Krankheitsresistenz, so Hiedl und hofft auf weitere Entwicklungen bei diesem Thema.

Dr. Daniela Christ vom Bundessortenamt (BSA) informierte bei der Sitzung über die nationalen und europäischen Zulassungen für Calluna und andere Ericaceen. Zukünftig wird das BSA den Umfang der zu erhaltenen Sorten im Betrieb abbauen - es erfolgt der Umbau von einer lebenden zu einer nicht-lebenden Kollektion. Züchter sind verpflichtet, ihre geschützten Sorten selbst zu erhalten, verdeutlichte die Expertin.
Für die Zentrale Genbanksammlung und das Teilnetzwerk Erica (nicht winterhart) werden noch weitere sammlungserhaltende Partner gesucht. Insbesondere bei alten Erica-Sorten und freien Sorten warb Katja Näthke, BSA, um Unterstützung. Helmut Hiedl appelliert an die Erica-Züchter und -Sammler, die Genbank zu unterstützen. Hierbei handele es sich um eine solidarische Arbeit für den Erhalt der Genetik.

Die aktuellen Versuche zu Azerca-Kulturen in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn erläuterte Dr. Elke Ueber, Leiterin des Sachgebiets Zierpflanzenbau. Daboecia Sortensichtung, der Sortenanbau für das BSA und Calluna Kühlversuche sind nur einige der Themen.
Die Züchter diskutierten auch die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Kulturen und versuchen, tolerante Klone zu selektieren. Wildformen haben wenig Krankheiten, dies - so schätzen die Züchter - sei vorrangig durch die natürlichen Standortverhältnisse bedingt wie gute Belüftung, geringe Nährstoffversorgung und trockene Böden.

Die nächste Sitzung des Züchtungsausschusses ist Anfang/Mitte August 2022 in Bad Zwischenahn in der Lehr- und Versuchsanstalt geplant.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Helmut Hiedl
Der Azerca-Züchtungsausschuss tagte im Betrieb Manten in Geldern und besichtigte anschließend den Betrieb.
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8. Baumpflegefachmesse am 28. Mai 2022 in Grünberg

EPS-Bekämpfung und Kommunikation im Fokus

(ZVG/FgB) Die 8. Baumpflegefachmesse findet am 28. Mai 2022 in Grünberg statt. Im Fokus wird der Eichenprozessionsspinner (EPS) und die Kommunikation auf Baustellen stehen.

Dabei werden nicht nur die nötigen Ausrüstungen zur EPS-Bekämpfung präsentiert, tags zuvor, am 27. Mai 2022 findet im Rahmen einer Exkursion auch eine Demonstration statt. Die Anbieter der mittlerweile zahlreichen EPS-Bekämpfungsmethoden finden somit ein passendes Umfeld und können bei dem geführten Messerundgang allen Teilnehmern zugleich ihre Maßnahmen und Dienstleistungen präsentieren und mit dem Fachpublikum diskutieren.

Kommunikation auf Baustellen ist einer der wesentlichen Sicherheitsfaktoren und bildet den zweiten thematischen Schwerpunkt. Welches Funksystem bietet sich an? Welche Geräte haben sich in der Praxis bewährt? Was ist neu auf dem Markt? Im Anschluss wird zu einem geselligen Grillabend mit den ca.100 Teilnehmern eingeladen, der Gelegenheit bietet, Fachgespräche zu vertiefen.

Die Vorteile des kompakten Branchentreffs wissen beständige Aussteller zu schätzen: Platz für Demonstrationen auch von Großmaschinen, Bäume zum Ausprobieren von Kletterausrüstungen, der geführte Rundgang für alle Teilnehmer mit gezielter Aufmerksamkeit für jeden Aussteller und die aufgeschlossenen Teilnehmer der Baumpflegefachtagung sind Argumente, in Grünberg auszustellen.

Die Messe ist eingebettet in die mehrtägige Veranstaltung des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger e. V. (FgB) mit Seminar, Vortragsveranstaltung, Exkursion und Jahreshauptversammlung.

Anmeldeinformationen zur Ausstellung in Innenräumen, einem mit Zelt überdachten Außengelände oder der Freifläche sind unter www.baumpflegeverband.de eingestellt. Die Geschäftsstelle des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger e. V. informiert zu individuellen Fragen unter banse@baumpflegeverband.eu.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Fachverband geprüfter Baumpfleger
Beim gemeinsamen Rundgang auf der Baumpflegefachmesse erhalten alle Aussteller die Aufmerksamkeit der Teilnehmer für ihre Maschinen, Produkte und Dienstleistungen.
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Noch freie Plätze für Grünberg-Seminare im Oktober

Angebote für Führungskräfte und Entscheider

(ZVG/Bildungsstätte) Kurzentschlossene können sich noch für mehrere Termine im Oktober in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg anmelden.

„Effektives Ziel- und Zeitmanagement für Führungskräfte, Betriebsleiter und Unternehmer“ ist ein Seminar, in dem die Referentin Renate Spraul vom 26. bis 28. Oktober 2021 den Arbeitsalltag der Teilnehmer durchleuchtet. Sie hinterfragt gezielt Routinen und gibt Tipps zu Schaffung von zeitlichen Freiräumen.

Im Seminar „Auf dem Weg zur Dienstleistung - Kostenermittlung und Kalkulation im Mehrspartenbetrieb“ vermittelt der Referent Wolfgang Ziegler vom 22. bis 23. Oktober 2021 wichtiges Grundwissen. Die Teilnehmer erhalten basierend auf Daten aus der Praxis Klarheit in der Kostenkalkulation ihrer Dienstleistungen, Handelsware oder ihrer eigens produzierten gärtnerischen Produkte.

„Mitarbeitergespräche professionell führen“ vom 29. bis 31.Oktober 2021 ist ein Seminar, das Unternehmer, Führungskräfte und leitende Mitarbeiter auf herausfordernde Gesprächssituationen vorbereitet. Im Mittelpunkt steht eine Gesprächsstrategie, die auf der richtigen Anwendung wichtiger Kommunikationsinstrumente aufgebaut ist.

Bei Fragen steht das Team der Bildungsstätte unter 06401/9101-0 zur Verfügung.
Anmeldungen über www.bildungsstaette-gartenbau.de oder formlos an info@bildungsstaette-gartenbau.de.


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