Informationsdienst

Infodienst Nr. 34 vom 01.10.2020

Dramatische Situation beim Pflanzenschutz – Länder haben Problem erkannt

ZVG befürwortet Initiative der Agrarminister

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt die Forderung der Agrarminister der Länder an den Bund, bis zum Herbst 2021 ein Konzept zum Pflanzenschutz vorzulegen. Die Minister äußerten sich besorgt über den zunehmenden Verlust an Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und beklagten die teilweise fehlende Rechtssicherheit für Antragsteller und Anwender bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und Erteilung von Anwendungsbestimmungen.

„Wir befürworten die Initiative der Agrarminister ausdrücklich“, betont der ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Angesichts drohender Wirkstoff- und Mittelverluste besteht erheblicher Handlungsbedarf. Die hohe Zahl an fehlenden Anwendungen sei bereits jetzt nicht mehr hinnehmbar.

Der ZVG hat wiederholt vor einem zunehmenden Verlust wichtiger Wirkstoffe gewarnt. Durch den Wegfall von Wirkstoffen, Resistenzbildungen und klimatischen Veränderungen treten Schaderreger wieder stärker auf, die bisher als ausreichend kontrolliert gelten, erläutert Fleischer. Künftig werden zudem neue invasive Schaderreger im Zuge von Klimaveränderungen und dem globalen Handel den Gartenbau vor große Herausforderungen stellen.

In dem vom Bund geforderten Konzept soll aufgezeigt werden, wie die möglichen Anwendungsrisiken von Pflanzenschutzmitteln reduziert und der integrierte Pflanzenschutz und die Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ umgesetzt werden können und gleichzeitig die regionale Erzeugung von Lebensmitteln hoher Qualität auch künftig gesichert und ausgebaut werden kann.


ZVG begrüßt neuen Anlauf zum Risikomanagement

Mertz: Länderansatz zu kleinteilig

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) unterstützt das Anliegen der Agrarminister der Bundesländer, das Risikomanagement der landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe mit geförderten Versicherungsprämien zu unterstützen. Auf Zustimmung trifft auch die Anregung der Ressortchefs, Kriterien für die konkrete Ausgestaltung eine effektiven Krisenrücklage erarbeiten zu lassen. Die ablehnende Haltung des Bundes für eine bundeseinheitliche Lösung kann der ZVG dagegen keinesfalls nachvollziehen.

„Die Erfahrungen des Gartenbaus zeigen, dass die Betriebe sich eigenverantwortlich gegen Risiken des Klimawandels absichern wollen“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Der bereits vorliegende Entwurf für einen neuen Fördergrundsatz „Risikoabsicherung durch Versicherungen gegen witterungsbedingte Risiken“ im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) sollte dringend zum Abschluss gebracht werden.

„Ein reiner Länderansatz ist zu kleinteilig“, so Mertz weiter. Die Einbettung in die GAK ermöglicht eine bundeseinheitliche Lösung.


Hintergrund:
Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) am 25. September 2020 haben die Minister und Senatoren der Agrarressorts den Bund erneut aufgefordert, die einzelbetriebliche Risikovorsorge durch den Aufbau staatlich unterstützter Versicherungslösungen zu stärken und innerhalb einer erweiterten Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) einzubetten. Sie fühlen sich durch die ersten Erfahrungen des vor kurzem gestarteten Pilotprojekts Ertragsversicherung im Obst- und Weinbau in Baden-Württemberg bestätigt.

Die Ressortchefs regen außerdem an, dass die zuständigen Referenten gemeinsam mit dem Bund sowie dem Thünen-Institut Anforderungen und Kriterien für die konkrete Ausgestaltung einer effektiven Krisenrücklage definieren.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium sieht dagegen die Förderung von Versicherungen als vorrangige Aufgabe der Länder.


Landgard tritt wieder in den ZVG ein

Bündelung der Kräfte im Interesse der gesamten Grünen Branche

(ZVG) Die Erzeugergenossenschaft Landgard tritt mit Wirkung zum 1. Oktober 2020 wieder als Mitglied in den Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) ein. Das ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Austausches zwischen dem ZVG und Landgard in den letzten Monaten. Unterzeichnet wurde der Wiedereintritt Anfang September im Beisein von Jürgen Mertz, Präsident des ZVG, Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG, den Landgard-Vorständen Dirk Bader und Karl Voges sowie Bert Schmitz und Willi Andree, dem Vorsitzenden und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Landgard eG.

„Der ZVG ist wichtiger Ansprechpartner für die Politik in allen Fragen des deutschen Gartenbaus und damit automatisch auch ein wichtiger Kommunikationspartner für Landgard als große Vermarktungsorganisation für Blumen, Pflanzen, Obst und Gemüse mit 3.000 Mitgliedsbetrieben. Allein schon aufgrund dieser natürlichen Nähe ist der konstruktive Austausch zwischen dem ZVG und Landgard auf den verschiedensten Ebenen auch in den Monaten nach dem vorübergehenden Austritt von Landgard nie vollständig zum Erliegen gekommen. Der Wiedereintritt ist jetzt der letzte noch fehlende formale und nach außen sichtbare Schritt der erfolgreichen Wiederannäherung“, so der ZVG-Präsident Jürgen Mertz.

Der ZVG und Landgard freuen sich gemeinsam auf eine gute Zusammenarbeit und einen stetigen, konstruktiven Dialog im Interesse der gesamten Grünen Branche. Gerade die vielschichtigen und tiefgreifenden Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Betriebe haben gezeigt und zeigen weiterhin, wie wichtig eine starke Interessenvertretung für die Betriebe ist. „Zusätzlich zu Corona erfordern auch Themen wie zum Beispiel die ab 2021 geltende CO2-Bepreisung oder die Düngeverordnung im Obst- und Gemüseanbau, dass sich der Gartenbau gegenüber der Politik klar positioniert. Hier können der ZVG mit seiner Nähe zur Politik und Landgard mit der Nähe zu den Betrieben jeweils wichtige Kernkompetenzen für die gesamte Branche einbringen“, so der Landgard-Aufsichtsratsvorsitzende Bert Schmitz.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Landgard eG
v.l.: Karl Voges (Vorstand Landgard eG), Jürgen Mertz (Präsident ZVG), Bertram Fleischer (Generalsekretär ZVG), Dirk Bader (Vorstand Landgard eG), Willi Andree (Stellv. Vorsitzender Aufsichtsrat Landgard eG) und Bert Schmitz (Vorsitzender Aufsichtsrat Landgard eG)
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Hintergrund:
Landgard mit Sitz in Straelen-Herongen gehört als moderne vermarktende Erzeugergenossenschaft zu 100 Prozent den Gärtnern. Mit über 3.000 Mitgliedsbetrieben ist Landgard eine der größten europäischen Vermarktungsorganisationen für Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse und erzielt einen jährlichen Umsatz von über 2 Milliarden Euro. In den Geschäftsbereichen und Tochtergesellschaften der Landgard Gruppe sind rund 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Landgard unterhält unter eigener Marke 31 Cash & Carry Märkte inner- und außerhalb Deutschlands, beliefert mit der eigenen Frischelogistik große organisierte Handelskunden von Baumarktketten über den Lebensmitteleinzelhandel bis zum Discount, Gartenfachmärkte und den Fachhandel und betreibt die einzige Versteigerung für Topf- und Blühpflanzen sowie Schnittblumen in Deutschland.
www.landgard.de


BOG-Erntebilanz Obst und Gemüse 2020

Wirtschaften unter strengen Corona-Auflagen

(BOG/ZVG) Der Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG) hat seine Erntebilanz veröffentlicht. Demnach wird bei Äpfeln in diesem Jahr eine gute Ernte erwartet. In Deutschland geht man von rund 951.000 Tonnen aus; das sind rund 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Frühapfelernte ist bereits abgeschlossen, die Haupternte ist in vollem Gange.

Die Erntemenge der Süßkirschen hat in diesem Jahr frostbedingt mit ca. 40.000 Tonnen nicht ganz das Niveau der Vorjahre erreicht und auch bei den Sauerkirschen mussten Einbußen von ca. 25 Prozent einer Normalernte in Kauf genommen werden. Die Ernte der Pflaumen und Zwetschen ist noch nicht abgeschlossen, aber auch hier berichten die Erzeuger aus den Anbauregionen im Osten und Westen von Frostschäden.

Die Erdbeersaison war witterungsbedingt auch in diesem Jahr schwierig. Die Spätfröste und Trockenheit waren für die Kulturführung schwierig und es war seit 2003 mit 18.800 Hektar die geringste Erdbeeranbaufläche. Gegenüber dem Vorjahr wird mengenmäßig eine etwas geringere Erntemenge von rund 99.000 Tonnen erwartet.

Beim Gemüse begann die Erntesaison 2020 bei fast allen Kulturen noch früher als im letzten Jahr, allerdings verzögerte sich dann im April und Mai das Wachstum durch die kühleren Temperaturen wieder. Stark- und Extremniederschläge haben vielen Gemüsekulturen auch in diesem Jahr wieder zugesetzt. Die Trockenheit war für die Betriebe auch in diesem Jahr bei der Bewässerung der Kulturen eine große Herausforderung.

Insgesamt war die Spargelsaison durch einen sehr frühen Beginn gekennzeichnet, der aufgrund des Beginns der Corona-Pandemie vor enorme Herausforderungen gestellt wurde. Es ist von einer vorläufig geschätzten Erntemenge von 106.400 Tonnen auszugehen. Diese liegt 14 Prozent unter dem 6-jährigen Durchschnitt von 123.700 Tonnen.

Bei Zwiebeln ist von einer Erntemenge von knapp 500.000 Tonnen auszugehen. Die Möhrenernte dürfte wieder um ca. 700.000 Tonnen liegen. Bei Weißkohl wird eine Erntemenge von 449.000 Tonnen erwartet und bei Rotkohl 125.000 Tonnen. Schwache Standorte ohne Bewässerung zeigen dabei Ertragsdepressionen. Insgesamt ist aber von einer guten Kohlernte in diesem Jahr auszugehen und bei Salaten (Kopfsalat, bunte Salate, Eissalat) ist eine gleichmäßige, wenn auch hitzebedingt kleinere Ernte zu erwarten.

Die Trockenheit im Obst- und Gemüsebau führte auch 2020 zu höheren Kosten durch die Bewässerung der Kulturen. Durchschnittlich ist von Bewässerungskosten in Höhe von 10-15 Prozent des Umsatzes auszugehen. Rund 80 Prozent der Obst- und Gemüseflächen können und müssen bewässert werden. Zusätzlich stellte die Corona-Pandemie den Obst- und Gemüsebau vor bisher ungeahnte Herausforderungen. Der weltweite Ausbruch führte zur Grenzschließungen und hinderte die Saisonarbeitskräfte an Aus- und Einreise. Für die im Obst- und Gemüsebereich dringend benötigte Arbeitskraft aus dem Ausland konnte mit den Konzeptpapieren Ausnahmeregelungen gefunden werden. Dafür mussten intensive Hygienekonzepte in kürzester Zeit umgesetzt werden, was zu höheren Aufwendungen geführt hat.


Schafgarbe ist Staude des Jahres 2021

Hitzefester Insektenmagnet im Garten

(GMH/BdS/ZVG) Der Bund deutscher Staudengärtner (BdS) hat die Schafgarbe zur „Staude des Jahres 2021“ gekürt. Zunächst bekannt als Heilpflanze, wird sie seit einigen Jahren als farbenfroher und hitzefester Insektenmagnet in Staudengärten eingesetzt.

Die Bandbreite reicht von Weiß-, Gelb-, Rot- oder Orangetönen bis zu pastelligen und zweifarbigen Varianten wie die Achillea-filipendulina-Hybriden ’Terracotta‘ und ’Feuerland‘. Einige Sorten ändern zudem ihre Farbe im Laufe der Blütezeit. Achillea millefolium ’Belle Epoque‘ erblüht zunächst in herrlichem Kirschrot, um dann verschiedene Rosanuancen zu kombinieren. Ähnlich verhalten sich die Blüten von ’Lilac Beauty‘, die leuchtend violett starten.

Die meisten Schafgarben gedeihen selbst an trockenen Plätzen problemlos. Zur Blütezeit ziehen die farbenfrohen Korbblütler unzählige Insekten an, denn nahezu alle Schafgarben punkten mit einem reichhaltigen Nektar- und Pollenangebot.

Bildunterschrift/ Download: Foto: GMH/Andre Stade
Selbstbewusst und in leuchtende Farben gekleidet, präsentieren moderne Achillea-Sorten ihre imposanten Blütenteller. Alle Schafgarben sind zudem fantastische Schnittblumen und lassen sich sehr gut trocknen.
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Wechsel der Geschäftsführung beim ZBG

Luer folgt auf Hardeweg

(ZBG/ZVG) Das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e. V. (ZBG) steht unter neuer Leitung. Zum 1. Oktober 2020 ist Robert Luer zum neuen Geschäftsführer bestellt worden. Luer ist gelernter Gärtner und hat seinen Master of Sciense im Fach Gartenbauwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover gemacht. Schon als Student war er für das ZBG tätig und ist dort seit 2017 für den Betriebsvergleich zuständig. Der Vorstand freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit Luer in seiner neuen verantwortungsvollen Position.

Luer folgt auf Dr. Bernd Hardeweg, der nach 10jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer die Einrichtung zum 1. Oktober 2020 verlassen hat, um die Nachfolge von Prof. Wolfgang Lentz an der HTW Dresden anzutreten. Damit wird weiterhin ein fachlich ausgewiesener Gartenbauwissenschaftler die Betriebswirtschaftslehre in Gartenbau, Landschaftsbau und Agrarwirtschaft vertreten.

Das ZBG führt im Auftrag der für Landwirtschaft zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden den Betriebsvergleich Gartenbau sowie angewandte Forschungsvorhaben zu betriebs-wirtschaftlichen Fragestellungen im Gartenbau und Aktivitäten zum Wissenstransfer durch. Es hat seinen Sitz an der Leibniz Universität Hannover.


IPM-Ticketshop startet Ende November

Zusagen von rund 900 Ausstellern

(ZVG/IPM) Die Vorbereitungen der kommenden Weltleitmesse des Gartenbaus vom 26. bis zum 29. Januar 2021 in der Messe Essen laufen auf Hochtouren. Bereits rund 900 Aussteller haben ihre Teilnahme zugesagt. Ende November startet der IPM-Ticketshop unter www.ipm-essen.de.

Die Eintrittskarten können ausschließlich online erworben werden. Bei der Registrierung entscheiden die Besucher, an welchem Tag sie die Messe besuchen möchten. Gutscheine können ebenfalls ausschließlich im Online- Ticketshop gegen eine datierte Tageskarte eingetauscht werden. Mit dem Ticketkauf erhalten die Besucher auch den neuen Hygieneleitfaden der Messe. Dieser orientiert sich an der Corona- Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Tageskassen entfallen. Der Einlass erfolgt kontaktlos. Nach derzeitigem Stand dürfen sich 15.000 Besucher pro Tag auf dem Gelände der IPM ESSEN aufhalten.

Für den IPM-Besuch empfiehlt die Messe ihr Tool „Meine Messe“, das über die Website und die IPM-App genutzt werden kann. Das erleichtert unter anderem die Steuerung des Personenaufkommens an den Ständen. Auf dem Messegelände gelten die Leitlinien, die aus dem Alltag inzwischen vertraut sind. Dazu zählen der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den Messehallen. Wer sich an Sitzplätzen auf dem Messestand, auf den Flächen im Freien und an Sitzplätzen in Messerestaurants und –cafés aufhält, kann die Maske ablegen.

Seit 10. September 2020 gelten vereinfachte Einreisebedingungen für Aussteller und Besucher von Messen. Die Bundesregierung hat entschieden, dass Messeteilnehmer unter Vorlage ihrer Eintrittskarte bzw. einer Bestätigung des Messeveranstalters grundsätzlich als Geschäftsreisende mit wichtigem Einreisegrund anzusehen sind. Das bedeutet, dass sie auch dann nach Deutschland einreisen können, wenn ihr Herkunftsstaat nicht zum EU-/Schengen-Raum oder zur Ländergruppe der deutschen Positivliste zählt. Unabhängig davon gelten die Quarantäneverordnungen der Bundesländer, die zurzeit regelmäßig vorsehen, dass Einreisende aus Risikogebieten, wenn sie mit einem negativen Testergebnis einreisen, von der Quarantänepflicht befreit sind. Weitere Informationen unter www.ipm-essen.de.


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