Informationsdienst

Infodienst Nr. 33 vom 11.10.2018

Gartenbau zum Frühstück

Parlamentarisches Frühstück des ZVG in Berlin

(ZVG) Der Vorstand des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) diskutierte am 10. Oktober 2018 über aktuelle gartenbaupolitische Themen mit Abgeordneten und Mitarbeitern des Deutschen Bundestages bei einem parlamentarischen Frühstück in Berlin.

Schwerpunkte der Diskussion zwischen den Vorstandsmitgliedern des ZVG und den Abgeordneten lagen u. a. bei der Pflanzenschutzmittelzulassung speziell auch im Bereich der Lückenindikation, beim einzelbetrieblichen Risikomanagement für Extremwetterereignisse und Quarantäneschaderreger sowie der gartenbaulichen Forschung und Lehre an Universitäten und Instituten.
ZVG-Präsident Jürgen Mertz dankte der Politik sowohl für die Unterstützung beim Kampf um den Erhalt der Zierpflanzenbauforschung am Standort Erfurt als auch für die zusätzlichen Mittel und die Fortführung des Bundesprogramms zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau.

„Das erfolgreiche Bundesprogramm Energieeffizienz ermöglicht es unseren Betrieben, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dass das Programm bis zum Ende der Legislatur fortgeführt werden soll, begrüßen wir vor dem Hintergrund der großen Nachfrage durch die Unternehmen“, erklärt Mertz.

Ebenso betonte der ZVG-Präsident, welchen wichtigen Beitrag der Gartenbau im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit mit seinen Produkten und Dienstleistungen leistet. So trägt Stadtgrün in seiner ganzen Vielfalt zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels und zur Förderung der Biodiversität in Städten und Gemeinden bei. Vor diesem Hintergrund lobte der Präsident das Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“.

Bildunterschrift/ Download: ZVG/Markula
Der Vorstand des ZVG diskutierte bei einem parlamentarischen Frühstück über aktuelle gartenbaupolitische Themen mit Abgeordneten und Mitarbeitern des Deutschen Bundestages.
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Starkes Netzwerk der Verbände

ZVG-Präsident zu Gast auf der 70. Jahrestagung des BDC in Bad Zwischenahn

(ZVG/BDC) Wie wichtig die Zusammenarbeit der Verbände bei der politischen Arbeit ist, betonten Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) und Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG auf der Vorstandssitzung des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Rahmen der 70. Jahrestagung vom 3. bis 5. Oktober 2018 des Verbandes in Bad Zwischenahn.

Vieles, so Mertz, konnte dank guter Zusammenarbeit gemeinsam erreicht werden. Ein Beispiel dafür seien die Übergangsfristen für den Mindestlohn in landwirtschaftlichen Betrieben. Michael Schattenberg, Vorsitzender des BDC, bestätigte den Stellenwert der gemeinsamen Arbeit mit dem Zentralverband in seinem Fazit zum vergangenen Jahr. Die Hitze im Sommer habe bei den Pilzanbauern in ganz Europa Spuren hinterlassen, weil es in vielen Betrieben nicht mehr oder nur mit großem Energieaufwand gelang, die Kulturen zu kühlen. Geringe Mengen und schwankende Qualitäten waren die Folge. Die geringe Strohernte bereite weiterhin Sorge. „In ganz Europa gab es deutlich weniger Stroh. Hinzu kommt die schlechtere Qualität des Strohs. Die Auswirkungen werden erst in den kommenden Monaten abschließend bewertet werden können. Da kommen sicher noch ganz neue Herausforderungen auf uns zu“, erklärte Schattenberg, der selbst zu den Substratproduzenten gehört. Das Champignon-Substrat basiert auf einer Mischung aus Pferdemist, Hühnermist und Stroh.

Mit 69.000 Tonnen bleibt die Produktion für den Frischmarkt von Champignons in Deutschland 2018 stabil. Zusätzlich sind 7.000 Tonnen für die Verarbeitung bestimmt. Weitere 3.150 Tonnen Edelpilze werden produziert. Das sind 200 Tonnen weniger als prognostiziert.

Ein positives Resümee wurde auch zur Aktion Schulpilze gezogen, bei der Boxen mit Kultursubstrat, Anleitungen und aufbereitetem Lehrmaterial an Schulen verschickt werden. Mittlerweile sind 4.500 Boxen an Klassen des 4. Unterrichtsjahres gegangen. Die Resonanz und Nachfrage nach der, vom BDC finanzierten, Aktion bleibt weiterhin sehr hoch.

Mit Florian Fritsche-Hilker, Friesoythe, war ein Referent auf der Vorstandssitzung, der sich auf die Entsorgung von Abfällen aus der Landwirtschaft spezialisiert hat. Wegen der Düngeverordnung ist es in Niedersachsen zurzeit praktisch nicht möglich, das abgetragene Kultursubstrat, also den Champost, in Niedersachsen auf Feldern oder in landwirtschaftlichen Kulturen auszubringen. Die Folge sind hohe Transportkosten beim Exportieren des Champostes in andere Regionen. „Wir müssen den Abnehmern klarmachen, dass es sich bei Champost um einen wertvollen Rohstoff handelt. Außerdem wäre es aus meiner Sicht wichtig, die Logistik beim Abholen bereits bei den Prozenten zu verbessern“ erklärte Fritsche-Hilker.

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Ein Körbchen frischer Pilze ist Gästen des BDC immer gewiss. (v. l. n. r.) BDC-Geschäftsführer Jochen Winkhoff, BDC-Vorsitzender Michael Schattenberg, ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer und ZVG-Präsident Jürgen Mertz.
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Gestärktes „Wir-Gefühl“ in der Pilzbranche

70. BDC-Jahrestagung in Bad Zwischenahn

(ZVG/BDC) Mit mehr als 160 Teilnehmern verzeichnete der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) zu seiner 70. Jahrestagung vom 4. bis 6. Oktober 2018 in Bad Zwischenahn einen neuen Teilnehmerrekord.

Im Rahmen der Tagung konnte das „Wir-Gefühl“ abermals gestärkt werden, resümierte BDC-Vorsitzender Michael Schattenberg. Franz Schmaus, BDC-Ehrenvorsitzender, zog Resümee zu den vergangenen 70 Jahren Verbandsarbeit. Dabei wurde deutlich, dass die aktuellen Probleme, wie zu niedrige Erlöse für die Pilze bei ständig steigenden Kosten und die Knappheit bei den Arbeitskräften, Dauerthemen sind, die den Verband über die Jahre ständig beschäftigen. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Zentralverband und der Bundesfachgruppe Gemüsebau gelang es aber immer wieder, schwierige Themen im Sinne der Mitglieder zu lösen.

Michael Legrand, Grünes Medienhaus, Bonn, stellt den Zuhörern jedes Jahr einen Aspekt aus der Öffentlichkeitsarbeit vor. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf der klassischen Pressearbeit. Journalisten nutzen nicht nur die Meldungen, die im Auftrag des BDC zwölfmal im Jahr verschickt werden, sondern bedienen sich auch aus dem Archiv des GMH. Das GMH hat als Leit-Agentur die strategische Ausrichtung mit konzipiert und die Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit mit koordiniert.

Iris Flentje, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, sprach über das Thema „Was geschieht mit der Familie und dem Betrieb, wenn ich ausfalle?“. Jedes Unternehmen sollte einen Notfallordner haben, in dem zum Beispiel steht, wo sich wichtige Schlüssel befinden, wo Passwörter für Internetzugänge hinterlegt sind und in dem auch wichtige Fristen und Termine verzeichnet sind. Dazu kommen Verträge, wie zum Beispiel Vorsorgevollmachten, die jeder ab einem Alter von 18 Jahren haben sollte. „Ein Fremder, der in den Betrieb kommt, muss mit Hilfe des Ordners die ersten Tage überbrücken können“ unterstrich Flentje, selbst Landwirtin und Unternehmerin.

Mit „Kältetechnik im Speisepilzanbau“ beschäftigte sich Prof. Dr. Jürgen Hermeler, Fachhochschule Bielefeld. Ein Thema, das für die Pilzanbauer immer wichtig ist, weil nicht nur das Produkt Pilz gekühlt und frisch gehalten werden muss, sondern bereits bei der Kultur die Kühlung eine wichtige Rolle für die Fruchtkörperbildung spielt. Weil immer mehr klassische Kühlmittel aus Gründen des Umweltschutzes verboten werden, suchen Techniker und Produzenten nach neuen Wegen. CO2 ist zum Beispiel als Kühlmittel bereits positiv belegt, es brennt nicht und es ist nicht giftig. Doch die Arbeit mit dem Gas, das einfach zu produzieren ist, ist energieaufwendiger als mit den herkömmlichen Kühlmitteln. Hier suchen Industrie und Forschung noch nach Auswegen.

Dr. Matin Rühl, Justus-Liebig-Universität Gießen, informierte über die Themen „Mykropotein – Pilze als Proteinlieferanten“ und „Agrocybe aegerita – Ein Kulturspeisepilz in der Forschung“. Dabei stellte er selbst schwierige Zusammenhänge eindrücklich dar. Mit Chips aus Pilzproteinen, gewachsen auf Abfallstoffen wie verschiedenen Trester-Arten, erhielten die Zuhörer eine schmackhafte Kostprobe.

Joachim Wulfers, Emstek, stellte seinen Bio-Champignon-Betrieb in der Nähe von Cloppenburg vor und rundete damit die Tagung ab.

Die nächste 71. Tagung des BDC wird vom 10. bis 12. Oktober im thüringischen Heilbad Heiligenstadt stattfinden.

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Bestes Herbstwetter und eine erneute Rekordbeteiligung bei der 70. Jahrestagung des BDC in Bad Zwischenahn.
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Fachvorträge mit spannenden Themen und Rednern im Rahmen der 70. BDC-Jahrestagung.
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Franz Schmaus, Ehrenvorsitzender des BDC, zog Resümee zur 70jährigen BDC-Verbandsgeschichte.
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Waldemar Schuller neuer BDC-Stellvertreter

Wahlen beim Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer

(ZVG/BDC) Waldemar Schuller, Hessisch-Oldendorf, ist neuer stellvertretender Vorsitzender des Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC). Die Mitglieder wählten den Hauptgeschäftsführer von Weser-Pilze Dohme auf der Mitgliederversammlung im Rahmen der 70. BDC-Jahrestagung vom 3. bis 5. Oktober 2018 in Bad Zwischenahn.

Schuller löst Michael Böging aus Emstek ab, der kurz vor seinem 65. Lebensjahre seinen Platz für einen jüngeren Nachfolger frei machte. Böging, der sich für den BDC auch schon als Schatzmeister engagiert hat, bleibt dem Verband als Vertreter auf internationaler Ebene erhalten. Dort nimmt der Niedersachse die deutschen Interessen bei der Vereinigung der europäischen Pilzproduzenten (GEPC) wahr.

Als neuen Beisitzer des BDC-Vorstandes wählten die Mitglieder Bernd Böging aus Emstek.

Holger Stoffregen, Emsteck, und Andreas Schmaus, Pöttmes, wurden als neue Mitglieder in den BDC-Beirat gewählt. Hans Deckers, Geldern, Max Dohme, Hessisch-Oldendorf, und Johannes Lücker, Visbek-Rechterfeld, wurden in ihren Ämtern als Mitglieder des BDC-Beirates bestätigt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

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Der neu gewählte Vorstand des BDC: (v. l. n. r.) Vorsitzender Michael Schattenberg, Stellvertreter Waldemar Schuller, Bernd Böging, Schatzmeister Marco Deckers und Dr. Torben Kruse.
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Politische Meldung dieser Woche

Baumschulerlass wird unverändert verlängert

Verwaltungsarme Bewertungsmethode für Baumschulbetriebe bleibt erhalten

(ZVG) Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat sein Schreiben aus dem Jahr 2014 zur Bewertung mehrjähriger Kulturen in Baumschulbetrieben bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres 2020/2021 bzw. des Kalenderjahres 2021 unverändert verlängert. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt den Erhalt der verwaltungsarmen Bewertungsmethode für Kulturen von Baumschulbetrieben.

Mit der Verlängerung des sogenannten Baumschulerlasses bleibt Baumschulbetrieben eine verwaltungsarme Bewertungsmethode zur Ermittlung des Wertes ihrer Kulturen zunächst erhalten.

Eine weitere Verlängerung ist bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres 2022/2023 bzw. des Kalenderjahres 2023 vorgesehen, wenn ab dem Kalenderjahr 2021 statistisch repräsentative Daten von Baumschulbetrieben der Bundesrepublik Deutschland vorliegen. Dies ist dann der Fall, wenn sich ausreichend Baumschulbetriebe am Betriebsvergleich Gartenbau beteiligten.

„Schon bei der letzten Verlängerung des Baumschulerlasses im Jahr 2014 hatte das Bundesfinanzministerium darauf hingewiesen, dass die Datenbasis zur Fortführung der pauschalierenden Bewertungsmethode nach seiner Auffassung zu gering sei“, betonte Helmut Rüskamp, Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Recht und Steuern des ZVG.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Projekt „Betriebsvergleich 4.0“ gestartet, um mehr Betriebe für eine Teilnahme an diesem kostenlosen Betriebsvergleich zu gewinnen. So ist es durch eine frühzeitige Initiative des Berufsstands gelungen, eine erneute Verlängerung des Baumschulerlasses zu erreichen.


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