Informationsdienst

Infodienst Nr. 32 vom 17.09.2020

Klimaziele: ZVG mahnt dringend europäisch einheitliches Vorgehen an

Anhebung der Einsparungsziele kritisch gesehen

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) sieht die vorgeschlagene Anhebung der CO2-Einsparungsziele kritisch und mahnt dringend gemeinsame Standards beim Klimaschutz an. Damit die Unternehmen die nötigen Investitionen in erneuerbare Energien tätigen können, brauchen sie Unterstützung und Entlastungen.

„Wir brauchen dringend ein europäisches gemeinsames Vorgehen beim Klimaschutz, statt nationaler Alleingänge“, betont ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer anlässlich der am 16. September 2020 bekanntgegebenen geplanten Erhöhung der EU-Klimaziele.

„Spätestens jetzt muss ein glasklares System geschaffen werden, damit in jedem EU-Staat einheitlich mit der Umsetzung der Klimaziele umgegangen wird“, so Fleischer weiter. Er warnte vor einer „übereilten Verkündung immer neuer politischer Ziele“. Stattdessen müsse an einer konsistenten Umsetzung der derzeit im parlamentarischen Verfahren befindlichen Gesetzesvorhaben gearbeitet werden, unterstreicht Fleischer mit Blick auf die ebenfalls am 16. September 2020 stattgefundene Anhörung zum Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) im Umweltausschuss des Bundestages. Zur Umsetzung zählen auch zusätzliche Entlastungsmaßnahmen zur angekündigten Absenkung der EEG-Umlage und Unterstützungsprogramme für die betroffenen Betriebe.

Die heimischen gärtnerischen Betriebe stehen in direktem Wettbewerb mit den europäischen Nachbarn. Das Handelsgeschehen ist von einem hohen Importanteil geprägt.


Hintergrund:
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich am 16. September 2020 bei der Plenartagung des Europäischen Parlaments ausgesprochen, die EU-Klimaziele zu verschärfen. Das Einsparziel beim CO2-Ausstoß bis 2030 soll von derzeit 40 Prozent auf 50 Prozent angehoben werden.

Gerade durch die geplante CO2-Bepreisung im Zuge des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) droht den Betrieben eine übermäßige Belastung. Der ZVG hat wiederholt auf diesen Missstand hingewiesen und Handlungsfelder aufgezeigt. Neben der Förderung im Bundesprogramm Energieeffizienz zählen dazu die vollständig zur Absenkung der EEG-Umlage, die Absenkung der Stromsteuer auf den EU-Mindestsatz, eine Erstattung der CO2-Kosten bei Nachweis der Investition in erneuerbare Energien, steuerliche Sonderabschreibungen für Investitionen in erneuerbare Energien sowie ein wirksamer Carbon-Leakage-Schutz.


Fachverband geprüfter Baumpfleger unterstützt die Initiative Nationalerbe-Bäume

Film über den ersten Nationalerbe-Baum erstellt: Die dicke Linde in Heede

(ZVG/FgB) Der Fachverband geprüfter Baumpfleger e. V. (FgB) setzt sich für den Erhalt von Uralt-Bäumen ein. Er unterstützt die Initiative „Nationalerbe-Bäume“ der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft e. V. mit einem Film zum Erhalt des 2019 ersten benannten Nationalerbe-Baumes: der dicken Linde in Heede. Ziel der Initiative ist es, mindestens 100 Uralt-Bäume zu bewahren, aktuell sind fünf benannt.  

Mit ihrem jeweils charakteristischen Wuchs, ihrer Kronenpracht und ihren Verwachsungen wirken Jahrhunderte alte Zeitzeugen auf jeden Betrachter beeindruckend. Dennoch gibt es sie in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern selten. Prof. Andreas Roloff, Institut für Forstbotanik und Forstzoologie der TU Dresden, sowie Leiter des Kuratoriums Nationalerbe-Bäume, begründet dies auch in dem Film des Fachverbandes damit, dass einem sehr stark ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis eine zu späte und oft nicht fachgerechte Pflege jüngerer Bäume gegenübersteht. 

„Wer alte Bäume erhalten will, muss in junge Bäume investieren“, bestätigt auch der Vorsitzende des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger, Jörg Cremer. „Eine zu spät begonnene und vor allem nicht fachgerechte Pflege verringert die Vitalität und Lebensdauer von Bäumen.“ Bäume als Schattenspender, Lebensraum, Sauerstoffproduzenten und lebende Denkmale zu benennen, sollte Baumbesitzern auch eine fachgerechte Pflege wert sein. Der 800 Jahre alte Baumveteran in Heede kann nun noch einige Jahre überdauern, schätzt Fachverbandsmitglied Jürgen Unger, der mit seinem Team den mächtigen Baum mit über 17 Metern Umfang fünf Tage lang bearbeitet hat.Der Film ist auf der Internetseite des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger www.baumpflegeverband.de zu sehen. 

Bildunterschriften/ Downloads: Fotos: Jürgen Unger
Mit 17 Metern Stammumfang beeindruckt die dicke Linde in Heede jeden Betrachter.
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Dank der fachgerechten Baumpflege hat der 800 Jahre alte Baum noch eine Zukunft.
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Ausbildung von Baumpflegern auf neuer Internetseite illustriert

Sieben Mitglieder berichten unter www.baumpflegeverband.de über ihren eigenen Werdegang

(ZVG/FgB) Es gibt aktuell keinen direkten Ausbildungsberuf zum Baumpfleger. Daher weisen die 500 Mitglieder des Fachverbandes geprüfter Baumpfleger e. V. (FgB) auch sehr unterschiedliche Ausbildungs- und Lebenswege bis zu ihrem aktuellen Beruf auf. Auf der neuen Internetseite des Fachverbandes erläutert dieser die notwendigen Qualifikationen und die möglichen Wege zum Berufsziel. Sieben Mitglieder des Fachverbandes veranschaulichen mit ihren Biografien zudem, wie sie ihre Leidenschaft für Bäume entwickelt und daraus einen fachlich fundierten Beruf aufgebaut haben.

„Wir verzeichnen derzeit eine sehr hohe Nachfrage nach unserer Dienstleistung und zugleich ein hohes Interesse bei den Jugendlichen an dem Beruf des Baumpflegers. Wir müssen jetzt in die Ausbildung investieren, inhaltlich und personell“, bekräftigte Jörg Cremer, Vorsitzender des Fachverbandes, die Intention des Mitgliederstärksten Baumpflegefachverbandes, die Ausbildung klarer zu strukturieren. „Mit der bevorstehenden Anerkennung des Fachagrarwirtes auf Meisterniveau haben wir schon die Basis für die Weiterentwicklung der Baumpfleger gelegt, jetzt müssen wir auch noch die Ausbildung selbst stärken“.

Bildunterschrift/ Download: Foto: FgB
Der Beruf des Baumpflegers ist attraktiv für Jugendliche und bietet ihnen auch gute Zukunftsaussichten.
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ISU zeichnet 5 Stauden-Neuheiten aus

Internationales Gremium entscheidet über Awards nach Testphase im Botanischen Garten in Prag

(ZVG/ISU) Für den Neuheiten-Award 2020 der Internationalen Stauden-Union (ISU) reichten acht Züchter bzw. Firmen 53 Staudenneuheiten zur Aufpflanzung im Botanischen Garten in Prag ein. Das Team um Petr Hanzelka pflegte und begutachtete dort die Pflanzen über ihre Wachstumsphase und bewertete diese mit weiteren 11 Staudenexperten aus verschiedenen europäischen Ländern im August abschließend. Neben dem Neuheitenwert, der Standfestigkeit, dem Habitus und der Blütenfülle wurde auch die Widerstandsfähigkeit besonders eingeordnet. „Diese ausgezeichneten Stauden ragen aus dem breiten Spektrum der Sorten klar heraus und wir erwarten, dass sie unser Angebot langfristig bereichern“, fasste der Vorsitzende der ISU- Sichtungskommission, Jonas Bengtsson, Schweden, das Ergebnis zusammen. Die Internationale Stauden-Union hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, langlebige Stauden zu prämieren, die eine spannungsreiche Gartengestaltung auch durch sehr unterschiedliche Pflanzenhöhen ermöglicht. Bengtsson dankte dem Botanischen Garten in der tschechischen Hauptstadt für die sehr gute Betreuung und Kooperation.

Ausgezeichnet wurden folgende Stauden:

Nepeta 'Bokratune’ Neptune
Züchter: Vitroflora Grupa Producentów
Diese Nepeta-Sorte bleibt niedriger und kompakter als andere Nepeta dieser Art. Sie wächst ca. 70 cm hoch und gut verzweigt mit starken Stielen, die nicht auseinanderfallen. Die Staude blüht reich von Juni bis Juli in einem dunkelblau-violetten Farbton. Wenn die Blüte vorbei ist, geben die dunklen Ähren weiterhin Farbe. Die Blätter haben ein frisches Grün. Die Sorte bevorzugt eine sonnige Position in normalem Gartenboden, der nicht zu trocken sein sollte.
Bildunterschrift/ Download: Foto: Vitroflora Grupa Producentów
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Andropogon gerardii 'Darkhawks' BLACKHAWKS
Züchter: Henk de Jong, CNB
Dieses Gras ist ungewöhnlich dunkellaubig und bildet mit vielen Stauden einen schönen Kontrast im Beet. Sie wird bis zu 150 cm hoch und die Blüten sind von Juli bis September burgunderrot. Die Blätter beginnen mit einer tiefgrünen Ausfärbung und verblassen zu lila-schwarz. Diese Grassorte bevorzugt einen sonnigen Standort.
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Silphium terebinthinaceum 'Moa Ven Toh'
Züchter: Spruyt Select GCV
'Moa Ven Toh' ist stabiler und anmutiger als die üblichen Sorten der Art. Die Blätter sind lang und herzförmig, das Laub wird nur etwa 30 cm lang. Von August bis September blüht die Staude in Gelb-orange an der Spitze eines 250 cm hohen, eleganten Stiels. Es bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte in normalen bis feuchten Böden.
Bildunterschrift/ Download: Foto: Spruyt Select GCV
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Epimedium 'Sunny and Share'
Züchter: Villier Vaste Planten V.o.f.i.c.m. Compass Plants BV
Die kleinen grünen Blätter sind schön mit Bronzetönen gesprenkelt und das Laub ist im März-April mit gelben Blüten bedeckt. `Sunny and Share´ produziert eine unglaubliche Anzahl kurzer Blütenspitzen mit kleinen gelben Glocken. Diese Sorte ist eine der am längsten blühenden Epimedien und bringt oft bis in den Hochsommer hinein Blüten hervor. Sie bedeckt den Boden weitreichend – in fünf Jahren haben Einzelpflanzen einen breiten, immergrünen Teppich gebildet. Die Blätter werden um 25-30 cm hoch, mit den Blüten wächst die Sorte auf 30-35 cm. Sie bevorzugt einen guten lehmigen Boden in sonnig bis zu lichter Schattenlage.
Bildunterschrift/ Download: Foto: Villier Vaste Planten V.o.f.i.c.m. Compass Plants BV
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Dicentra spectabilis 'Cupid'
Züchter: Henk de Jong, CNB
Die Sorte `Cupid´ blüht von April bis Juni mit blassrosa Blüten. Sie wächst in sonniger bis halbsonniger Lage in gutem Gartenboden. Die Pflanze ist kompakt, die Blätter werden ca. 60 cm hoch und die Blüten ca. 80 cm.
Bildunterschrift/ Download: Foto: Henk de Jong, CNB
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