Informationsdienst

Infodienst Nr. 31 vom 10.09.2020

Insektenschutz braucht Beratung

ZVG lehnt grundsätzliche Verbote weiter ab

(ZVG/Fachgruppe Obstbau) Der Gartenbau ist bereit, kooperativ am Insektenschutzprogramm mitzuarbeiten und setzt dabei auf eine gemeinschaftliche Verständigung zwischen Produktion und Naturschutz. Anlässlich des Fachgespräches im Bundeslandwirtschaftsministerium am 9. September 2020 bekräftigten der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und die Fachgruppe Obstbau ihre ablehnende Haltung gegenüber Pauschalverboten und mahnten eine Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes an. Dazu bedarf es eines begleitenden umfassenden Förderprogrammes sowie Unterstützung der Praxis durch Beratung.

„Wir brauchen kultur- und regionenbezogene Regelungen für den integrierten Pflanzenschutz, mit denen der Obstbau in Schutzgebieten weiter möglich ist - dazu gehören letztlich auch chemische Pflanzenschutzmittel“, betont der Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau, Jens Stechmann. Diese Regelungen zum Pflanzenschutz gehören allerdings ins Fachrecht und nicht ins Wasserhaushaltsgesetz.

Der stellvertretende ZVG-Generalsekretär, Dr. Hans Joachim Brinkjans, sieht zusätzliche Maßnahmen kritisch, die über das Aktionsprogramm Insektenschutz hinausgehen. Eine grundlegende neue Zielausrichtung des Bundesnaturschutzgesetzes ist seiner Einschätzung nach nicht nötig.


Hintergrund:
Wiederholt hatte der ZVG vor pauschalen Verboten und pauschalen Minderungszielen bei dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gewarnt und sich stattdessen für Kooperationen und angepasste Maßnahmen vor Ort ausgesprochen.

Im Gartenbau spielt die Biodiversität eine große Rolle. Im eigenen Interesse wurden in den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten für den Insektenschutz unternommen. Dies belegen nicht zuletzt Biodiversitätsuntersuchungen verschiedener Forschungseinrichtungen auf Anbauflächen.


Zukunftskommission: ZVG hält europäischen Ansatz für notwendig

Forderungskatalog veröffentlicht

(ZVG) Um die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) zum Erfolg zu führen, spricht sich der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) für einen europäischen Ansatz aus. Angesichts der gesellschaftlichen Debatte und steigender Anforderungen an die Betriebe darf zudem die Wirtschaftlichkeit der Betriebe nicht vergessen werden. Zur ersten Sitzung der Zukunftskommission am 7. September 2020 hat der ZVG einen Forderungskatalog veröffentlicht.

In dem Forderungskatalog führt der ZVG die aus seiner Sicht nötigen Punkte auf, um die Belange der gärtnerischen Branche in der Arbeit der Zukunftskommission zu berücksichtigen. Dazu zählen u. a. Antworten auf Klimaveränderungen, faire Handelsbeziehungen in der Lieferkette und Städtebauplanung und -förderung. Die gemeinsame Klammer hierfür bildet der Europäische Rahmen.

„Die gärtnerischen und landwirtschaftlichen Betriebe agieren auf einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt und stehen im direkten Wettbewerb mit ihren europäischen Nachbarn“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz, der für den ZVG an der Sitzung in Berlin teilnimmt. Deshalb müssen europäische Lösungen gefunden werden.

Zudem können die gärtnerischen Betriebe nicht alle heutigen Herausforderung ad hoc aus dem Stand stemmen, so Mertz weiter. Sie brauchen Übergangsphasen, Unterstützung über Investitionsförderungen oder Forschungsprojekte sowie letztlich Hilfe zur Selbsthilfe.

Der ZVG-Präsident erinnert an die Leistungen des Gartenbaus für die regionale Versorgung der Bevölkerung und die Artenvielfalt in Gärten und Städten. Diese Leistungen müssen in der Gesellschaft anerkannt werden.

Der Forderungskatalog kann hier heruntergeladen werden:
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Workshop zum Online-Berichtsheft am 5. November 2020

Angebot für Ausbilder

(ZVG) Das Online-Berichtsheft des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) ist Thema eines digitalen Workshops am 5. November 2020.

Der in Zusammenarbeit mit dem ZVG konzipierte Workshop gibt einen genauen Überblick über das Online-Berichtsheft für Gärtner/innen des Zentralverbandes und klärt zahlreiche Fragen. Unter anderem geht es um die Voraussetzungen für das Arbeiten mit dem Online-Berichtsheft und die möglichen Arbeitserleichterungen. Was unterscheidet das Online-Berichtsheft für Gärtner vom digital geführten Berichtsheft? Welche Anforderungen werden an die Auszubildenden gestellt?

Das Seminar wird im Rahmen des INTERREG VA-Projekts Regional Skills Labs durchgeführt. Die Teilnahme ist für Mitgliedsbetriebe kostenfrei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung per Mail bei Samia El Baghdadi unter elbaghdadi@imbse-gmbh.de.


Bildungsstätte Grünberg: zwei neue Zertifikate ab 2021

Jahresprogramm fertiggestellt

(Bildungsstätte/ZVG) Die Bildungsstätte Grünberg hat ihr Jahresprogramm für 2021 fertiggestellt. Neben bewährten Angeboten wird es auch einige Neuerungen geben.

So wurde aufgrund der steigenden Anfragen an Dienstleistungsbetriebe das Grünberg-Zertifikat Obstbaumpflege und das Grünberg-Zertifikat Grünpflege ins Leben gerufen. Die kompakten Fortbildungsmöglichkeiten richten sich an Gärtner aber auch an Quereinsteiger, die sich im Bereich Dienstleistung weiterentwickeln wollen. Mithilfe des Seminars GZ Grünpflege können auch motivierte ungelernte Arbeitskräfte schnell und flexibel in der Grünpflege eingesetzt werden.

In der neuen Seminarreihe „Keim Dein Wissen“, die in Kooperation mit den Junggärtnern entstanden ist, erhalten junge Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ) e. V. bis zum Alter von 25 Jahren eine Ermäßigung auf die Lehrgangsgebühr.

Im Sachgebiet Managementwissen stehen die Herausforderungen der Zukunft im Mittelpunkt. So geht es beispielsweise im Seminar „Pflanzen- und Gartenfotografie für Social Media, Marketing & Co“ um die richtige Motivauswahl für Homepage oder Social-Media-Auftritte.

Das komplette Programm sowie Aktualisierungen und Ergänzungen unter www.bildungsstaette-gartenbau.de.


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