Informationsdienst

Infodienst Nr. 28 vom 09.07.2020

Zukunftskommission Landwirtschaft

Tragfähige Lebensmittelproduktion mit Umweltschutz in Einklang bringen

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt den Vorstoß der Bundesregierung, eine Zukunftskommission Landwirtschaft zu gründen, um die Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Lebensmittelproduktion und den Belangen des Umweltschutzes zu lösen. Die Einberufung von ZVG-Präsident Jürgen Mertz als Mitglied in die Kommission ist ein positives Signal für die ganze Branche. So kann sichergestellt werden, dass die Expertise des Gartenbaus als auch die des deutschen Obst- und Gemüsebaus eingebracht werden kann.

„Zukunftsfragen im Agrarsektor können nur mit allen Akteuren gemeinsam vorangetrieben werden. Die Zukunftskommission Landwirtschaft bietet Potenzial und Chance zugleich, die unterschiedlichen Interessen auf den Tisch zu bringen“, erläutert Mertz. Nur gemeinsam mit der Branche können Lösungen gefunden werden.

Ziele der Kommission sind, Lösungen für eine wirtschaftlich nachhaltige Lebensmittelproduktion zu finden, die mit den verstärkten Zielen des Klima- und Umweltschutzes vereinbar sind sowie die Diskrepanz zwischen Preisbewusstsein und steigenden Verbrauchererwartungen aufzulösen. Der ZVG weist auf die Verantwortung aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette hin. So bedarf es fairer Handelspraktiken in der Lebensmittelkette, vom Erzeuger über den Lebensmitteleinzelhandel bis zum Verbraucher.


Hintergrund:
Das Bundeskabinett hat am 8. Juli 2020 zugestimmt, die Zukunftskommission Landwirtschaft einzusetzen. Die Einsetzung war wesentliches Ergebnis des Agrargipfels, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, rund 40 landwirtschaftliche Verbände eingeladen hatten. Die Kommission soll unter Einbindung von Praktikern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherverbänden, praxistaugliche Empfehlungen erarbeiten und für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft sorgen. Es geht darum, ein übergreifendes gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie mehr Klima- und Umweltschutz, Biodiversität und Tierwohl mit den fundamentalen Aufgaben der Erntesicherung und der ökonomischen Tragfähigkeit zusammengebracht werden können. Im Herbst soll die Kommission einen Zwischenbericht mit ersten Empfehlungen abgeben. Der Abschlussbericht soll laut Landwirtschaftsministerium mit der Auflösung des Gremiums im Sommer 2021 vorliegen.


ZVG steht zum Arbeits- und Hygieneschutz

Gleichsetzung mit der Fleischbranche kritisiert

(ZVG) Mit großem Bedauern nimmt der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) die wiederholte Gleichsetzung der Arbeitsbedingungen in der Fleischwirtschaft mit der Saisonarbeit im Gartenbau und in der Landwirtschaft und damit vor allem auch im Bereich Obst und Gemüse zur Kenntnis. Anlässlich der Debatte am 2. Juli 2020 im Bundestag warnen die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im ZVG und die Bundesfachgruppe Obstbau vor falschen Verallgemeinerungen und mahnen eine differenzierte Betrachtung an.

Die Arbeitsbedingungen der Saisonarbeitskräfte sind nicht annähernd vergleichbar mit denen in der Fleischbranche, betonten Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im ZVG und Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau.

Der ZVG und die Fachgruppen hatten frühzeitig ein Hygienekonzept für die Unterbringung der Saisonarbeitskräfte und die Arbeitsabläufe erarbeitet, stellt Ufen klar. Die Sicherheit der Mitarbeiter stand dabei von Anfang an im Fokus. Der BfG-Vorsitzende kritisiert die pauschalen massiven Vorwürfe an die Obst- und Gemüsebranche und wirbt für eine fachlich-sachliche Diskussion.

Am 2. April 2020 haben Bundeslandwirtschaftsministerium, Bundeswirtschaftsministerium, Robert Koch-Institut (RKI) und Deutscher Bauernverband (DBV) gemeinsam ein Konzeptpapier erarbeitet, um die Einreise der Saisonarbeitskräfte zu organisieren und den Arbeits- und Hygieneschutz zu gewährleisten. Dieses Konzept haben wir von Anfang an mitgetragen, erinnert Stechmann. Bei der derzeit geltenden Regelung wird begrüßenswerter Weise zudem die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) und ihre Expertise bei den Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen in den Fokus gerückt.

Es war und ist unabdingbar, dass die Betriebe die Vorgaben zur Unterbringung und zum Arbeitsschutz strikt einhalten, unterstreichen Ufen und Stechmann. Darauf haben wir die Betriebe eindrücklich hingewiesen. Verstöße gegen die vorgeschriebenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen unbedingt geahndet werden.

Wir begrüßen die Kontrollen des Zoll in den Betrieben vom 19. Juli 2020, wenn auch der Auftritt der Beamten vor Ort nicht in allen Fällen als verhältnismäßig angesehen werden kann, so die Fachgruppenvorsitzenden. Die wenigen schwarzen Schafe konnten durch die Kontrollen identifiziert werden. Für das Vergehen einzelner unverantwortlicher Betriebe dürfe aber nicht die Branche in Sippenhaft genommen werden.

In Gartenbau und Landwirtschaft werden die Saisonarbeitskräfte direkt bei den Betrieben angestellt und nicht im Rahmen von Werksverträgen, machen Stechmann und Ufen deutlich. Diese Situation mit der Fleischindustrie gleichzusetzen, die oft mit mehreren Subunternehmern arbeite, sei unverantwortlich. Arbeitgeberseitig gestellter oder vermittelter Wohnraum wird bereits jetzt durch die Arbeitsstättenverordnung geregelt.


Hintergrund:
Der Bundestag hat einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen in den Ausschuss für Arbeit und Soziales und den für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen, in dem auf „faire Arbeitsbedingungen und angemessenen Gesundheitsschutz für Beschäftigte in der Fleischbranche und Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft“ gedrängt wird. Unter anderem wird vorausgesetzt, dass sich die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitskräften sich „nur unwesentlich“ von den Zuständen in der Fleischbranche unterscheiden. Dagegen verwehren sich der ZVG und die Fachgruppen entschieden.


BDC: Erfolgreiche Schulpilzaktion wird fortgesetzt

Werbeausschuss als Telefonkonferenz

(BDC/ZVG) Der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) wird seine Unterrichtsmaterialien in Rücksprache mit den Nutzern – Pädagogen und Lehrern der Grundschulen – überarbeiten. Darauf verständigten sich der BDC-Werbeausschuss am 5. Mai 2020 per Telefonkonferenz.

Die Mitglieder des Ausschusses waren sich außerdem einig, die Schulaktion weiter zu finanzieren. Für den nächsten Herbst stellt der BDC wie gewohnt Boxen für die kostenfreie Versendung an Schulen zur Verfügung.

Thematisiert wurden auch die erfolgreichen Presseaussendungen des Grünen Medienhauses (GMH). Der BDC will weiterhin mit der bewährten Themenmischung aus klassischen Pilzthemen und Gesundheitstipps arbeiten. Nach dem gelungenen Relaunch der Webseite rücken die Social-Media-Kanäle in den Fokus. Unter anderem wurde beschlossen, Kurzvideos mit dem Pilzbotschafter Peter Marseille zur BUGA 2021 Erfurt zu drehen. Außerdem ist ein neues Fotolayout einstimmig beschlossen worden.


In eigener Sache: Sommerpause des ZVG-Infodienstes

Pressestelle weiterhin erreichbar

(ZVG) Der Infodienst des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) geht in eine sechswöchige Sommerpause. Ab dem 24. August 2020 versorgen wir Sie wieder mit Meldungen aus dem ZVG, den Bundesfachverbänden und den Bundesfachgruppen.

Die Pressestelle ist weiterhin erreichbar.


Zurück

© Zentralverband Gartenbau e.V.