Informationsdienst

Infodienst Nr. 27 vom 02.07.2020

Klima schützen – Wirtschaftskraft erhalten

ZVG zum Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt den hohen Stellenwert von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit im Programm der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2020 begann. Nur ein europäischer einheitlicher Ansatz unter Einbeziehung aller Stakeholder wird die ambitionierte Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutzpolitik zum Erfolg führen, ist der ZVG überzeugt.

„Die gärtnerischen Unternehmen tragen bereits heute zum Klima- und Umweltschutz bei“, unterstreicht ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Um diese Ambitionen noch weiter auszubauen, müssen sie allerdings handlungs- und wettbewerbsfähig bleiben.

Der ZVG befürwortet ausdrücklich die Ankündigung der Bundesregierung, eine nachhaltige und ausgewogene Raum- und Stadtentwicklung voranzubringen und die „Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ fortzuschreiben. Dabei muss dringend das urbane Grün berücksichtigt werden. Wie von den für Stadtentwicklung zuständigen Ministern der Mitgliedstaaten bereits 2007 in der Charta folgerichtig erkannt, spielt die Qualität von öffentlichen Räumen und urbanen Kulturlandschaften für die Stadtbevölkerung eine zentrale Rolle.

Eine Verschärfung der Klimaziele für 2030 im EU-Klimagesetz sieht der ZVG dagegen kritisch. Die Zielvorgaben müssen realistisch und erreichbar sein, betont Mertz. Die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe im Binnenmarkt darf nicht weiter gefährdet werden, insbesondere durch nationale zusätzliche Maßnahmen.

Notwendig ist zudem eine europäische Harmonisierung der CO2-Bepreisung verbunden mit unterstützenden Maßnahmen für die Betriebe. Durch Effizienzsteigerung und Umstellung auf erneuerbare Energien wird der Gartenbau einen noch stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Mit Blick auf die „Farm-to-Fork“-Strategie (Vom Hof auf den Tisch) und der Biodiversitätsstrategie 2030 weist der ZVG auf den notwendigen zusätzlichen Finanzbedarf für Anpassungsmaßnahmen hin. Eine einseitige Betrachtung der Aufwandmenge, wie vorgeschlagen, hält der ZVG nicht für zielführend. Notwendig ist stattdessen eine Minderung des Risikos der Pflanzenschutzanwendung.


Hintergrund:
Am 1. Juli 2020 hat Deutschland für ein halbes Jahr den Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Die Arbeitsschwerpunkte wurden gestern unter dem Motto „Gemeinsam. Europa wieder stark machen.“ veröffentlicht. Unter anderem will die Bundesregierung die Ratsschlussfolgerungen zu der neuen EU-Biodiversitätsstrategie auf den Weg bringen, die Beratung des Entwurfs eines europäischen Klimagesetzes im Rat abzuschließen und die Einführung einer moderaten CO2-Mindestbepreisung im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) diskutieren.


Obst und Gemüse darf nicht zu Ramsch verkommen

Verbraucher honorieren heimische und nachhaltige Produktion

(ZVG) Vor einem Verramschen von heimischem Obst und Gemüse warnen die Bundesfachgruppe Gemüse (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und die Bundesfachgruppe Obstbau. Anlässlich der gestrigen Anhörung im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft zum Thema Lebensmittelverschwendung verweisen die Bundesfachgruppengeschäftsführer Laura Lafuente und Joerg Hilbers auf den hohen Stellenwert einer heimischen Produktion und mahnen faire Handelspraktiken in der Lebensmittelkette an. Somit kann ein wichtiger Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung geleistet werden.

„Die Verbraucher honorieren eine nachhaltige und sozial verantwortliche Produktion von Obst und Gemüse“, betonen Lafuente und Hilbers. Das zeigen nicht zuletzt die gestiegenen Lebensmittelpreise im Zuge der Corona-Pandemie.

Akzeptanz und Wertschätzung sind für alle Handelspartner in der Lebensmittelkette wichtig, so die beiden Geschäftsführer. Obst und Gemüse dürfe nicht zu Billigware verkommen. Lafuente und Hilbers erinnern an die anstehende Umsetzung der Richtlinie zu Unlauteren Handelspraktiken (UTP) in deutsches Recht. Sie bekräftigen außerdem die Forderung der Verbände, problematische Praktiken des Einzelhandels zu unterbinden. Dazu zählen kurzfristige Stornierungen, einseitige rückwirkende Änderungen der Liefervereinbarung oder verspätete Zahlungen für verderbliche Waren nach Ablauf des Lieferzeitraums.


Hintergrund:
Der Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft beschäftigte sich am 30. Juni 2020 in einer Anhörung zum Thema Lebensmittelverschwendung. Grundlage war ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen im Rahmen der nationalen Strategie gegen Lebensmittelverschwendung für alle Stufen der Wertschöpfungskette verbindliche Reduktionsziele sowie Sanktionsmöglichkeiten zu vereinbaren.

Laut Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) stiegen die Verbraucherpreise für Obst und Gemüse im April 2020 gegenüber dem Vorjahr erheblich. Für Obst etwa zahlten die Verbraucher demnach 11 Prozent mehr, für Gemüse waren es 6,5 Prozent. Im Mai 2020 lag die Teuerungsrate für Obst bei 10,5 Prozent, bei Gemüse waren es 2,7 Prozent.


Mertz: Bedeutung von regionaler Wirtschaftskraft erkannt

ZVG zum Tag der Kleinst-, klein- und mittleren Unternehmen

(ZVG) Passende Rahmenbedingungen und einen deutlichen Bürokratieabbau mahnt der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) für die überwiegend klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) des deutschen Gartenbaus anlässlich des Internationalen Tages der Kleinst-, klein- und mittleren Unternehmen am 27. Juni an.

„Die letzten Wochen und Monate haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig regionale Wirtschaftskraft, Versorgungs- und Infrastrukturen sind“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Für den Fortbestand der kleinen und mittelständischen Gartenbaubetriebe bleiben Rechtssicherheit und Bürokratieabbau von zentraler Bedeutung.

Dabei sehen sich die Gärtner ständig steigenden Anforderungen ausgesetzt, sei es in der Produktion oder Verwaltung der Betriebe, ohne dass sich die Mehrkosten in höheren Preisen niederschlagen.

Der deutsche Gartenbau stellt sich seiner Verantwortung, unterstreicht Mertz. In der Verantwortung der Entscheider liegt es aber, politische Rahmenbedingungen und Perspektiven zu schaffen, um den Betrieben in einem immer schärfer werdenden Wettbewerb die nötige Sicherheit zu geben. Nur so werden die nötigen Investitionen und Veränderungen für die Zukunft angegangen werden.


Hintergrund:
Im Jahr 2017 haben die Vereinten Nationen zum ersten Mal den 27. Juni als internationalen KMU-Tag ausgerufen, um die große Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) für die Weiterentwicklung und das Wachstum der Volkswirtschaften sowie deren Beitrag zum Wohlstand der Bevölkerung zu vermitteln.


25 Jahre Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum

Festliche Baumpflanzung zum Jubiläum

(ZVG/GARTENBAUMUSEUM) Mit der Pflanzung eines Apfelbaums (Roter Boskop SH‘ 26) im Festungsgraben des Deutschen Gartenbaumuseums Erfurt (DGM) wurde das 25. Jubiläum der Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum begangen und ein wichtiger Schritt für das neu gestaltete Außengelände des Museums offiziell eingeweiht.

Ulrich Haage, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Thüringen, Torsten Weil, Staatsekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) und Andreas Bausewein, Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, griffen gemeinsam zum Spaten. Der neue Apfelbaum im Festungsgraben soll symbolisch für einen Ausstellungsraum im Museum sowie für die Kernidentität des Hauses, den Gartenbau, stehen.

„In Erfurt finden Vergangenheit und Zukunft des Gartenbaus zusammen“, betonte Haage. Die Stadt blickt nicht nur auf eine lange gärtnerische Geschichte zurück. Sie ist außerdem ein wichtiges Zentrum für den Berufsstand geblieben. Mit der Fachhochschule, dem Bildungszentrum für die überbetriebliche Ausbildung sowie der Forschungsstelle für gartenbauliche Kulturpflanzen (FGK) werden die Gartenbauexperten von Morgen ausgebildet und wichtige Zukunftsfragen geklärt. Das Deutsche Gartenbaumuseum ist wichtiges Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.“

Das Deutsche Gartenbaumuseum Erfurt wurde 1995 als Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Erfurt gegründet. Die Stiftung verfolgt gemeinnützige Zwecke. Zu ihren Zielen gehört die öffentliche museale Darstellung der Geschichte und Entwicklung des deutschen Gartenbaus und der Gartenkunst von den frühesten Nachweisen bis in die Gegenwart. Träger der Stiftung sind der Freistaat Thüringen, die Stadt Erfurt und der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG).


Kampagne Snack5 nimmt an Fahrt auf

Exkursionsbetriebe gesucht

(BfG/ZVG) Die neue Kampagne Snack5 nimmt an Fahrt auf. Wie auf der Mitgliederversammlung des Vereins „5amTag“ am 23. Juni 2020 per Videokonferenz berichtet wurde, liegt der Fokus der Kampagne auf Zwischenmahlzeiten und dem Außer-Haus-Verzehr. Zusammen mit der österreichischen Agrarmarkt Austria ist diese EU-geförderte Kampagne 2019 entstanden und setzt die geplanten Maßnahmen nun um.

Die Snack5-Kampagne informiert online, auf Social-Media-Kanälen, auf Messen, aber auch in Unternehmen und in Schulen. Über die Informationsveranstaltungen, Führungen durch Gartenbaubetriebe für Schüler, durch das Verteilen von Äpfeln zum Tag des Apfels und viele weitere Maßnahmen in Deutschland und Österreich wurde in der Videokonferenz ausgetauscht.

In Österreich sind bereits Gemüsebaubetriebe von Schulklassen besichtigt worden. Aus dem Vorstand der Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) haben sich bereits einige Betriebe gefunden, die sich als Exkursionsziel anbieten wollen. Wann endlich Schulklassen den deutschen Gemüseanbau besichtigen können, wird aber vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen.

Wer als Mitglied sich über Material wie Flyer, Anleitungen oder Saisonkalender von „5amTag“ informieren möchte, kann sich an die Geschäftsstelle der Bundesfachgruppe wenden. Seit fast 20 Jahren ist die Bundesfachgruppe Gemüsebau Mitglied im Verein „5amTag“. Zu den Mitgliedern gehört die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Deutsche Krebsgesellschaft, aber auch Krankenkassen, Ministerien, Stiftungen und zahlreiche Partner aus der Wirtschaft wie die Rewe Gruppe, Lidl, sowie die Behr AG, die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. (BVEO) und die Bundesfachgruppe Obst.


Prof. Rolf Röber verstorben

Engagierter Forscher für Hydrokultur und Zierpflanzenbau

(ZVG/ HSWT) Der ehemalige, langjährige Professor der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) Rolf Röber ist tot. Wie die HSWT bekanntgab, verstarb der Hochschullehrer und Wissenschaftler Mitte Juni 2020 im Alter von 78 Jahren.

„Wir verlieren einen engagierten Forscher und Wegbereiter für die Hydrokultur“, erklärte Christian Engelke, Vorsitzender des Fachverbandes Raumbegrünung und Hydrokultur (FvRH) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). Röber war ein enger Wegbegleiter für die Fachgruppe Hydrokultur des ZVG (jetzt FvRH). So sind die von der Fachgruppe veranstalteten Euroforen mit seiner Unterstützung zu einem international anerkannten Format geworden. Röber befasste sich außerdem bereits vor Jahren mit Torfersatzstoffen, umweltfreundlichen Kulturtöpfen, neuen Kulturverfahren und dem sparsamen Umgang mit Wasser. Er wurde 2006 vom ZVG mit der Ernst Schröder Münze für seine herausragenden Leistungen für den Berufsstand ausgezeichnet.

Röber trat nach dem Gartenbaustudium an der damaligen Technischen Universität (TU) Hannover 1966 eine Assistentenstelle am Institut für Pflanzenernährung der dortigen Fakultät für Gartenbau und Landeskultur an, wo er 1969 promovierte. Nach einer Tätigkeit in einem Forschungsinstitut der Düngemittelindustrie wechselte er 1972 als wissenschaftlicher Angestellter an das Institut für Zierpflanzenbau der Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränketechnologie und Landespflege in Geisenheim. Im Jahr 1980 folgte er dem Ruf als Professor für Zierpflanzenbau an die HSWT. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2006 lehrte er das Fachgebiet Zierpflanzenbau.


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