Informationsdienst

Infodienst Nr. 25 vom 18.06.2020

Grüne Verbände legen sich zur Torfreduktion fest

Branchenempfehlung von ZVG, BdB, BHB und VDG

(ZVG/BdB/BHB/VDG) Die grünen Verbände streben an, den Torfanteil in Blumenerden für den Hobbybereich bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um mindestens 70 Prozent zu reduzieren. Zusätzlich wird bis 2025 eine Reduktion um mindestens 20 Prozent Torfanteil in Kultursubstraten in der gärtnerischen Produktion von Zierpflanzen, Stauden und Gehölzen und bis 2030 um mindestens 30 Prozent angestrebt.

Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG), der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e. V., der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V. (BHB) und der Verband Deutscher Garten-Center e. V. (VDG) veröffentlichen eine entsprechende Branchenempfehlung zur Reduktion des Torfeinsatzes. Der Fokus liegt dabei im Fachhandel (wie. z. B. Einzelhandelsgärtnereien, Bau- und Gartenmärkte, Gartencenter, GartenBaumschulen etc.) auf der Reduktion des Torfeinsatzes bei Produkten für den Endverbraucher.

Alle Beteiligten, von der Produktion bis zum Fachhandel, setzen sich kontinuierlich für eine Reduktion des Torfanteils in Blumenerden und Kultursubstraten ein, soweit dies technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Die Unternehmen des Fachhandels und der gärtnerischen Produktion setzen die Reduktion von Torf in Blumenerden und Kultursubstraten in die Praxis um. Sie sollen die vor- und nachgelagerten Marktpartner davon überzeugen, die angestrebten Reduktionsziele ebenfalls umzusetzen. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von nachhaltigen Torfersatzstoffen.

Die Verringerung des Torfanteils in Sackerden für den Endverbraucher und im produzierenden Gartenbau kann einen Beitrag leisten, die CO2-Emmission zu reduzieren und die Ziele des Klimaschutzplanes 2050 einzuhalten, betonten ZVG, BdB, BHB und VDG in der Branchenempfehlung. Bereits heute sind torffreie und torfreduzierte Substrate im Handel und im Produktionsgartenbau im Einsatz.

ZVG, BdB, BHB und VDG begrüßen in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch die Ziele der Erdenindustrie, den Torfanteil in Hobbyerden und bei Kultursubstraten zu verringern.

Bei allen freiwilligen und geplanten Maßnahmen darf allerdings nicht vergessen werden, dass der Handel mit Blumenerden grenzüberschreitend erfolgt, machen die Verbände deutlich. Um Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten des deutschen Fachhandels und der gärtnerischen Produktion zu vermeiden, bedarf es einer übergeordneten europäischen Vorgehensweise.

Die Branchenempfehlung zur Reduktion des Torfeinsatzes von ZVG, BdB, BHB und VDG kann hier heruntergeladen werden:
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Hintergrund:
Aufgrund seiner herausragenden physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften ist Torf nach wie vor wichtigster Substratausgangsstoff. Seit längerer Zeit laufen Versuche mit Ersatzstoffen, um die Verwendung von Torf zu reduzieren. Laut Klimaschutzplan 2050 soll die Verwendung von Torf als Kultursubstrat deutlich zurückgeführt werden.

Der Industrieverband Garten (IVG) hat eine Selbstverpflichtung der Substratindustrie zur Torfminderung veröffentlicht. Darin bekennt sich die Erdenindustrie dazu, bis 2025 den Anteil von anderen Ausgangsstoffen als Torf in Hobbyerden auf 50 Prozent und bei Kultursubstraten auf 20 Prozent zu erhöhen. In einem zweiten Schritt sollen die Anteile von anderen Ausgangsstoffen ab 2030 auf 70 Prozent bei Hobbyerden und auf 30 Prozent bei Kultursubstraten angehoben werden.


ZVG mahnt ausreichende Mittel- und Wirkstoffpalette an

Zahl der fehlenden Anwendung bereits katastrophal

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) drängt auf eine ausreichende Mittel- und Wirkstoffpalette beim Pflanzenschutz, um die Produktion sowohl für den integrierten als auch für den biologischen Anbau zu sichern. Sonst sind deutliche Ertragseinbrüche bei den Betrieben zu befürchten, bis hin zu wirtschaftlichen Schieflagen, warnt der ZVG anlässlich der Anhörung am 15. Juni 2020 zu Pflanzenschutzmitteln im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

„Die Zahl der fehlenden Anwendungen ist bereits jetzt katastrophal“, betont der stellvertretende ZVG-Generalsekretär Dr. Hans Joachim Brinkjans. So können viele zentrale Schaderreger nur über sogenannte Notfallzulassungen bekämpft werden, die jeweils sehr kurzfristig und für Produzenten nicht planbar ausgesprochen werden. Die Bund-Länder-AG Lückenindikation arbeitet mit hohem Engagement daran, Indikationslücken zu schließen. Sie kann diese aber nicht vollständig kompensieren.

Zukünftig werden zudem neue invasive Schaderreger den Gartenbau vor große Herausforderungen stellen, führt Brinkjans weiter aus. Durch den Wegfall von Wirkstoffen, Resistenzbildungen und klimatischen Veränderungen treten Schaderreger wieder stärker auf, die bisher als ausreichend kontrolliert gelten.

Der stellvertretende ZVG-Generalsekretär kritisiert, dass nach wie vor keine Harmonisierung der europäischen Pflanzenschutzmittel-Zulassung in Sicht ist. Immer noch werden nationale neue und gesonderte Bewertungen vorgenommen, obwohl die Bewertung bei den Verfahren der gegenseitigen Anerkennung in anderen Mitgliedstaaten abgeschlossen war. Hinzu kommt die nationale Besonderheit der erhöhten Auflagen zum Schutz der Biodiversität, die dazu führen, dass Anteile von Kulturflächen grundsätzlich von der Anwendung ausgenommen werden sollen.


Hintergrund:
Ziel des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist es, in 80 Prozent aller relevanten Anwendungsgebiete mindestens drei Wirkstoffgruppen verfügbar zu haben.

Der ZVG hat wiederholt vor einem zunehmenden Verlust wichtiger Wirkstoffe gewarnt.

Neue invasive Schaderreger (Neobionten) wie zum Beispiel die Kirschessigfliege, die Marmorierte Baumwanze, die Grüne Reiswanze oder die Tomatenminiermotte zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit und ein großes Vermehrungs- und Verbreitungspotenzial aus. Gleichzeitig fehlen natürliche Gegenspieler. Teilweise bringen die invasiven Schaderreger Resistenzen bereits mit wie bei der Kohlmotte. Dazu kommt, dass bereits als ausreichend kontrolliert geltende Schaderreger wie Erdraupen, Drahtwürmer oder die Bohnenfliege wieder vermehrt auftreten. Ursache sind neben dem Wegfall von Wirkstoffen auch Resistenzbildungen und klimatische Veränderungen.


Corona-Sofortanträge überprüfen

Rückzahlungsmöglichkeiten nutzen

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) empfiehlt den gärtnerischen Betrieben eine eigenständige Überprüfung der Anträge auf Soforthilfen und weist auf die Rückzahlungsmöglichkeiten von irrtümlicherweise beantragten Geldern hin.

„Die schnelle unbürokratisch zu beantragenden Corona-Soforthilfen waren ein wichtiger Lichtblick und Rettungsanker in den vergangenen Wochen“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Zehntausende Betriebe haben in den vergangenen Wochen die Gelder beantragt und erhalten. Dabei war die Einschätzung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung oft schwer, u.a. weil nicht immer feststand, wie lange die Betriebe von Schließungsanordnungen oder Umsatzverlusten betroffen sein werden.

Im Zuge der Lockerungsmaßnahmen und des weiteren Saisonverlaufes ist es nun wichtig zu klären, ob eventuell eine Überkompensation erfolgte, so Mertz weiter. Die Rückzahlung von zu Unrecht erhaltenen Zuschüssen ist derzeit straffrei möglich, beispielsweise in Form einer Rücküberweisung. Die Alternative zur freiwilligen Rückzahlung ist eine Rückforderung durch den Staat nach Überprüfung der Anträge, höchstwahrscheinlich mit Zinsen.

Wer glaubt, bei der Antragstellung einen Fehler gemacht zu haben, sollte sich zeitnah mit seinem Steuerbüro in Verbindung setzen.

Weitere Informationen unter: [Link ansehen]


Die Deutsche Blumenfee startet in die zweite Runde

Annika Stroers bis Herbst 2021 im Amt

(ZVG) Die Amtsperiode der derzeitigen Deutschen Blumenfee Annika Stroers wird um ein weiteres Jahr verlängert. Darauf einigten sich der Werbeausschuss des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) und Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) gemeinsam mit dem Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) angesichts der anhaltenden Einschränkungen bei Veranstaltungen und der Absage des Deutschen Gartenbautages im September 2020.

„Ich bin gerne unterwegs und schaue mir tolle Beispiele aus der Praxis an“, betont Stroers, „umso schöner ist es, wenn es wieder losgehen kann“.

Annika Stroers wurde im Rahmen des Deutschen Gartenbautages des ZVG am 6. September 2019 in Heilbronn als neue Deutsche Blumenfee inthronisiert. Die Ammerländerin hat im Juni 2016 ihre Ausbildung als Zierpflanzengärtnerin in der Gärtnerei Blumen Klefer erfolgreich absolviert und mehrere Jahre im Traditionsbetrieb in Augustfehn gearbeitet. Derzeit absolviert sie die Abschlussprüfungen zur Meisterin. Mit der Verlängerung der Amtszeit kann die Niedersächsin bis September 2021 weiter gebucht werden.

Die Deutsche Blumenfee repräsentiert die grüne Branche, beispielsweise als Botschafterin des deutschen Gartenbaus und der Floristen bei Veranstaltungen oder Taufen einer neuen Pflanzensorte. Sie kann von allen Mitgliedsbetrieben, der über den ZVG organisierten Verbände, Gruppierungen, Institutionen und Unternehmen sowie vom Fachverband Deutscher Floristen gebucht werden. Die Organisation und Abstimmung der Termine der Deutschen Blumenfee liegt beim ZVG.
Anfragen unter pressestelle@g-net.de.


Harro Wilhelm verstorben

Gartenbau verliert wichtigen Wegbegleiter

(ZVG) Der frühere Präsident und Ehrenpräsident des Landesverbandes Gartenbau im Saarland e.V., Harro Wilhelm, ist tot. Er verstarb am 13. Juni 2020 im Alter von 77 Jahren.

Für den Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) war Ökonomierat Wilhelm ein angesehenes und fachlich versiertes Mitglied des Berufsstandes. Wilhelm prägte über Jahrzehnte die Branche, mit seiner regen Tätigkeit in den Medien förderte er zudem das positive Image des Gärtners in der Öffentlichkeit.

1942 in Völklingen geboren, entstammte der Saarländer einer saarländischen Gärtnerfamilie. Er engagierte sich für verschiedene gartenbauliche Kooperationen, führte oder prägte mit seinem Engagement verschiedene Gartenbau-Betriebe, wie etwa die Erlebnis-Gärtnerei Storb in Saarbrücken. Für deren vorbildliches unternehmerisches Konzept erhielt Wilhelm 2002 den Innovationspreis Gartenbau im Bereich "Kooperation/Betriebsorganisation".

Der Gärtnermeister war von 1993 bis 2005 Präsident des Landesverbandes und somit auch Mitglied des ZVG-Präsidiums. In dieser Zeit widmete sich Wilhelm insbesondere der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den luxemburgischen und französischen Berufskollegen. Er wirkte als Vorsitzender der von ihm mitgegründeten Absatzgemeinschaft Süd-west-Blumen. Zusätzlich engagierte er sich im Bereich der Berufsbildung. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt Wilhelm 2002 die ZVG-Ehrennadel in Gold. Im Jahre 2009 wurde er von Seiten der Landesregierung zum Ökonomierat ernannt und damit für seine besonderen Verdienste geehrt. Jahrelang trat er außerdem als Experte in der TV-Sendung „Harros Pflanzenwelt“ im SR-Fernsehen auf.

Bildunterschrift/ Download: Foto: Landesverband Gartenbau im Saarland e. V.
Mit dem Tod von Harro Wilhelm verliert der Gartenbau einen wichtigen Wegbegleiter.
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