Informationsdienst

Infodienst Nr. 23 vom 04.06.2020

ZVG begrüßt Konjunkturpaket der Bundesregierung

Nachbesserungen im Detail wichtig

(ZVG) Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) begrüßt die Einigung des Koalitionsausschusses für ein Maßnahmenpaket zur Konjunkturbelebung in Deutschland. Insbesondere die angekündigte Mehrwertsteuerabsenkung und branchenübergreifende Ansätze bei zentralen Instrumenten geben wichtige Signale. Im weiteren Hergang müssen allerdings einzelne Aspekte konkretisiert und nachgebessert werden.

„Die Absenkung der Mehrwertsteuer für 6 Monate kann einen zusätzlichen Kaufimpuls geben und dem aktuell so wichtigen Wunsch nach Grün im Garten und in den eigenen 4 Wänden erfüllbarer machen“, betont ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Auch die Verkäufe von heimischem Obst und Gemüse können so unterstützt werden.

Bei der Unterstützung für Städte, Gemeinden und Unternehmen spricht sich der ZVG für eine stärkere Berücksichtigung des Themas „Grün in der Stadt" aus. Neben der Förderung von Neuanlagen gehören dazu auch langfristig gesicherte Grünpflegekonzepte.

Die angekündigte Senkung der EEG-Umlage wird grundsätzlich begrüßt und ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mit Blick auf die kommende CO2-Bepreisung fordert der ZVG dringend weitere Entlastungsmaßnahmen mit Investitionsförderungen, beispielsweise durch die Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß. Des Weiteren muss nicht nur das CO2-Gebäudesanierungsprogramm aufgestockt werden, sondern auch für das Bundesprogramm Energieeffizienz müssen zusätzliche Mittel eingestellt werden, macht Mertz deutlich.

Betriebe bilden in erster Linie für sich, für die Branche, aber auch für die Gesellschaft aus. Deshalb ist es nur folgerichtig Ausbildungsbetriebe, die ihr Ausbildungsplatzangebot während der Pandemie aufrechterhalten oder sogar erhöhen konnten, mit einer Prämie zu unterstützen. Zu begrüßen sind auch die Förderung der vorübergehenden betrieblichen Verbund- oder Auftragsausbildung sowie die Übernahmeprämie für Betriebe, die zusätzlich Auszubildende aus insolventen Betrieben übernehmen.


Hintergrund:
Um Unternehmen, Kommunen und Familien darin zu unterstützen, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie besser zu bewältigen, hat die Bundesregierung ein umfassendes Konjunkturpaket auf den Weg gebracht. Mit dem Konjunkturpaket sollen auch private und öffentliche Investitionen angeschoben und die technologische Modernisierung befördert werden. Insgesamt umfasst das Paket 57 Maßnahmen, deren Gesamtvolumen sich auf 130 Milliarden Euro beläuft.


Zierpflanzen: Vorlieben der Deutschen stabil

Pro-Kopf-Ausgaben bei 108 Euro im Jahr

(ZVG/AMI) Die Vorlieben der Deutschen für Schnittblumen, Beet- & Balkon- und Zimmerpflanzen bleiben stabil. Seit Jahren halten sich Rosen, Sommerheide und Orchideen auf den vordersten Plätzen der jeweiligen Marktsegmente. Das geht aus Marktdaten der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hervor, die der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) mit seinen Bundesfachverbänden Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) und Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) in Auftrag gegeben hatte.

Insgesamt lag das Marktvolumen für Zierpflanzen 2019 laut AMI-Erhebung bei gut 8,97 Milliarden Euro (zu Einzelhandelspreisen). Der Markt wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um rund 3,1 Prozent, was primär auf das Kaufverhalten der Verbraucher zurückzuführen ist. Durchschnittlich gab jeder Verbraucher in Deutschland 2019 rund 108 Euro für Blumen und Zierpflanzen aus. Im Vorjahr waren es noch 105 Euro.

An der Rangfolge der wichtigsten Schnittblumen änderte sich nur wenig. Die Veränderung der Marktanteile der Top-3-Kulturen Rosen, Tulpen und Chrysanthemen blieb bei unter einem Prozentpunkt. Da der Gesamtmarkt deutlich wuchs, liegt der Marktanteil dennoch über den Vorjahren. Eine Änderung der Reihenfolge innerhalb der Top 10 fand ausschließlich bei den Pfingstrosen statt. Das Produkt wurde gut angenommen, die Schnittorchideen mussten dafür weichen.

Auf Schnittblumen entfielen von den gesamten Pro-Kopf-Ausgaben rund 37 Euro. Das Marktvolumen stieg 2019 unter dem Einfluss gestiegener Verbraucherausgaben auf rund 3,09 Milliarden Euro (zu Einzelhandelspreisen). Somit konnte das Vorjahresergebnis um 5,2 Prozent gesteigert werden, womit eine zweijährige Flaute endete. Vor allem das vierte Quartal zeigte sich stark.

Bei Beet- & Balkonpflanzen konnte sich die Sommerheide auch 2019 mit kleinen Verbesserungen und einem Anteil von 12 Prozent an den Ausgaben auf dem Gesamtmarkt auf Platz 1 halten. Der Markt gestaltete sich aber je nach Handelsebene als recht schwierig. Geranien fielen erneut um einen Prozentpunkt zurück. Der Negativtrend der vergangenen Jahre hält weiterhin an. Auch Chrysanthemen verloren deutlich zum Vorjahr. Bei den übrigen Kulturen gab es minimale Verschiebungen. Insgesamt waren die Änderungen jedoch im Nachkommabereich zu suchen. Hier zeigte der Markt für Beet- & Balkonpflanzen durch den schnellen Sortimentswechsel erneut auf, wie stabil sich der deutsche Markt verhält.

Der Beet- & Balkonpflanzen-Markt konnte das gute Ergebnis des Vorjahres mit einem Plus von 0,3 Prozent halten. Die Ausgaben im Jahr 2019 blieben demnach beständig bei rund 1,85 Milliarden Euro. Auch hier trugen hohe Verbraucherausgaben ihren Teil zum Erfolg bei, sowohl für Handel als auch Produktion war das Jahr durchaus anstrengend. Durchschnittlich gab jeder Verbraucher in Deutschland knapp 22 Euro für Beet- & Balkonpflanzen aus.

Beim Verkauf von Zimmerpflanzen zeigte sich das Bild der vergangenen Jahre: Orchideen waren im Jahr 2019 nach wie vor die wichtigste Kultur mit 34 Prozent Marktanteil. Die Kultur verlor zwar in der Top 10 einen Prozentpunkt zum Vorjahr, insgesamt stiegen die Verbraucherausgaben aber doch an. Auch das Weihnachtssterngeschäft lief erfreulich. Mit einem Gesamtmarktanteil von 11 Prozent konnte die Kultur im Jahresendgeschäft im Jahr 2019 zumindest auf Verbraucherebene punkten. Insgesamt stieg der Markteinfluss kleinerer Kulturen unterhalb der Top-10-Verteilung etwas an. Das klassische Ensemble der Top-10-Kulturen blieb jedoch stabil. Alpenveilchen tauschten ihren Platz mit Kalanchoe und verblieben auf nahezu identischem Niveau. Zimmerhortensien verloren zwar am Markt auf den unterschiedlichen Handelsebenen, konnten sich in den diesjährigen Top 10 aber leicht verbessern. Azaleen wurden durch die Frühjahrsblüher verdrängt, was sicherlich dem starken Frühjahr und dem schrumpfenden Azaleenmarkt geschuldet ist.

Der Zimmerpflanzenmarkt stagnierte 2019. Der Marktanteil lag bei rund 1,52 Milliarden Euro (zu Endverbraucherpreisen). Erneut sank der Marktanteil um 2,5 Prozent bei den blühenden Zimmerpflanzen auf 1,04 Milliarden Euro. Dagegen wächst der Markt an grünen Zimmerpflanzen. Der Trend ließ den Markt erneut um rund 6 Prozent auf rund 0,48 Milliarden Euro wachsen. Insgesamt verblieben die Pro- Kopf-Ausgaben auf etwas über 18 Euro. Die Ausgaben für blühende Zimmerpflanzen betrugen rund 12,50 Euro, für grüne Zimmerpflanzen wurden fast 6 Euro ausgegeben.


Hintergrund:
Die Top 10 sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftsdaten des Marktes von Blumen und Pflanzen. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) mit seinen Bundesfachverbänden Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) und Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) lässt diese Daten jährlich von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) erstellen.

Bildunterschriften/Downloads: Grafiken: AMI
Top 10 Schnittblumen 2019
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Top 10 Beet- & Balkonpflanzen 2019
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Top 10 Blühende Zimmerpflanzen 2019
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Marmorierte Baumwanze bedroht Obstbau

Europäische Zusammenarbeit angemahnt

(ZVG/Fachgruppe Obstbau) Schnelles Handeln und eine intensive europäische Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) mahnt die Bundesfachgruppe Obstbau an.

„Mit dem neuen Schädling ist der Obstbau innerhalb von wenigen Jahren erneut durch einen invasiven Schädling bedroht“, betont der Geschäftsführer der Bundesfachgruppe, Joerg Hilbers.

Durch Halyomorpha sind im vergangenen Jahr allein in Italien 500 Millionen Euro Schaden entstanden. Erste größere Schäden gibt es auch bereits in Deutschland. Angesichts der großen Herausforderung für die Betriebe ist es umso wichtiger, die Erfahrungen anderer EU-Länder mit der Halyomorpha-Bekämpfung zu nutzen. In Südtirol gab es zuletzt Freisetzungsversuche mit eierparasitierenden Wespen.

Die Marmorierte Baumwanze (Halymorpha halys) stammt ursprünglich aus Ostasien. In den 1990er Jahren gelangte sie in die USA. In Europa wurde sie erstmal 2004 in der Schweiz nachgewiesen. Der Wirtspflanzenkreis umfasst rund 300 Pflanzenarten; dazu gehören Obstarten wie Apfel, Birne, Zwetschge, Pfirsich und Aprikose, aber auch Tomaten, Paprika, Ahorn, Eiche, Rosen und Eschen. Seit mehreren Jahren macht bereits die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) als schwer bekämpfbarer invasiver Schaderreger den Obstproduzenten zu schaffen.


Einsteigerseminar biologischer Pflanzenschutz

Webinar der Junggärtner

(ZVG/AdJ) Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner e. V. (AdJ) bietet am 11. Juli 2020 ein Webinar zum Biologischen Pflanzenschutz an.

Damit wird das Einsteigerseminar, das ursprünglich für Mitte Juni in der Bildungsstätte Grünberg geplant war, nachgeholt. Die Seminargebühren liegen bei 30 Euro für Auszubildende mit Azubistartpaket, 45 Euro für AdJ-Mitglieder sowie 55 Euro für Nichtmitglieder. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.junggaertner.de. Nach der Anmeldung wird der Teilnahme-Link verschickt.


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