Informationsdienst

Infodienst Nr. 18 vom 27.04.2017

Zierpflanzenmarkt so groß wie seit acht Jahren nicht mehr

(AMI/ZVG) Nachdem sich nach den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 bereits ein gutes Jahr für den Gesamtmarkt ankündigte, verlief auch das letzte Quartal gut. Nach Schätzungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) wuchs der Markt im Vorjahresvergleich um knapp 3 Prozent auf ein Volumen von 8,7 Mrd. Euro (zu Einzelhandelspreisen). Alle acht Marktsegmente konnten ihr Ergebnis verbessern. In der Summe gab jeder Verbraucher in Deutschland durchschnittlich knapp 106 Euro für Blumen und Zierpflanzen aus. Durch die gestiegene Bevölkerungszahl wuchsen die Pro-Kopf-Ausgaben weniger stark als der Gesamtmarkt.

Rosen weiterhin unangefochten auf Platz 1

Schnittblumen sind weiterhin das größte Marktsegment und verbesserten das Ergebnis um gut 1 Prozent auf rund 3,0 Mrd. Euro. Damit gab jeder Verbraucher in Deutschland durchschnittlich 37 Euro für Schnittblumen aus. Die Ausgaben für Schnittblumen stiegen gerade im privaten Bereich seit langem erstmals wieder mengenbedingt an. Da sich auch die Preise weiterhin nach oben bewegen, fiel der Ausgabenzuwachs noch etwas größer aus. Bei den Schnittblumensträußen konnten vor allem die Tulpen im Monostrauß punkten.

Nach den unangefochten auf Platz 1 führenden Rosen, eroberten die Tulpen aufgrund der guten Entwicklungen 2016 den zweiten Platz. Dass mehr Tulpenmonosträuße eingekauft wurden, liegt vermutlich daran, dass sowohl der Fach- als auch der Systemhandel ihr Angebot erweiterten. Der Fachhandel (Blumenfachgeschäfte, Gärtnereien, Gartencenter, Wochenmärkte) setzte weiterhin auf hohe Qualitäten und ausgefallene Sorten, während der Systemhandel (Baumärkte, Lebensmitteleinzelhandel, Discount, Sonstige) die großen Gebinde und auch gemischte Monosträuße vermehrt ins Sortiment nahm. Beispielsweise bot ein großer Lebensmitteleinzelhändler quer durch die Saison für Tulpenmonosträuße neben den Standardgrößen 7 und 10 Stielen Gebinde mit 20 und einige Male sogar mit 50 Stielen an, die nicht zwingend nur Tulpen einer Blütenfarbe enthalten mussten. So verdrängten Tulpen 2016 Chrysanthemen auf Platz 3, obwohl Chrysanthemen ihr Ergebnis aus dem Vorjahr fast stabil halten konnten. Platz 4 sicherten sich Sonnenblumen, die Gerbera somit auf Platz 5 verwiesen. Sonnenblumen profitierten vermutlich deutlich vom Regionalgedanken, da sie häufig Bestandteil der Schnittblumenfelder zum Selberschneiden sind.

Ebenso könnte die fortschreitende Sortimentserweiterung um kleinere oder gefüllte Sorten den Absatz beflügelt haben. Die Plätze 6 bis 9 sind unverändert in den Händen von Lilie, Amaryllis, Orchideen und Pfingstrosen. Lediglich Amaryllis konnten ihren Anteil leicht steigern. Platz 10 eroberten erneut Nelken, die das Kopf an Kopf Rennen mit den Freesien 2016 für sich entscheiden konnten. Auch hier mag die Angebotsausweitung im Systemhandel zum guten Ergebnis beigetragen haben.

Topf-Rosen punkten 2016

Das Marktsegment der blühenden Zimmerpflanzen, das seit Jahren teilweise imagebedingt mit Absatzproblemen und sinkenden Ausgaben zu kämpfen hat, legte 2016 um gut 2 Prozent auf ein Volumen von mehr als 1,1 Mrd. Euro zu. Das bedeutet, dass jeder Verbraucher in Deutschland durchschnittlich mehr als 13 Euro für blühende Zimmerpflanzen ausgab. Im privaten Bereich profitierten die blühenden Zimmerpflanzen ausschließlich von festeren Preisen. Die Einkaufsmengen waren zum wiederholten Mal rückläufig. Dabei war auch der Spitzenreiter der Top 10, die Orchidee, betroffen. 2016 wurden nicht nur weniger eingekauft, zusätzlich sank der Durchschnittspreis weiter. Mit 7,97 Euro pro Pflanze zahlten die privaten Verbraucher in Deutschland erstmals weniger als 8 Euro für eine Orchidee.

Im Zusammenspiel führte das dazu, dass Orchideen den ersten Platz der Top 10 zwar weiterhin mit deutlichem Abstand besetzen, sie aber Anteile verlieren. Mit 33 Prozent Anteil am Gesamtmarkt blieb der Wert fast 3 Prozentpunkte hinter dem Vorjahr zurück.

Weihnachtssterne, die im Vergleich eine sehr kurze Saison haben, konnten hingegen mit mehr eingekauften Pflanzen punkten. Damit verbesserten sie ihr Vorjahrsergebnis knapp und erreichten 11 Prozent. Topf-Rosen legten deutlich zu und sprangen um zwei Plätze nach oben, womit sie 2016 nicht nur 9 Prozent erreichten sondern sich auch den dritten Platz sicherten. Ähnlich wie die Weihnachtssterne profitierten Topf-Rosen von gestiegenen Einkaufsmengen. Alpenveilchen und Kalanchoe wurden folglich auf die Plätze 4 und 5 verwiesen. Beide erreichten ihr Vorjahresergebnis nicht ganz, wobei beide Kulturen mit sinkenden Einkaufsmengen zu kämpfen hatten.

Auf Platz 6 stiegen überraschend Chrysanthemen ein, die im Vorjahr die Top 10 nicht erreichten. Sie verwiesen die knapp über Vorjahresniveau abschließenden Hortensien, Amaryllis, Azaleen und Anthurien auf die Plätze 7 bis 10. Die gestiegenen Einkaufsmengen an Chrysanthemen führten mit dem festeren Verbraucherpreis zu einem deutlichen Ausgabenzuwachs. Die Verwendung als Zimmerpflanze stieg 2016 deutlich an. Dies auch aufgrund der in den Markt drängenden mehrfarbig blühenden Kombipots, die 2016 erstmals flächendeckend angeboten wurden. Vor allem der Systemhandel setzte im vergangenen Jahr auf solche Konzepte. Aufgrund des verhältnismäßig schwachen ersten Quartals 2016 erreichten Narzissen und Hyazinthen, die 2015 noch die Plätze 9 und 10 einnahmen, die Top 10 nicht mehr. Allerdings liegen sie nur ganz knapp hinter den neu eingestiegenen Anthurien, die die Top 10 aktuell abschließen.

Klassiker weiter dominant

Die Beet- & Balkonpflanzen erreichten als Marktsegment 2016 ein Volumen von knapp 1,8 Mrd. Euro. Im Vorjahresvergleich wuchs das Volumen damit um gut 1 Prozent. Das Wachstum des, für die deutsche Produktion so wichtigen, Segmentes blieb so hinter dem des Gesamtmarktes zurück. Die rund 20 Prozent des Gesamtmarktes, die auf die Beet- und Balkonpflanzen entfallen, spiegeln sich in Pro-Kopf-Ausgaben von gut 21 Euro wider. Die schwachen Entwicklungen bei den beiden großen Kulturen Geranien und Sommerheide dürften mit zum schwachen Wachstum beigetragen haben. Hier stimmt vor allem die abermals gesunkene Einkaufsmenge nachdenklich. Die Konkurrenz in der Frühjahrs- und Sommersaison durch die sich stetig erweiternde Palette an Beet- & Balkonpflanzen, kann das Minus bei den Geranien ein Stück weit erklären. Diese Erklärung greift jedoch nicht für das Minus der Sommerheide. Hier mag sich negativ auswirken, dass die Kombipots flächendeckend angeboten werden, die pro Topf natürlich deutlich mehr Farbe bieten, als eine klassische Einzelpflanze. Die Abstände innerhalb der Top 10 sind im Segment der Beet- & Balkonpflanzen aufgrund des schnellen Saisonwechsels deutlich kleiner, wodurch sich die Platzierungen dynamischer entwickeln als in den anderen Segmenten.

Die Sommerheide verteidigt den, im vergangenen Jahr errungenen, ersten Platz vor Geranien. Stiefmütterchen (inkl. Hornveilchen) bleiben stabil auf Platz 3 und stehen so vor den, um einen Platz nach oben gerückten, Chrysanthemen. Durch den erhöhten Mengenabsatz verweisen Chrysanthemen, die vormals auf Platz 4 stehenden, Petunien (inkl. Calibrachoa) auf Platz 5. Hier dürfte der Grund für den Verlust von einem Prozentpunkt an den Ausgaben ähnlich gelagert sein, wie bei Sommerheide. Mit den erreichten 5 Prozent stehen Petunien vor Beetbegonien auf Platz 6, die sich aufgrund gestiegener Einkaufsmengen in Kombination mit festen Preisen um einen Platz verbessern. Auch die Frühlingsprimeln konnten bei stabilem Marktverlauf einen Platz gewinnen, da die Strauchmargeriten aufgrund von deutlichen Verlusten 2016 aus den Top 10 fielen. Dafür schafften Verbenen und Gänseblümchen den Sprung hinein und verdrängten Fuchsien um einen Platz nach unten, womit die erneut das Schlusslicht der Top 10 bilden.

Bildunterschriften/ Downloads: Grafik: AMI 2017/BZ-173; AMI 2017/BZ-174; AMI 2017/BZ-175

TOP 10 der Schnittblumen in Deutschland
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TOP 10 der blühenden Zimmerpflanzen in Deutschland
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TOP 10 der Beet- und Balkonpflanzen in Deutschland
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„Alles gut, Preise ...“

BDC-Vorstandssitzung am 25. April 2017 in Hannover

(BDC/ZVG) Mit der Aussage „Alles gut, Preise schwierig“, beschrieb ein Teilnehmer der Vorstands- und Beiratssitzung des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer e. V. (BDC) die aktuelle Lage auf dem Pilzmarkt deutlich. Pilze aus heimischer und wenn möglich regionaler Produktion sind nach wie vor sehr gefragt, doch die Erlöse stimmen mit der Nachfrage nicht überein. Darüber waren sich die Teilnehmer der Sitzung unter der Leitung des Vorsitzenden Michael Schattenberg am 25. April 2017 in Hannover einig.

Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Druck auf die Preise nach Aussagen der Produzenten sogar gestiegen, obwohl die Nachfrage und die Importsituation anderes vermuten lassen.

Heimische Ware ist so stark gefragt, dass der Bedarf nicht immer zu decken ist. Importe aus Polen und den Niederlanden, den beiden wichtigsten Mitbewerbern auf dem deutschen Markt für frische Pilze, sind stabil bis stagnierend. Konserven sind, wie in den letzten Jahren, auf dem Rückzug. Die Nachfrage nach Convenience-Produkten steigt weiter leicht an. Vor dem Hintergrund steigender Energie- und Lohnkosten, aufgrund der Einführung des Mindestlohns, sowie der immer schwieriger werdenden Situation beim Transport der frischen Ware, sehen sich die deutschen Pilzanbauer erneut vor große Herausforderungen gestellt. In Hannover wurde dieses Thema intensiv und engagiert diskutiert.

Bildunterschrift/ Download: Foto: BDC

Mit 18 Personen tagten Vorstand und Beirat des BDC am 25. April 2017 in Hannover.
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Aktuelle Lieferengpässe von Stauden

Sehr hohe Nachfrage durch starke Gartenentwicklung

(ZVG/BdS) „Preissteigerungen bei Gartenstauden sind unabwendbar“, erklärt der Vorsitzende des Bundes deutscher Staudengärtner, Michael Moll, Leinfelden-Echterdingen. Quer durch das Sortiment sind einige Stauden-Arten kaum noch erhältlich. Der Bauboom und die Investition sowohl in private als auch öffentliche Staudenpflanzungen sind Gründe für die erhöhte Nachfrage. Zum anderen sind einige Stauden auch ausgewintert.

So berichten auch Landschaftsgärtner von vollen Auftragsbüchern für die nächsten 3 - 5 Monate und absehbaren Preissteigerungen. Die Beschaffung aller angefragten Stauden für eine Bestellung erfordert derzeit einen sehr viel höheren Aufwand, da auch die Kollegen nicht mehr liefern können. „10 Prozent der nachgefragten Stauden zusammenzustellen kostet teilweise mehr Zeit, als für die restlichen 90 Prozent notwendig ist“, so Moll. Wer auf ein Angebot eines Kollegen nicht sofort antwortet, muss damit rechnen, dass die Ware ausverkauft ist. Nicht nur der erhöhte Beschaffungsaufwand schlägt zu Buche, auch die Preise im Handel unter den Staudengärtnern sind gestiegen. Erhöhte Transportkosten kommen hinzu.

Nach relativ normalen Jahren des Staudenverkaufs war die aktuelle Situation nun nicht absehbar - das Zusammenfallen erhöhter Nachfrage und die leichte Auswinterung. „Vor dem Herbst“, schätzt der BdS-Vorsitzende, „wird es keine Entspannung auf dem Staudenmarkt geben.“

Bildunterschrift/ Download: Foto: Banse

In diesem Jahr ist die Kommissionierung der Stauden besonders zeitaufwändig: Bundesweit fehlen einige Arten aufgrund der hohen Nachfrage und zum Teil aufgrund der Auswinterung.
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BOG in der Diskussion mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages

(BOG/ZVG) Am 25. April 2017 diskutierten in Berlin die Mitglieder des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG) mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages.

Mit den Abgeordneten Hermann Färber von der CDU/CSU-Fraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier von der SPD-Fraktion, Dr. Kirsten Tackmann von der Fraktion Die Linken und Harald Ebner von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ging es um das Ausloten der Parteien zu ihren Positionen mit Blick auf die Bundestagswahl 2017. Der Vorsitzende des BOG, Jens Stechmann und die Mitglieder erörterten mit den Abgeordneten die Kernanliegen des Bundesausschusses für die nächste Legislaturperiode des Deutschen Bundestages. Dabei gingen die Mitglieder des BOG auf die 15 Kernanliegen ein. Angefangen beim intensiveren Dialog mit der Gesellschaft, um die Wertschätzung der Produkte zu verbessern, aber auch um die Regionalität und Qualität zu stärken. Den Bereich der Forschung, um den Strukturwandel und die Umstellung der Erzeugungsmethoden wissenschaftlich zu begleiten, diskutierten sie bis hin zum Handel mit einheitlichen und fairen Handelsbedingungen, die durch Exportmöglichkeiten gestärkt werden müssen und durch verlässliche Normen gestützt werden. Auch die Veränderungen in der digitalen Wirtschaft, Umwelt- und Sicherheitsstandards, die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln und eine praxisgerechte Düngung waren weitere Themenfelder. Diese wurden durch die Flankierung mit einer Energie- und Steuerpolitik abgerundet und die Beschäftigung von Arbeitskräften wurde besprochen. Dies alles im Rahmen einer starken gemeinsamen Agrarpolitik auch über 2020 hinaus mit einem langfristigen Erhalt der Direktzahlungen und einer verbesserten nationalen Förderpolitik.

In der Diskussion mit den Abgeordneten konnten bei den einzelnen Themen unterschiedliche Schwerpunkte herausgearbeitet werden. Erwartungsgemäß gingen insbesondere beim Thema Pflanzenschutz und Düngung die Meinungen weit auseinander und auch bei der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 konnten deutliche Unterschiede zwischen den Fraktionen herausgearbeitet werden. Festgehalten werden kann aber auch, dass es über alle Fraktionen hinweg bei einer Reihe von Themen auch ähnliche Positionierungen gibt. Allerdings liegt auch hier oftmals der Teufel im Detail, wie zum Beispiel bei den Direktzahlungen im Rahmen der GAP, von einer stabilen Fortführung bei CDU, über eine stärkere Umschichtung bis hin zu einer Förderung des ökologischen Landbaus als Leit- und Vorbild bei den Grünen.


Bundesausschuss Obst und Gemüse tagte in Berlin

(BOG/ZVG) Am 25. April 2017 tagte in Berlin der Bundesausschuss Obst und Gemüse. Im Mittelpunkt der Sitzung des BOG standen die Qualitätssicherung für Obst und Gemüse, die Marktorganisation, der Pflanzenschutz und die Düngung sowie die Situation auf den Märkten.

Verabschiedet wurde aus den Reihen des BOG das langjährige Mitglied Karl Voges, welcher zum 30. Juni in den dritten Lebensabschnitt wechselt. Der Vorsitzende des Bundesausschusses Obst und Gemüse, Jens Stechmann, würdigte die fast 25jährige Arbeit von Voges im BOG und dankte ihm für seinen Einsatz zum Wohle des deutschen Obst- und Gemüsebaues und wünschte ihm für die Zukunft, auch im Namen aller Mitglieder des Bundesausschusses Obst und Gemüse, alles Gute.

Zunächst wurden intensiv die Schäden durch die bundesweiten, zum Teil extremen Frostnächte vom 18. bis 21. April 2017 erörtert. Dabei wurde festgestellt, dass der Frost im Obstbau bundesweit erhebliche Schäden verursacht hat. Die größeren Schäden im Obstbau haben dabei ein unterschiedliches Ausmaß je nach Region, Lage und Sorte. Sowohl beim Obst als auch beim Wein sind besonders die frühen Sorten und die Junganlagen betroffen. Meist lagen die Temperaturen bei minus 3 bis minus 7 Grad Celsius.

Im Obstbau sind Schäden bei Kirschen, Pfirsichen, Äpfeln, Erdbeeren und Strauchbeeren zu vermelden, ein genaues Ausmaß der Schäden ist derzeit noch nicht zu beziffern. Besonders hart getroffen wurde aber Baden-Württemberg, gefolgt von Hessen, das südliche Rheinland-Pfalz, das Rheinland, Bayern, Sachsen und Brandenburg.

Der Gemüsebau ist etwas glimpflicher davongekommen, aber insbesondere Wachstumsverzögerungen, wie z.B. bei Spargel, führen auch hier zu Verlusten, neben direkten Schäden durch den Frost an den Kulturen, wie z.B. bei Salaten.

Zur Abwehr wurden vielfach diverse Schutzmaßnahmen ergriffen, von der Frostschutzberegnung über Windräder bis hin zu Wachsfeuern und Hubschraubereinsätzen. Wo solche Schutzmaßnahmen eingesetzt werden konnten, konnte durch hohen Arbeits- und Materialeinsatz wohl schlimmeres verhindert werden. Gerade beim Kernobst hat die Frostschutzberegnung in den Betrieben, in denen dies möglich ist, noch schlimmeres verhindert.

Frostschäden werden auch aus den Niederlanden, Belgien, Südtirol und der Steiermark gemeldet.

Bezüglich der Qualitätssicherung bei Obst und Gemüse stellten die Mitglieder des BOG fest, dass der neue Leitfaden QS-GAP 2017 ein handlicheres und praktikableres Format hat und die Überarbeitung gelungen ist. Zum Bereich der Marktorganisation Obst und Gemüse diskutierten die Mitglieder des BOG mit Ministerialrat Dr. Friedrich Wilhelm Kuhlmann den aktuellen Stand der Lissabonisierung der Durchführungsverordnung hin zu einer delegierten Verordnung und einer neuen Durchführungsverordnung ebenso wie die derzeit anstehende „Omnibusverordnung“, eine Artikelverordnung mit Änderungen der Direktzahlungsverordnung, der ELER-Verordnung bis hin zu Änderungen bei der Verordnung über die gemeinsame Marktorganisation. Hier zeigten sich die Mitglieder des BOG davon überzeugt, dass derzeit von größeren Veränderungen bei der gemeinsamen Marktorganisation Abstand genommen werden soll und hielten die Änderungsvorschläge des Europäischen Parlamentes zur Überarbeitung der Marktorganisation zum jetzigen Zeitpunkt für nicht zielführend und sprachen sich dem gegenüber für eine, aus Gründen der Verlässlichkeit und Stabilität, derzeit unveränderte Fortführung der Marktorganisation aus. Eine Überarbeitung der Marktorganisation sollte erst nach einer ausführlichen Bewertung des jetzigen Regelungswerkes erfolgen.

Über die Obst- und Gemüsemärkte diskutierten die Mitglieder des Bundesausschusses Obst und Gemüse mit Michael Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Derzeit zeigen sich die Märkte für Obst und Gemüse recht freundlich. Die Spargelsaison, aber auch die Salatsaison haben ordentlich begonnen und auch der Apfelmarkt läuft recht freundlich. Gleichwohl, wenn dies noch nicht endgültig beurteilt werden kann, haben die Frostnächte um den 20. April die Stimmung bei Obst und Gemüse stark getrübt.

Beim Pflanzenschutz und bei der Düngung wurden die derzeitigen Problembereiche angesprochen. So sind bei der Düngeverordnung zwar durchaus Verbesserungen, was die Sperrfristen bei der Düngung im Gemüse- und Beerenobstanbau betrifft, aber auch bei der Ausbringung von Komposten, erreicht worden. Insgesamt bringt die neue Düngeverordnung aber einen gewaltigen Bürokratieaufwand für die Betriebe mit sich. Besonders betroffen ist hier der satzweise Anbau im Gemüsebau. Auch beim Pflanzenschutz gibt es eine Reihe von Problemen und Herausforderungen, die eine Kulturführung erschweren. Angefangen von der Kirschessigfliege bis hin zum großen Wirkstoffverlust durch die vergleichende Bewertung, aber auch durch eine zu starre gefahrenbezogene Bewertung, zum Beispiel im Hinblick auf den Bienenschutz. Beim Verbundvorhaben Lückenindikationen unterstützten die Mitglieder des BOG den beim BMEL eingereichten Antrag auf Verlängerung des Verbundvorhabens um weitere drei Jahre.


Auszeichnungen für die 3. Hallenschau auf der IGA Berlin 2017 vergeben

Wettbewerb der Rhododendren zum Thema „Tauchen in warmem Blau“

(DBG/ZVG) Draußen stürmte es - dem Monat April entsprechend, doch in der 1100 qm großen Blumenhalle fühlten sich die Besucher in exotische Gefilde versetzt. Vor allem die facettenreiche und vielfarbige Blütenpracht von Rhododendren stand im Zentrum und verzauberte am zweiten IGA-Wochenende die Gäste. Frühlingsgehölze und gleich eine ganze Maiglöckchen-Wiese boten dazu den passenden Rahmen.

Der meist organisch geformte Habitus der Rhododendren fügte sich perfekt in die Architektur der Blumenhalle ein, die dem Passagierdeck eines Schiffes nachempfunden ist. Wie große oder kleine Wellen umschmeichelten die Büsche in den unterschiedlichsten Spielarten ihrer Wuchsformen beide Seiten des Mittelstegs. Wobei nicht nur dem Thema „Tauchen in warmem Blau“ entsprechend blaue und violett blühende Rhododendren, sondern auch gelbe, weiße, rosa- und pinkfarbene Blütenwolken für Aufmerksamkeit sorgten.

Auch an diesem Wochenende waren die Preisrichter von den Einreichungen zum Wettbewerb begeistert, vor allem über die üppig blütentragenden Rhododendren. Allein vier Mal wurde die renommierte Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH vergeben. Die Westersteder Baumschule Rabben bekam sie für „die Präsentation des großen Potenzials der Gattung Rhododendron“, darunter Novitäten wie die Hybriden ’Rhododendronpark Graal-Müritz‘, ’Dramatic Dark’ und die Yakushimanum-Hybride ’Stern von Japan‘.
Hans Hachmann aus Barmstedt konnte das begehrte Gold für „die sehr gute Qualität der präsentierten Rhododendron-Neuheiten“ entgegennehmen. Das Thema „Tauchen in warmem Blau“ hatte die traditionsreiche Böhlje Pflanzenhandel GmbH zu einer betörenden blauen Symphonie inspiriert: niedrige Zwergformen, wie Lepidote-Wildarten (z.B. ferrugineum) in himmelblau konkurrierten mit Rh. impeditum ’Veilchenblau’ und darüber hohe kompakte Säulen von violettblauem Rh. augustinii Russantinii. Dazu bestachen eine zweimal blühende Selektion von Wisteria sinensis, eine Magnolia liliiflora als Formgehölz sowie ein Solitärgehölz Viburnum carlcephalum. Für ein „breites Sortiment von Laubgehölzen und Rhododendron in hervorragender Qualität“ nahmen die Westersteder die Große Goldmedaille mit nach Hause.

Ebenfalls ins Ammerland ging die letzte dieser begehrten Auszeichnungen: Ernst Stöckmann Baumschulen erhielt sie für eine besonders originelle, romantische und tiefgründige Interpretation. In einem vierteiligen Tableau wurde eine blühende „Love Story“ inszeniert. Von der „Verführung der Unschuld“ mit schneeweißen Sorten über „Zurückhaltung und Schamesröte“ mit Rh. yakushimanum ’Apollonia’ zu „Verschmelzung von Unschuld und Frühling“, hierzu blühten die zartgelbe Azalea pontica ’Limetta’ und die Yakushimanum-Hybride’ Schneekissen in schönster Liaison. Das violette Finale mit der Kennzeichnung „Bitterkeit“ dürfte bei so manchen IGA-Besuchern Diskussionen nicht nur über Pflanzen ausgelöst haben. Die Begründung der Jury zu dieser vielbeachteten und fotografierten Installation: „Gelungene Farbkomposition bei perfektem Blühzustand und herausragender Pflanzqualität“.

Der Blühzustand aller Rhododendren in der Blumenhalle war generell bewunderungswürdig auf dem Punkt. Das perfekte „timing“ war ein Beweis für die Kompetenz der grünen Branche und der auf Rhododendron spezialisierten Züchter und Anbieter. Rhododendron ist gerade im Ammerland eine Gehölz-Spezialität, deren Zucht und Vertrieb zahlreiche Baumschulen mit Leidenschaft seit Jahrzehnten, oft seit vielen Generationen, betreiben. Neben der Schönheit der Blüten wurden etliche Arten auch wegen ihrer ausgefallenen Blätter gezeigt. Einen Ehrenpreis vergab die Landwirtschaftskammer Niedersachsen für „die Präsentation eines modernen Rhododendron-Sortiments in höchster Qualität“ an die Jeddeloh-Pflanzenhandels-GmbH in Edewecht.

Zusätzlich zu den hier erwähnten Ehrenpreisen verlieh die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH am zweiten IGA-Wochenende 32 Goldmedaillen, 19 Silber- und neun Bronze-Medaillen an acht Aussteller aus ganz Deutschland.

Download: Die Liste aller Preisträger ist hier einzusehen.


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