Informationsdienst

Infodienst Nr. 15 vom 03.04.2017

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2020: Chancen und Herausforderungen für den deutschen Gartenbau

ZVG beteiligt sich an öffentlicher Konsultation zur GAP nach 2020

(ZVG) Derzeit läuft eine, von der EU-Kommission initiierte, öffentliche Konsultation zur gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020. Insbesondere stehen Fragen nach ökologischen Standards, den größten Herausforderungen für die Agrarpolitik nach Fachkräftebedarf und Betriebsübernahmen im Fokus der Konsultation. Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) hat seine Position bereits übermittelt und ruft Gärtnerinnen und Gärtner auf, ebenfalls ihre Stimme für die zukünftige Gestaltung der Agrarpolitik einzubringen.

Der ZVG hat in seiner Konsultationsantwort explizit auf die zukünftigen Herausforderungen für den deutschen Gartenbau hingewiesen. Zu dieser gehören u. a. die Auswirkungen des Klimawandels. Hier sind Gartenbaubetriebe insbesondere durch vermehrt auftretende extreme Wetterereignisse, die Ernten oder ganze Produktions- und Unterglasanbau-Flächen zerstören, sowie durch das verstärkte Auftreten (neuer) Quarantäneschädlinge betroffen. Besonders die geringe Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln für Sonder- bzw. kleine Kulturen zur Eindämmung oder Bekämpfung solcher neu auftretenden Schädlinge stellen den Gartenbau künftig vor große Herausforderungen.

Der ZVG fordert Risikomanagementinstrumente zu entwickeln und auch gleichzeitig die Forschung zu stärken. Der Verband machte gleichzeitig deutlich, dass die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln zukünftig eine Herausforderung bleiben wird. Noch immer sind nicht – wie in der Verordnung 2009/1107 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln festgeschrieben – mindestens drei Wirkstoffe pro Anwendungsgebiet im Pflanzenschutz verfügbar.

Ferner hat der ZVG in seiner Antwort den Arbeitskräftebedarf in den grünen Berufen problematisiert. Hier sieht der ZVG für die europäische Ebene u. a. Handlungsbedarf in der Steigerung der Attraktivität der ländlichen Räume durch gezielte Infrastrukturmaßnahmen. Die Stärkung des ländlichen Raumes und hier die Stärkung der kleinen und mittelständischen Gartenbaubetriebe sollten aus Sicht des ZVG die Prioritäten innerhalb der 2. Säule darstellen.

Für den Bereich Forschung hebt der ZVG hervor, dass diese die wichtigste Treibkraft für Innovationen im Gartenbau darstellt und empfahl, die angewandte Forschung stärker in den Fokus zu stellen. Der ZVG plädierte gleichzeitig, dass dem Trend der Reduzierung von Forschungsstellen in den Gartenbauwissenschaften entschieden entgegengewirkt werden muss.

Schließlich mahnte der ZVG an, die Kommunikationsleistung gegenüber der Gesellschaft und dem Verbraucher über die hohen Produktionsanforderungen sowie Umwelt-, Natur-, Klimaschutzstandards, Standards im Bereich der Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit sowie im Pflanzenschutz zwingend zu verbessern, um eine sachliche und zielorientierte sowie wissenschaftlich fundierte Debatte über die Agrarpolitik in der Gesellschaft zu erreichen.


Folieneinsatz im Spargelbau auch aus ökologischen Gründen sinnvoll

Versachlichung der Debatte notwendig

(GVBB/ ZVG) Anfang April wird die Spargelsaison eröffnet und nach dem Erfolgsjahr 2016 sind die Erwartungen für dieses Jahr hoch. In der vergangenen Saison wurde die höchste Menge seit 1991 gestochen. Das Land Brandenburg verfügt über eine große Anbaufläche (3.345 Hektar) und gute Hektarerträge. Nur in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind der Anbauumfang und in Niedersachsen auch die Erträge höher als in Brandenburg. Der Spargelanbau wird dabei in zunehmend spezialisierten Unternehmen betrieben, um angesichts der steigenden Lohnkosten mit geeigneter Technisierung weiterhin gegenüber ausländischer Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein wesentlicher Faktor für einen wettbewerbsfähigen Spargelanbau ist das Folienmanagement der Spargelflächen. Eine Steuerung der Erntesaison führt dazu, dass den Spargelpflanzen eine ausreichende Regenerationszeit bleibt. In dieser Zeit können über einen längeren Zeitraum Assimilate für die Folgesaison eingespeichert werden. Dies führt insgesamt zu vitaleren und gesünderen Pflanzen, die den Pflanzenschutzaufwand auf ein Minimum reduziert. Dies belegen auch Untersuchungen des Julius Kühn–Institutes zu dem Themenkomplex „Nachhaltigkeit und Regionalität – Chancen und Herausforderungen für den Gartenbau“.

Gleichermaßen hat Biodiversität viele Facetten. Kontrollierte und integrierte Produktionsverfahren, wie im Spargelanbau üblich, sind darauf ausgerichtet, den Umweltanforderungen bestmöglich zu entsprechen. Artenvielfalt ist Lebensqualität und wird in den Lebensräumen vor allem an sichtbaren Kriterien festgemacht. Weithin unberücksichtigt bleiben dabei aber auch andere Faktoren wie beispielsweise die Biodiversität des Bodens, die erwiesenermaßen unter Folienabdeckungen eine hohe Vielfalt aufweist. Intakte und nicht erosionsgefährdete Böden sind eine wesentliche Voraussetzung für eine natürliche Bodenfruchtbarkeit und sorgen damit für gesunde Nahrungsmittel.

Außerdem sorgen Foliensysteme zusätzlich für eine Entzerrung von Arbeitsspitzen und damit zu einer gleichmäßigeren Arbeitsverteilung und einer geringeren körperlichen und arbeitszeitlichen Belastung der Erntehelfer.

Die Forderung nach nachhaltigen Produktionsverfahren, die auf einen Ausgleich von sozialen, ökologischen und ökonomischen Faktoren setzt, ist im Spargelbau und unter Berücksichtigung des heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstandes gelebte Praxis. „Vor diesem Hintergrund“, so Gartenbauverbandspräsident Henschel, „ist eine Versachlichung der Debatte, sind Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlich abgesicherter Untersuchungen und dabei die Berücksichtigung aller Nachhaltigkeitsfaktoren dringend notwendig“.

Eine nachhaltige und regionale Spargelproduktion ist ein wichtiger Beitrag für die Wertschöpfung vor allem in den ländlichen Regionen Brandenburgs. Letzteres betrifft nicht nur die Spargelbaubetriebe selbst, sondern auch Zulieferbetriebe, den Erlebnistourismus und vor allem auch die Gastronomie, für die saisonale Angebote impulsgebend sind.


Branchenverbände blicken optimistisch auf Saisonstart

(ZVG/ BHB/ IVG/ VDG) Am 29. März trafen sich die Geschäftsführer der Branchenverbände Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), Industrieverband Garten (IVG), Verband Deutscher Garten-Center (VDG) und Zentralverband Gartenbau (ZVG) in Köln. Ziel dieses regelmäßig stattfindenden Austausches ist es, die allgemeine Lage im Grünen Markt vonseiten des Handels und der Industrie zu erfassen sowie aktuelle Marktthemen zu diskutieren. Pünktlich zum Start des neuen Gartenjahres sind sich die beteiligten Verbandsvertreter einig: Die Stimmung in der Grünen Branche ist gut – der frühe und langanhaltende Frühling liefert die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison.

Der Markt profitiert aus Sicht der Branchenverbände weiterhin von dem allgemeinen Trend zu grünen Themen. Für viele Deutsche steht demnach der Garten als Rückzugsort nach wie vor im Fokus. Schwierige gesellschaftspolitische Themen und auch die terroristische Bedrohung verstärken den Wunsch des Verbrauchers, sich in der eigenen Grünfläche einen Ort der Ruhe zu schaffen. Hinzu kommen globale Megatrends wie Neo-Ökologie oder Nachhaltigkeit, die bereits seit einigen Jahren dafür sorgen, dass die Bedeutung des Gartens in der Gesellschaft stark gewonnen hat. Diese Faktoren sorgen in Kombination mit der aktuell positiven Konsumstimmung für Optimismus innerhalb der Grünen Branche.

Ein weiteres Thema auf der Agenda des Geschäftsführertreffens war die Umsetzung gemeinsamer Projekte zur Stärkung des Marktes. So wird es in diesem Jahr unter anderem eine Fortführung der 2015 gestarteten Kampagne zur Förderung der Bienengesundheit geben. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) starteten die Branchenverbände vor zwei Jahren die Aufklärungskampagne, im Rahmen derer deutschlandweit in Verkaufsstellen mit Gartenbedarf eine Infothek platziert wurde. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Verbraucher für das Thema Bienenschutz zu sensibilisieren und damit den Einsatz von bienenfreundlichen Pflanzen auf Balkon und Garten zu unterstützen.

Das nächste Treffen der Verbandsgeschäftsführer ist für Herbst 2017 geplant.

Bildunterschrift/ Download: Foto BHB/ Peter Wüst
Am 29. März trafen sich die Geschäftsführer der Branchenverbände BHB, IVG, VDG und ZVG in Köln. (V.l.n.r.: Dr. Peter Wüst (BHB), Anna Hackstein (IVG), Peter Botz (VDG), Bertram Fleischer (ZVG) und Alwin Reintjes (IVG))
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Start der Anmeldung für den dritten EILO-Best-Award

(EILO/ZVG) Zum dritten Mal in Folge organisiert die European Interior Landscaping Organisation (EILO) den Best Interior Gardenaping Project Award. Alle bisherigen Verleihungen zeigten die große Vielfalt und das Know-how der Innenraumbegrünung in ganz Europa. Die Auslobung des Awards soll die Möglichkeiten von Begrünungen einem breiten Publikum zeigen und die Teilnehmern anspornen jedes Mal besser zu werden.  Der EILO-Award wird in drei Kategorien verleihen. Dabei spielt ist die Größe der Begrünugsprojekte keinen entscheidenden Faktor, große und kleine Projekte werden gleichrangig behandelt.

In diesem Jahr startet die Bewerbungsphase ein weinig früher, da die offizielle Preisverleihung dieses Mal beim World Green Infrastructure Congress (WGIC) stattfinden wird. Der Weltkongress Gebäudegrün WGIC 2017 ist eine mehrtägige Veranstaltung rund um die Gebäudebegrünung (Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung) mit den dazu gehörigen Begleitthemen (u.a. Stadtklima, Regenwasserbewirtschaftung, Nachhaltigkeit, Zukunftsstadt) und findet vom 20. bis 22. Juni 2017 in Berlin statt. Natürlich sind alle Bewerber des Awards eingeladen am Kongress teilzunehmen. Auf der Internetseite: www.wgic2017berlin.com kann man sich online anmelden.

Der Schwerpunkt in diesem Jahr liegt auf "Innovation in Design und Nachhaltigkeit". Der Wettbewerb hat drei Kategorien:

  • Eigenständige Projekte
    Bei dieser Kategorie handelt es sich um individuelle Topf- / Pflanzenkombinationen, kleine Arrangements, "grüne Möbel" etc.
  • Pflanzenwände
    Die Wände können sich in Form und Größe unterscheiden, können freistehend oder integriert sein, solange das Projekt eine Pflanzenwand ist.
  • Innenarchitekturprojekte
    Größe ist hier nicht das Thema. Es ist aber wichtig, dass Systeme in dieser Kategorie ein komplettes Innenarchitekturprojekt darstellen.

Für jede Kategorie gibt es die Chance, einen Gold-, Silber- oder Bronze- „EILO Best Project Award 2017“ zu gewinnen. Darüber hinaus wird ein Publikumspreis verliehen. Hier entscheidet der Endverbraucher über den Gewinner.

Der Wettbewerb ist offen für alle, die in der Raumbegrünung aktiv sind. Dabei spielt die Mitgliedschaft in der EILO keine Rolle. Außerdem ist es nicht erforderlich, dass der Bewerber in Europa beheimatet ist. Die Projekte müssen aber zwischen dem 01. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2016 abgeschlossen worden sein und das Projekt muss zu 100 Prozent mit „lebendigem Grün“ umgesetzt sein.

Die Jury wird folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Umfang, Realisierung, Praktikabilität, Innovation und Wert für Kunden.
  • Visuelle Wirkung, Originalität, Gesamtdesign, Einheit, Gleichgewicht, Kreativität.
  • Konstruktion: Qualität, Besonderheiten, Umgang mit Problemen.
  • Design, Farbe, Textur, Balance, Konzept der Pflanzung.
  • Umweltaspekte

Hier erfahren Sie mehr und können sich bewerben: www.eilo.eu/best-project-award-2017

Bei Fragen zum Award wenden Sie sich bitte an Marc Custers unter: info@eilo.eu


Gerhard Schulz 70 Jahre

ZVG gratuliert ehemaligem Vorsitzenden der Bundesfachgruppe Gemüsebau

(ZVG) Am 30. März vollendete der ehemalige Vorsitzende der Bundesfachgruppe Gemüsebau und des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), Gerhard Schulz sein 70. Lebensjahr.

Schulz war ehrenamtlich außerordentlich engagiert für den Berufsstand tätig. Er setzte sich unter anderem für gleiche Wettbewerbsbedingungen im selben Wirtschaftsraum ein. So lag ihm die Harmonisierung der Pflanzenschutzmittelzulassung, aber auch die Angleichung der Energiekosten innerhalb der EU besonders am Herzen.

Als erfolgreicher Unternehmer konnte er seinen beiden Söhnen den Familienbetrieb übergeben, der unter anderem Salatgurken und Topfkräuter produziert.
Zwei Jahrzehnte war er oberster Gemüsegärtner in Deutschland und vertrat die Interessen aller Gemüseerzeuger vehement aber mit Sachverstand gegenüber der Politik und Wirtschaft.

Schulz ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und erhielt für herausragende ehrenamtliche Leistungen im Gartenbau die goldene Ehrenmedaille des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG).

ZVG-Präsident Jürgen Mertz, Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüsebau und Jens Stechmann, BOG-Vorsitzender, gratulierten Schulz im Namen des gesamten Berufsstandes zu seinem Ehrentag und wünschten ihm persönlich alles Gute.

Bildunterschrift/ Download: Foto ZVG/ Winkhoff
Gerhard Schulz
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