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Stellungnahme zum WELT-Beitrag vom 01. März 2018

„Man könnte Berufe wie Hilfsgärtner schaffen“

Leserbrief des Zentralverbandes Gartenbau e. V. zum WELT-Beitrag vom 01. März 2018

Sehr geehrter Herr Bauer,

mit Erstaunen haben wir Ihren Vorschlag gelesen, Hilfsgärtner als neuen Beruf zu schaffen, um Flüchtlingen und Arbeitslosen eine Perspektive zu bieten.

Sie malen damit ein Bild von der Gartenbaubranche, welches nicht der Realität entspricht und vielmehr alte Vorurteile bedient. Der Beruf des Gärtners ist mehr als nur Strohhut und Gummistiefel.

Der Gartenbau, der die Bandbreite der Produktion von Obst, Gemüse und Pflanzen bis hin zu gartenbaulichen Dienstleistungen abdeckt, ist innovativ, hoch technologisiert und digitalisiert.

Ja, wir brauchen Mitarbeiter. Aber wir brauchen hochqualifizierte Mitarbeiter mit komplexer Ausbildung oder Studienabschluss.

Neben den handwerklichen Fertigkeiten wird auch Fachwissen, wie die Pflanzenkenntnisse zu hunderten Stauden, Zierpflanzen oder Gehölzen, zur fachlich korrekten Durchführung der Arbeiten in Gärtnereien benötigt. Die physiologischen Vorgänge in der Pflanze oder auch die komplexen Kulturführungen gehören zu den vielfältigen Kompetenzen, die ein Gärtner benötigt. Die Produktion von gesunden Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse wird nicht in kurzer Zeit erlernt, sondern benötigt die Zeitdauer, die eine komplette duale Ausbildung umfasst.

Die Vorstellung, Arbeitslose und Flüchtlinge als Hilfsarbeiter im Gartenbau unterzubringen, führt an den Bedürfnissen der Branche vorbei.

Wir haben uns als Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) von Beginn der Flüchtlingskrise an dafür eingesetzt, dass Flüchtlinge über eine qualifizierte Ausbildung einen Einstieg in die Branche finden. Dazu haben wir eigene Modelle entwickelt.

Wir setzen uns außerdem seit Langem dafür ein, dass der Beruf des Gärtners in der Öffentlichkeit so wahrgenommen wird, wie er der Realität entspricht –vielfältig, anspruchsvoll und komplex. Derartige Vorschläge, wie der Ihre bewirken leider das Gegenteil.

Bei Interesse schauen Sie doch gern bei der ZVG-Nachwuchswerbekampagne „Gärtner. Der Zukunft gewachsen.“ unter www.beruf-gaertner.de vorbei.

Bertram Fleischer
Generalsekretär des ZVG

Den Artikel der WELT vom 01.03.2018 finden Sie hier:
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