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Schnelle Anschlusslösung für Saisonarbeitskräfte angemahnt

Stechmann und Ufen: Uns läuft die Zeit davon

(ZVG) Die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) und die Bundesfachgruppe Obstbau pochen auf eine schnelle Anschlusslösung für die Einreise von Saisonarbeitskräften unter Wahrung der strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Anlässlich des heutigen Treffens von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit der rumänischen Arbeitsministerin Violeta Alexandru mahnen die Verbände Handlungsbedarf an.

„Die Zeit läuft uns langsam davon“, betonen BfG-Vorsitzender Christian Ufen und der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Obstbau, Jens Stechmann.

Verstöße gegen die vorgeschriebenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen unbedingt geahndet werden. Für das Vergehen einzelner unverantwortlicher Betriebe dürfe aber nicht die Branche in Sippenhaft genommen werden, so Stechmann und Ufen. Der ZVG und die Fachgruppen hatten frühzeitig ein Hygienekonzept für die Unterbringung der Saisonarbeitskräfte und die Arbeitsabläufe erarbeitet. Der heimische Gartenbau trägt täglich dazu bei, die Bevölkerung mit Obst und Gemüse sowie Pflanzen zu versorgen.

Das angekündigte warme Wetter der nächsten Tage und Wochen wird die Reife auf den Feldern und im geschützten Anbau beschleunigen, unterstreicht Stechmann. Es werden dringend Erntehelfer, unter anderem für Erdbeeren und Kirschen, gebraucht.

Mit der Normalisierung der deutschen Wirtschaft werden die unterstützenden Hände aus der hiesigen Bevölkerung wieder weniger, ergänzt Ufen.


Hintergrund:
Der ZVG hatte zusammen mit dem Deutschen Bauernverband e. V. (DBV), und dem Deutschen Raiffeisenverband e. V. (DRV) nach den öffentlich gewordenen Verstößen gegen die Hygiene- und Abstandsregeln die strikte Einhaltung der Vorgaben angemahnt. Und davor gewarnt, dass die Verstöße nicht nur die Gesundheit der Arbeitskräfte bedroht, sondern auch eine negative Belastung für den gesamten Berufsstand darstellt und die gefundene Kompromisslösung für Saisonarbeitskräfte bedroht.

Bundesinnenministerium und Bundeslandwirtschaftsministerium hatten sich am 2. April 2020 auf ein gemeinsames Vorgehen für die Einreise von Saisonarbeitskräften geeinigt. In diesem Zuge wurden mit dem Robert Koch-Institut (RKI) Vorgaben zum Arbeitsschutz und Unterbringung abgestimmt, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Zusätzliche Vorschriften wurden von den Bundesländern und örtlichen Behörden erlassen. Die Agrarminister der Länder haben das Bundeslandwirtschaftsministerium am 8. Mai 2020 aufgefordert, die Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften über Mai hinaus sicherzustellen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigte für diese Woche Gespräche mit Bundesinnenminister Horst Seehofer über eine Anschlussregelung für die Einreise von Saisonarbeitskräften an.

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