| Informationsdienst Nr. 44 vom 03.11.2011 |
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Ist Zufall vorhersehbar? Ist Erfolg planbar? Die Beet- und Balkonsaison 2011
Fragen und Antworten zur Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Zierpflanzen
(BVZ/mec) Die Gewinner der Saison 2011 waren die Betriebe, die früh in festen Verträgen Angebotsware für den organisierten Handel anbieten konnten. Glück? Oder hat dies tieferliegende Ursachen? Dies zu untersuchen war die Aufgabe, die der Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) an Dr. Susanne Lux, mec marketing and ethics consulting, stellte.
Fragen und Antworten erhielten die Teilnehmer der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Zierpflanzen in Dresden-Pillnitz.
Das Wetter 2011 in Stichworten: Frühling ab Ende März, April und Mai warm und trocken mit hochsommerlichen Temperaturen um Ostern, der Juni nass und kalt. Nach Angabe der AMI, nach dem GfK-Pflanzenpanel, sind die Ausgaben der privaten Verbraucher für Beet- und Balkonpflanzen im ersten Halbjahr 2011 um ein Prozent gesunken, die gekauften Mengen hingegen um ein bis zwei Prozent gestiegen. Einer Mengenausweitung im April und Mai stand ein dickes Minus im Juni gegenüber. In der Gesamtbetrachtung bewegte sich die Ausgabenverteilung nach Monaten auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Langfristig hat sich die Saison jedoch deutlich verschoben. Vor zehn Jahren entfielen auf den April rund 20 Prozent der Ausgaben, fünf Jahre später waren es 25 bis 28 Prozent, heute sind es 30 bis 35 Prozent. Der Marktverlauf 2011 ist somit Ausdruck einer langfristigen Entwicklung, auf die sich ein Teil der Marktakteure, insbesondere der organisierte Einzelhandel, eingestellt hat. Discounter, Supermärkte aber auch Baumarkt- und Gartencenterketten setzen frühzeitig Beet- und Balkonpflanzen-Aktionsware ein, um das Bedürfnis der Verbraucher nach Blühendem zu befriedigen.
Mehr als ein Drittel der Betriebe bewerteten nach vorläufigen Daten der AMI-Erhebung die Absatzentwicklung bei Beet- und Balkonpflanzen deutlich schlechter als in den Vorjahren. Die Preisentwicklung war die zweitschlechteste in den vergangenen zehn Jahren. Ein Viertel der Betriebe meldete gesunkene Preise. Vielfach wurde geäußert, dass „zu viel Ware am Markt“ sei. Die für 2011 geplante Mengenausweitung bei Beet- und Balkonpflanzen lag nach AMI-Erhebung bei 0,5 Prozent. An einem deutlichen Mehr an Importware lag es nicht, denn auch die niederländischen Importlieferungen an Topf- und Gartenpflanzen im ersten Halbjahr 2011 zeigten keinen Zuwachs. Bezogen nur auf Beet- und Balkonpflanzen / Freilandpflanzen lagen die Gesamtimporte im ersten Halbjahr 2011 bei rund 125 Millionen Euro, davon kamen rund 80 Prozent aus den Niederlanden. Gleichzeitig sind die deutschen Exporte an Beet- und Balkonpflanzen / Freilandstauden im ersten Halbjahr 2011 deutlich gestiegen.
Der Markt für Beet- und Balkonpflanzen wird 2011 voraussichtlich zum dritten Mal in Folge leicht schrumpfen. Bis 2008 ist er nach Angaben der ZMP/AMI nominal kontinuierlich gewachsen und zwar auf rund 2,01 Milliarden Euro. Ein Erklärungsansatz für das sinkende Marktvolumen in Euro sind steigende Marktanteile niedrigpreisiger Absatzformen, allen voran der Discounter. 1996 lag der auf die Menge bezogene Marktanteil der Discounter bei 5 Prozent, 2000 bei rund 10 Prozent, heute bei 20 Prozent. Der Fachhandel hat Marktanteile abgegeben, vor allem Einzelhandelsgärtnereien mit einem von 1996 bis heute auf 14 Prozent halbierten Marktanteil. Ein weiterer Erklärungsansatz ist demographischer Natur. Die älteren Menschen – die Hauptzielgruppen auch bei Beet- und Balkonpflanzen – werden zwar grundsätzlich mehr, aktuell könnte der grüne Markt aber eine Sonderentwicklung durchlaufen, die ihre Ursache im ausgeprägten Geburtenknick am Ende bzw. kurz nach dem 2. Weltkrieg hatte.
Die von nun an wieder steigende Zahl der künftigen Vielkäufer allein wird jedoch nicht ausschlaggebend sein. Menschen geben nicht nur, weil sie älter werden, auch mehr für Blumen und Pflanzen aus. Motor des bis 2008 stetig wachsenden Outdoor-Pflanzenmarktes war vor allem das frei verfügbare Einkommen der Vielkäufer. Die fetten Jahre gehen aber dem Ende zu, insbesondere für Rentner und Pensionäre.
Auch die Zeitknappheit „mittelalter“ Zielgruppen hat langfristig Konsequenzen. Für die Dekoration von Terrasse, Balkon und Garten braucht man Zeit, für das Aufräumen, den Einkauf, das Pflanzen, Pflegen und Wässern. Zeit, die bei den so genannten Dinks (Double-Income-No-Kids) genauso knapp ist wie bei Familien mit Kindern – und berufstätigen Müttern. Die Menschen werden in noch stärkerem Maße Pflanzen dort einkaufen, wo sie auch die Waren des täglichen Bedarfs finden. Sie werden dort (vielfach) auf ein größeres, höherwertigeres Angebot treffen, das auch emotionalen Zusatznutzen bringt, wie z. B. regionale (Bio-) Produktion. Infotainment / Edutainment rund um die Pflanze werden sie dort suchen, wo sie Ursprüngliches und Know-how vermuten. Service gepaart mit Events wird für den Fachhandel essenziell sein, um überleben zu können. Diejenigen, die (preisgünstige) Dienstleistungen rund um das Thema Balkon / Terrasse / Garten anbieten, werden einen großen Teil der Wertschöpfung im Bereich Garten abschöpfen – und nebenbei auch Pflanzen verkaufen. Der organisierte Einzelhandel wird in immer stärkerem Maß eine effiziente Wertschöpfungskette fordern. Züchter, Jungpflanzenproduzenten, Produzenten und Großhandel – sie alle werden gefordert sein, den Aufwand für den Einzelhandel zu minimieren.
Für die Branche gehört eine regelmäßige Marktbeobachtung mit Fortschreibung der Datenreihen dazu. Wo möglich, sollte dazu in der Wertschöpfungskette kooperiert werden, auch bei der Datenfinanzierung. |
Vertrauen ist die neue Währung
BVZ-Herbsttagung befasste sich mit Corporate Social Responsibility (CSR):
Unternehmensverantwortung – ein Muss für die Zukunft
(BVZ/ZVG) „CSR ist kein Trend, sondern wird langfristig Bestand haben und für Unternehmen ein Muss sein, um in der Zukunft bestehen zu können“, prophezeite Professor Dr. Nick Lin-Hi, von der Universität Mannheim auf der Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ). Unter dem Motto „Nachhaltige Produktion – eine Investition in die Zukunft“ trafen sich die Delegierten vom 27. bis 29. Oktober in Dresden-Pillnitz.
CSR bezeichnet ein integriertes Unternehmenskonzept, das alle sozialen, ökologischen und ökonomischen Beiträge eines Unternehmens zur freiwilligen Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung beinhaltet, die über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen hinausgehen. Im Rahmen der Vortragsveranstaltung und der sich anschließenden Podiumsdiskussion wurden daher auch die Schwerpunkte in den Bereichen Umwelt, Mensch und Wirtschaft gelegt. „Vertrauen wird dadurch aufgebaut, dass Versprechen gehalten werden. Unternehmen sollten daher nichts versprechen, was sie nicht umsetzen können. Und sie sollten das, was sie versprechen, auch tatsächlich tun“, so Professor Dr. Lin-Hi. Die Akzeptanz in das deutsche Wirtschaftssystem nehme seit Jahren rapide ab. Unternehmer hätten das Vorurteil gegen sich, Gewinne auf unmoralische Art und Weise zu erzielen. Denke man nur an die
aktuelle Finanzkrise oder die Umweltkatastrophe, die durch die Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon ausgelöst wurde, sei dem nicht viel entgegenzusetzen, so Lin-Hi.
Gewinn oder Verantwortung geht das überhaupt zusammen? Die Beantwortung dieser Frage galt es, im Folgenden zu beantworten. Einerseits seien 98 % der Manager der Überzeugung, dass Ethik sich langfristig auszahle; kurzfristig stehe jedoch zumeist die Gewinnoptimierung im Vordergrund. Unternehmensverantwortung sei daher nicht das Errichten einzelner Leuchttürme oder die Vollbringung einzelner „guter Taten“. Vermögenswerte würden durch kurzfristige Gewinnerzielung zu Lasten Dritter gefährdet. Ob die Nutzung problematischer Pflanzenschutzmittel oder die Vernachlässigung von Sicherheitsstandards – CSR sei das Management von Konfliktfeldern. Es habe nichts mit „Gutmenschentum“ zu tun, sondern mit gutem Management. Im unternehmerischen Alltag sei dies nicht immer ganz einfach umzusetzen. Die permanente Transparenz, die zunehmende Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung nicht gehaltener unternehmerischer Versprechen, erhöhten den Druck von außen und bei fehlender CSR-Kompetenz auch die Kosten. Zusammengefasst impliziere das laut Lin-Hi:
- CSR ist keine Wahlmöglichkeit für Unternehmen, sondern eine Voraussetzung für ihre Zukunftsfähigkeit
- CSR wird durch verschiedene Player weiter forciert
- Unternehmen sind gut beraten, CSR nicht als notwendiges Übel, sondern als
Investitionsmöglichkeit zu begreifen
- Geraten wird zur Verantwortungsübernahme auch in der Blumenbranche.
Unternehmenserfolge mit nachhaltigen Zertifikaten für Blumen
Die Unternehmenserfolge alleine durch Zertifikate abzusichern, sei nicht der richtige Weg, so Referentin Silke Peters, von 2nd floor, Projektentwicklung und Kommunikation, Köln. Gemäß CSR betonte auch sie, dass Nachhaltigkeit eine Querschnittsaufgabe sei, die alle Managementfelder beträfe. Siegel seien nur ein Instrument. Es ginge um mehr als um die Suche nach dem „Supersiegel“. Vielmehr müsse jeder für sich herausfinden, was für ihn und sein Unternehmen passe. Die Vielfalt der schon auf dem Markt befindlichen Siegel für den Blumenmarkt, wie FFP, FLP oder Fairtrade, hätten alle gemein, dass sie forderten
- Keine Kinder- und Zwangsarbeit
- Gesundheits- und Mutterschutz
- Existenzsichernde Löhne
- Gewerkschaftsfreiheit
- Verbot hochgiftiger Pflanzenschutzmittel
- Verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Unterschiede gebe es in verschiedenen Details und den Vermarktungswegen. Dazu kämen das B-to-B-Label Global G.A.P. und verschiedene Bio-Siegel, auf die der Lebensmitteleinzelhandel schon sehr früh gesetzt habe. Bei allem Einsatz seien Markttransparenz und Schaffung von Vertrauen die wichtigste Währung in der Beziehung zum Verbraucher. Peters ist überzeugt, dass hier der einzelne Gartenbauunternehmer – neben der Identifikation mit einem Label – viele Möglichkeiten nutzen könne: ob über Einblicke in die Gärtnerei via Internet, überzeugtes Tun durch Mitarbeiter, Kooperationen und nicht zuletzt über das Gespräch mit dem Kunden. Das Wichtigste sei bei allem, dahinter zu stehen und authentisch zu sein.
Mitarbeiter – die wichtigste Ressource für den Betriebserfolg
Bei den Entscheidungskriterien über Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens haben die die höchste Priorität, bei denen die Mitarbeiter direkten Einfluss haben: Diese Überzeugung zog sich wie ein roter Faden durch den Bericht von Jens Schachtschneider, Neersen, aus der Praxis eines produzierenden Staudengärtners. Motivation sei alles und nur Mitarbeiter, die die Zusammenhänge kennen würden, seien bereit, sich zu engagieren. Dies sei nichts Neues, jedoch die Umsetzung in den Unternehmen nicht immer selbstverständlich. Dass Persönlichkeit über Fachlichkeit gehe und vor allem in der Persönlichkeitsbildung große Potenziale lägen, sei Basis einer optimalen Zusammenarbeit und entscheide mit darüber, ob man in der Kreisliga dümpele oder in der Bundesliga spiele. Vertrauen ist die Basis – dies gelte nicht nur im Kundenkontakt gemäß CSR, sondern gleichermaßen für die Mitarbeiter. Dabei müsse die Qualität, die man von den Mitarbeitern erwarte, auch vom Unternehmer erfüllt werden. „Über die Zukunft unserer Betriebe“, so Schachtschneider, „entscheiden nicht das Wetter, Landgard oder der Grüne Daumen, sondern Führungsqualitäten und soziale Kompetenz.“
Energieeffizienztische
„Die Netzwerkidee erlebt eine Renaissance, der Kooperationsgedanke lebt wieder auf.“ Zu diesem Schluss kommt Georg Hanka, Kempen, der kurzfristig die Intentionen der Energieeffizienztische vom Modell Hohenlohe vor den Delegierten präsentierte.
Im Modell Hohenlohe haben sich schon vor 20 Jahren Unternehmer branchenübergreifend an einen Tisch gesetzt mit der Idee, den Nutzen für die Umwelt mit ökonomischen Zielen zu verknüpfen, in einem Netzwerk entsprechende Maßnahmen einzuleiten und betriebsspezifisch umzusetzen. Unterstützt werden diese Energieeffizienztische durch externe Institutionen, moderiert durch einen Coach. Aufgebaut werden lernende Netzwerke, die die unterschiedlichen Kompetenzen der Beteiligten nutzen und in die Unternehmen neues Know-how einbringen. Zunehmende Unterstützung erhält diese Idee von der politischen Ebene im Bund, in den Ländern und der EU mit dem Ziel, die KMU-Unternehmen bei der Reduzierung von Umweltauswirkungen zu unterstützen. In Projekten, die in der Regel drei bis fünf Jahre laufen, konnte eine Energiekosteneinsparung im Zeitraum von 2002 bis 2007 von 20 % und eine entsprechende Reduzierung der CO2-Emmissionen realisiert werden. Der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) wird sich dem Thema Ressourceneffizienztische im Rahmen des Energieportals widmen.
In der abschließenden Diskussionsrunde fasste Heinrich Hiep als BVZ-Vorsitzender die Intentionen des BVZ zusammen. Man habe die Aufgabe, die Unternehmen nicht zu den Getriebenen zu machen, sondern zeitnah Entwicklungen einzuleiten und mit zu gestalten, um Unternehmenserfolge langfristig zu sichern. Professor Dr. Lin-Hi unterstützte diesen Ansatz und motivierte die Branche, sich im Rahmen der Diskussionen von CSR, die bereits jetzt von den großen Handelsketten für die Ausrichtung des Blumensektors geführt würden, intensiv mit einzubringen. Wesentlich sei auch dabei eine nachhaltige Vorgehensweise, Vernetzen in der Gemeinschaft und eine intensive Kommunikation. In der Kommunikation könne dabei, so Hiep, das Grüne Medienhaus (GMH) eine wichtige Rolle übernehmen.
Bildunterschriften/Downloads:
Im Rahmen der Delegiertenversammlungen hatten die Teilnehmer Gelegenheit, die Betriebe Ernst Risse, Coswig, Elsner pac Jungpflanzen Thiendorf, Dresden, und Arndt Kühne, Dresden, zu besichtigen. Im Bild: Antonia Feindura bei der Führung durch den Betrieb Elsner pac. Foto: BVZ/Banse
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Professor Dr. Nick Lin-Hi hielt auf der BVZ-Herbsttagung einen Vortrag über CSR. Foto: ZVG/Banse
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Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit den Grußwortrednern. Von links: Stefan Wartenberg, Sächs. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Pillnitz, Heinrich Hiep, BVZ-Vorsitzender, Winfried Kaiser, Präsident Landesverband Sachsen, Heinz Herker, ZVG-Präsident, Professor Dr. Nick Lin-Hi, Rupert Fey, Silke Peters, Georg Hanka, Ludwig Zeitheim, Jens Schachtschneider. Foto: BVZ/Banse
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Die Podiumsdiskussion bei der BVZ-Herbsttagung (von links): Rupert Fey, Heinrich Hiep, Professor Dr. Nick Lin-Hi, Georg Hanka, Silke Peters, Ludwig Zeitheim, Jens Schachtschneider. Foto: BVZ/Banse
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Heinrich Hiep als BVZ-Vorsitzender wiedergewählt
Ergänzung des BVZ-Vorstandes
(BVZ/ZVG) Im Rahmen der Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ) am Freitag, 28. Oktober in Dresden wurde Heinrich Hiep, Kevelaer, für eine dritte
Periode eindrucksvoll in seinem Amt bestätigt. Mit einem einstimmigen Votum sprachen sich die Delegierten aus den Fachgruppen der Landesverbänden und Sondergruppen des BVZ eindeutig für die Fortsetzung seiner erfolgreichen Arbeit aus.
Hiep, einer der Motoren in der Strukturentwicklung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), wird damit auch in den kommenden Jahren die Interessen der Produzenten des deutschen Zierpflanzenbaus vertreten.
Ebenfalls bestätigt wurden in ihren Ämtern die Vorstandsmitglieder, Helmut Peters, Kevelaer, und Rüdiger Walz, Stuttgart. Neu in den Vorstand gewählt wurden die jungen Unternehmer Kathi Bräutigam, Langerwisch, und Thomas Viehweg aus Issum.
Bildunterschrift/Download:
Manfred Behre (rechts), stellvertretender Vorsitzender des BVZ, gratuliert den gewählten Repräsentanten (von links): Thomas Viehweg, Rüdiger Walz, Helmut Peters, Kathi Bräutigam, Heinrich Hiep. Foto: BVZ/Banse
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50 Jahre Grüne Charta
Festakt auf Schloss Mainau
(Mainau GmbH) „Möge die Grüne Charta von der Mainau dienen, fördern und helfen und vor allem: Taten auslösen. Dieser bedarf unsere Zeit am dringlichsten“, sind die Worte, mit denen Graf Lennart Bernadotte am 20. April 1961 die Grüne Charta von der Mainau verkündete.
In einem Festakt am Samstag, 22. Oktober, anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Manifests unterstrich Graf Björn Bernadotte, Sohn des legendären Mainau-Begründers die Weitsichtigkeit seines Vaters sowie dessen Mitstreitern. Festredner Professor Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister, erläuterte im voll besetzten Weißen Saal des Mainau-Schlosses mit Gästen aus Adel, Politik und Gesellschaft die visionären Forderungen des Dokuments im Kontext der damaligen Zeit und zeigte die Aktualität der Grünen Charta auf. Unter den Gästen war auch Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG). Er vertrat den gärtnerischen Berufsstand, der sich dem umweltschützerischen Gedanken wie er in der Charta dargelegt wird, seit jeher verpflichtet sieht.
Den Anlass für dieses bedeutende Manifest bildeten die fünften Mainauer Gespräche, zu denen Graf Lennart Bernadotte Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft einlud, um über die Zukunft des Naturschutzes in Deutschland zu diskutieren. Er hatte sie 1957 initiiert. Die „Grüne Charta von der Mainau“ ist eines der herausragenden Ergebnisse dieser Gespräche. Der anwesende Bundespräsident Heinrich Lübke rief daraufhin den „Deutschen Rat für Landespflege“ (DRL) ins Leben, der wesentlich dazu beitragen sollte, die in der Grünen Charta aufgestellten Forderungen umzusetzen. Der DRL wurde am 5. Juli 1962 von Graf Lennart Bernadotte berufen und steht seitdem ständig unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten. Graf Lennart Bernadotte war viele Jahre Sprecher des Rates. Die „Grüne Charta von der Mainau“ enthält zwölf Forderungen zur Sicherung gesunder Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Sie ist das erste zentrale Dokument deutscher Umweltgeschichte, das über die Vorstellung hinausweist, Umweltschutz sei vor allem Heimat- und Landschaftsschutz. Sie diagnostiziert eine ernsthafte Beeinträchtigung der natürlichen Umwelt und fordert daher auch übergreifende Maßnahmen. Naturschutz wird darin endlich als praktisches ökologisches Problem begriffen, bei dem es darum geht, die für den einzelnen als schädlich erkannten Einflüsse der Umweltzerstörung zu beheben.
„Visionäre, die erkannten, wie weit reichend dieses wirtschaftliche Wachstum subventioniert wurde durch die Abwälzung von Kosten auf die Natur, auf die Menschen in anderen Regionen in dieser Welt und auf kommende Generationen“, so Klaus Töpfer in seiner Beschreibung Graf Lennart Bernadottes und der wenigen Visionäre dieser Zeit. „Erst langsam lernen wir, den ökonomischen Wert von Dienstleistungen der Natur zu schätzen – und ihnen einen angemessenen Preis am Markt zu verschaffen“, unterstreicht Bundespräsident Christian Wulff die Aktualität der Forderungen der Grünen Charta in seinem schriftlichen Grußwort.
Der Festakt schloss mit der Ehrung zweier Institutionen – Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 und Deutscher Rat für Landespflege – für langjähriges Engagement im Sinne der Forderungen der Grünen Charta.
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„50 Jahre Grüne Charta“ feierten mit vielen Gästen auf Schloss Mainau (von links) Graf Björn Bernadotte (Geschäftsführer Mainau GmbH), Professor Dr. Klaus Töpfer. Foto: Mainau GmbH
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„50 Jahre Grüne Charta 2“ war ein wichtiger Grund gemeinsam zu feiern (von links): Professor Dr. Werner Konold (Sprecher Deutscher Rat für Landespflege), Karl Zwermann (Präsident Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822), Graf Björn Bernadotte (Insel Mainau), Professor Dr. Dagmar Schipanski (Vorsitzende Lennart Bernadotte-Stiftung), Professor Dr. Dr. Wolfgang Haber (Ehrenmitglied Deutscher Rat für Landespflege), Professor Dr. Klaus Töpfer. Foto: Mainau GmbH
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EU-Agrarpolitik in der Kritik
VDL und BHGL luden zu Parlamentarischem Abend ein
(VDL/BHGL) Die EU-Kommissionsvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 boten reichlich Gesprächs- und Zündstoff auf dem traditionellen Parlamentarischen Abend von VDL-Bundesverband Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. und Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) am Montag, 17. Oktober, in Berlin. VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und BHGL-Präsident Professor Dr. Uwe Schmidt hießen im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft rund 150 Gäste willkommen, darunter auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete.
In seiner Begrüßungsansprache kritisierte Ebel-Waldmann die jüngsten Brüsseler Verlautbarungen zur Agrarpolitik nach 2013, die in ihrer Umsetzung nur begrenzt zielführend seien. Es sei kontraproduktiv, wenn sieben Prozent der Fläche aus der Produktion und Betriebsgrößen gegeneinander ausgespielt würden. „Unsere deutsche Landwirtschaft verliert täglich alleine über 80 Hektar wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche, die zu Siedlungs- und Verkehrsfläche wird“, gab der VDL-Präsident zu bedenken.
Für Michael Goldmann, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestages, steht die EU-Agrarpolitik vor großen Herausforderungen. Das gelte auch für die Integration der Landwirtschaft in den osteuropäischen Staaten – beispielsweise in Rumänien und Kasachstan. Sicherheit und Standards würden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, das „EHEC-Problem“ habe eine ganz neue Dimension aufgezeigt.
Nach den Worten von Franz-Josef Holzenkamp, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, wird die Kritik an der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung immer stärker, auch in Verbindung mit den Agrarreformbestrebungen und Erwartungen an die Brüsseler Agrarpolitik. Holzenkamp brandmarkte die Absichten der EU-Kommission und stellte die Frage: „Wollen wir tatsächlich in Deutschland eine Fläche von über 600.000 Hektar brach fallen lassen?“ Nach Darstellung Holzenkamps werden in Brüssel Agrarpolitik und Sozialpolitik „überkreuzt“. Die Agrarwirtschaft müsse sich stärker in die gesellschaftliche Diskussion einbringen, „Wir brauchen mehr Innovation und Forschung hierzulande“, so der Mahnruf des CDU-Politikers.
Nach Karin Binder, MdB der Linken, hat eine soziale und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft, die gesunde Nahrungsmittel produziert, oberste Priorität. In der Diskussion zur Gemeinsamen Agrarpolitik begrüße ihre Partei, dass der Faktor Arbeit nach den Vorstellungen von EU-Agrarkommissar Ciolos berücksichtigt wird. FDP-Politiker Dr. Edmund Geisen zog „Halbzeitbilanz“ und stellte fest, dass „wir besser sind als unser derzeitiger Ruf“. So habe die Bundesregierung den Etat Bildung und Forschung für 2011/2012 um 12 Milliarden Euro aufgestockt. Diese Mittel sollten insbesondere im Interesse der Gesellschaft vorrangig zur Förderung von Ernährung und Energie verwendet werden. Geisens abschließender Appell: „Wir alle müssen uns mit Blick auf eine friedvolle Zukunft mehr Gedanken über die Welternährungspolitik Gedanken machen und damit zu Hause anfangen“. |
Karlheinz Rücker verabschiedet
80 Seminare in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg
(BGG) 80 Seminare hat Karlheinz Rücker in der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg seit 1983 als Redakteur der Zeitschrift „Gartenpraxis“ konzipiert, geplant und geleitet. Im Rahmen des diesjährigen „GP-Seminars“ mit dem Titel „Die besten Stauden und deren Funktionen in Pflanzungen“, Anfang Oktober, wurde er vom Leiter der Bildungsstätte, Matthias Hub, in einer Feierstunde verabschiedet. Langjährige Teilnehmer der GP-Seminare und „Gartenpraxis“-Leser nutzten die Gelegenheit, sich ebenfalls anekdotenreich und kurzweilig vom ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift zu verabschieden. Als Überraschungsgast war der Pflanzexperte David Gilchrist, der mehrere Exkursionen der „Gartenpraxis“ als Reiseleiter begleitet hatte, angereist.
In den Danksagungen wurde unisono der hohe Qualitätsanspruch von „Mr. Gartenpraxis“, die umfangreichen Pflanzenkenntnisse und die hohen Ansprüche an die technische Qualität, insbesondere bei der Fotografie hervorgehoben. Matthias Hub betonte das hohe fachliche Niveau der Gartenpraxisseminare, die ursprünglich für Hobbygärtner gedacht waren, von Karheinz Rücker aber zu Veranstaltungen von höchstem Niveau auch für Gartenplaner, Gestalter und Gehölz- und Staudenverwender entwickelt wurden und bedankte sich für das langjährige außergewöhnliche Engagement in der Bildungsarbeit. Ab kommendem Herbst finden die „Gartenpraxis“-Seminare unter Leitung des neuen Chefredakteurs Jonas Reif wie gewohnt in Grünberg statt.
Bildunterschrift/Download:
Stabübergabe (von links): Jonas Reif, Karlheinz Rücker, Matthias Hub. Foto: Bildungsstätte Gartenbau
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23.-25.3.2012 Vorbereitungsseminar auf Abschlussprüfung im Produktionsgar-tenbau
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15.-30.11.2012 Mit den Junggärtnern nach Indien
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Vorbereitung auf Abschlussprüfung im Garten- und Landschafts-bau
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15.-16.9.2012: „Kein Ort wie jeder andere“ als Motto für Tag des Friedhofs 2012 festgelegt
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2.-4.3.2012: „Fit für die Baustelle“-Seminar
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