Hightech-Gewächshaus in Hannover-Ahlem eingeweiht
90 Prozent weniger Heizöl und Gas im Unter-Glas-Anbau erhofft (LVG/ZVG) Das auf dem Gelände der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Hannover-Ahlem errichtete Niedrigenergie-Gewächshaus wurde am Dienstag, 13. Juli, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Vertreter aus Politik und Wirtschaft trafen sich in der zur Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehörenden LVG, um das bereits im Februar fertig gestellte Hightech-Gewächshaus feierlich einzuweihen. Nach Ansicht von Kammerpräsident Arendt Meyer zu Wehdel werden die Themen Energie und Kohlendioxid-Reduktion die zukünftige Unter-Glas-Produktion maßgeblich prägen. Hier gebe das neue Gewächshaus, in dem Grundlagenforschung und angewandte Forschung betrieben werden, wichtige Impulse. „Wir sind stolz auf unseren Forschungs-Leuchtturm, mit dem die gewonnenen Erkenntnisse direkt in gärtnerisches Handeln umgesetzt werden können. So wünschen wir uns das als Praktiker“, sagte Meyer zu Wehdel vor rund 60 geladenen Gästen. Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), bewertet das Niedrigenergie-Gewächshaus aus Sicht des Berufsstandes als sehr wertvoll: „Das Projekt bietet großartige Möglichkeiten, neue Erkenntnisse über den effizienten Energieeinsatz zu gewinnen. Der Branche steht mit dem Gewächshaus in Hannover-Ahlem ein zukunftsweisendes Forschungsobjekt zur Erprobung neuer Kulturtechniken und technischer Innovationen zur Verfügung.“ Das knapp 1.000 m² große Gewächshaus verbraucht im Vergleich zur konventionellen Bauweise deutlich weniger fossile Energie. Dank eines besonders lichtdurchlässigen Glases und einer extrem guten Isolierung wird nicht nur der Energieverlust reduziert, sondern auch Energie eingefangen. Ein neu entwickeltes Heizsystem speichert an warmen Tagen überschüssige Wärme, die bei Bedarf wieder abgegeben wird. In Kombination mit einer besonders effizient arbeitenden Wärmepumpe und weiteren technischen Raffinessen, zum Beispiel der Temperaturführung anhand von Wetterprognosen, soll nur noch drei Monate im Jahr Heizungswärme aus fossiler Energie benötigt werden. Fachleute erhoffen sich eine Ersparnis an Gas und Heizöl von 90 Prozent. Neben technischen Fragen zur Energieeinsparung gilt das wissenschaftliche Interesse dem Verhalten von Zierpflanzen in einem solchen Gewächshaus. Zukünftig wird hier nach Pflanzen und Sorten gesucht, die wechselnde Temperaturen besonders gut vertragen können. Der hochmoderne Glaskomplex ist Herzstück der Zukunftsinitiative Niedrig-Energie-Gewächshaus (ZINEG). Das ZINEG-Projekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Forschungsverbund mit Hochschulen in Hannover, München und Berlin durchgeführt. Die Kosten für das Gesamtprojekt betrugen bisher etwa drei Millionen Euro. Unterstützt wird ZINEG durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und die Landwirtschaftliche Rentenbank.
Autor: Pressereferat
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