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ARCHIV: Meldung vom 08.07.2010

Gärtnerischer Fachhandel traf sich in Berlin

BVE-Sommertagung 2010 mit Impulsen für die Zukunft

(ZVG/BVE) Rund 80 Gärtnerinnen und Gärtner folgten der Einladung des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner (BVE) im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) unter dem Motto: „Po-tenziale erkennen und nutzen“. Die Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland zur Sommer-tagung in die Bundeshauptstadt.

„Der sich rasch wandelnde Markt verlangt von Unternehmern jeden Tag schnelle und flexible Entscheidungen“, so Jürgen Herrmannsdörfer, BVE-Vorsitzender aus Würzburg. „Die Som-mertagung soll den Gärtnern und Gärtnerinnen Impulse für die eigene Arbeit vermitteln und gleichzeitig zum Gedankenaustausch genutzt werden.“

In seinem Grußwort ging der Präsident des Landesverbandes Gartenbau und Landwirtschaft e. V. in Berlin, Lutz Grille, auf die Ausbildung in der Zukunft ein. Aus seiner Sicht müsse die Kompetenz in Beraten und Verkaufen bei den gärtnerischen Auszubildenden gestärkt werden. Der BVE sei hier mit seiner Arbeit auf dem richtigen Weg und stelle die richtigen Weichen für die Zukunft, so der Berliner Landesverbands-Präsident.

Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“, eröffnete im Gespräch mit dem Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), Dr. Siegfried Scholz, den fachlichen Teil der Sommertagung. Bei vielen Themen der Diskussion herrschte Übereinstimmung. Pellengahr und die anwesenden Gärtner und Gärtnerinnen waren sich einig, dass die Bürokratie einen Punkt erreicht habe, der die Grenze der Belast-barkeit darstelle. Unterschiedliche Meinungen vertraten hingegen die beiden Gesprächspart-ner beim Punkt der Steuervereinfachung. Der ZVG steht nach wie vor zum ermäßigten Steu-ersatz bei Blumen und Pflanzen. Bei entsprechenden Preiserhöhungen auf alle Blumen und Pflanzen wäre Konsumverzicht die Folge, denn die hohe Preiselastizität der Nachfrage bei Blumen und Pflanzen führe zur Reduzierung der Nachfrage. Ein weiterer Punkt wäre der Einbruch von Nettoerträgen in allen Gartenbaubetrieben und Blumengeschäften, da die Steuererhöhung nicht in vollem Umfang auf Konsumenten abgewälzt werden könne. Die Initiative hingegen sieht den ermäßigten Mehrwertsteuersatz nur im Bereich der Lebensmittel. Eine Senkung des regulären Steuersatzes auf 16 Prozent würde aus Sicht von Pellengahr die Binnenkonjunktur stärken.

Simone Angst-Muth, Inhaberin der „sam - Agentur für Kommunikation“ aus Würzburg prä-sentierte mit Beispielen aus der Praxis, wie das Erscheinungsbild eines Unternehmens maß-geblich am Erfolg beteiligt ist. „Zielgruppenorientierte Kommunikation ist hier der Schlüssel zum Erfolg“, so die Inhaberin der Agentur. Die Instrumente dafür seien: Ein Firmenauftritt, der begeistert, und die richtige Wahl der Kommunikationsmedien.

Birgit Jacquemin, Beraterin der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster, berichtete von ihrer Erfahrung aus der täglichen Beratung bei inhabergeführten Betrieben. „Gerade die Geschäftsführung ist in Betrieben mit Familienangehörigen sehr komplex und bedarf einer ausgewogenen Entscheidungsfindung“, so Jacquemin im Vortrag. Im Span-nungsfeld zwischen Betrieb und Familie seien die Rollen jeweils genau zu trennen und müssten der jeweiligen Situation angepasst werden. Entscheidungen zur Familie hätten im Betrieb nichts zu suchen und umgekehrt.

Christian Engelke, Inhaber der Gärtnerei Engel & Engelke aus Bückeburg, stellte den Ein-zelhandelsgärtnern sein Betriebskonzept vor. Seit der Übernahme des Betriebes im Jahr 2003 sei das Dienstleistungsangebot ständig erweitert worden. Die Umsatzentwicklung bei der Dienstleistung im Vergleich zum Endverkauf bestätige die Richtigkeit dieser Entscheidung. Derzeit seien vier Geschäftsteile etabliert: Einzelhandel, Friedhofsgartenbau, Garten-gestaltung und Raumbegrünung. Dies sei aber nur durch eine konsequente Kalkulation der einzelnen Bereiche möglich. Die Beschäftigung mit Zahlen und deren Auswertung sieht En-gelke als wesentlichen Erfolg bei dienstleistungsorientierten Betrieben. Des Weiteren setzt die Gärtnerei Engel & Engelke auf die Verbandsarbeit und ist in fast allen Bereichen mit Qualitätszeichen am Markt bekannt.

Am letzten Tag der Sommertagung wurden die Königliche Gartenakademie in Berlin-Dahlem und das Rosengut Langerwisch besichtigt. Gabriella Pape, Gründerin der Akademie, nahm die Gruppe der Einzelhandelsgärtner in Empfang. Sie erläuterte das Konzept sowie die Ge-schichte der traditionsreichen „Königlichen Gärtnerlehranstalt“, in der zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Weiterbildung für Gärtner angeboten wurde, die schon eine praktische Lehrzeit absolviert hatten. Die Ausbildung selbst war praktisch, wissenschaftlich und künstle-risch ausgerichtet. Das heutige Ziel der Gartenakademie sei es, ein hochklassiges Zentrum zur Förderung der Gartenkultur und der Gartenkunst in Deutschland zu schaffen. Hierzu zählten sowohl die Bemühungen um ein besseres Verständnis der Gartenkunst bei Laien, Fachleuten und Gartenliebhabern, als auch - und vor allem - die Vermittlung von Kenntnissen über Pflanzen, Natur und Gestaltung sowie geschichtliche Zusammenhänge. „Ein informierter Kunde ist ein besserer Kunde - weil er weiß, was er erwarten kann“, so Pape.

Gerhard Bräutigam, Inhaber des Hauses Rosengut Langerwisch, empfing die Endverkaufs-gärtner beim zweiten Exkursionsziel in Michendorf. Auf rund 1,8 ha unter Glas kultiviert der Betrieb ein breites Sortiment an Beet- und Balkonpflanzen. Hinzu kommen 2,5 ha Freiland-flächen, auf denen mehr als 450 Rosensorten im Pflanzcontainer sowie Dahlien, winterharte Chrysanthemen, Lavendel, Rittersporn, verschiedene Gräser und weitere Stauden produziert werden. „Neben der Produktion spielt der Endverkauf eine wesentliche Rolle“, so Bräutigam. Das Rosengut Langerwisch konnte bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren bei der Wahl von Brandenburgs „Gärtnerei des Jahres“ den Sieg davon tragen. Entscheidend dafür waren die neu gestalteten Verkaufsräume und die ansprechende Warenpräsentation. Weiterhin gefielen die hohe Qualität der Pflanzen und Zusatzartikel, die kundenfreundlichen Serviceangebote sowie die neuen Kinderspielplätze und Ruhezonen im Innen- und Außen-bereich.

Weitere Informationen in der Geschäftsstelle des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner im Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin, Telefon: 030 2000 65 19, Telefax: 030 2000 65 21, E-Mail: info@ihre-gaertnerei.de

Autor: Pressereferat
E-Mail: pressereferat@g-net.de

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