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ARCHIV: Meldung vom 01.07.2010

Starke Ernteausfälle bei Sauerkirschen in ganz Europa

Kneib: Erzeugerbetriebe in ganz Europa müssen Ausgleich erwirtschaften

(BFGO) Durch die kühle regenreiche Witterung in den vergangenen Monaten wird für Europa die kleinste Sauerkirschenernte der vergangenen Jahre erwartet. Betroffen sind alle marktrelevanten Anbauregionen mit Ernteeinbußen von 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erhebungen der AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH und Expertenbefragungen der Fachgruppe Obstbau lassen aus heutiger Sicht für Mitteleuropa nur eine Ernte von 250.000 t Sauerkirschen erwarten. Die früher reifenden Anbauregionen, wie Ungarn oder Serbien, mussten durch umfangreiche Niederschläge vor Erntebeginn ihre Schätzungen deutlich nach unten korrigieren. Nach den desolaten Auszahlungspreisen in 2008 und 2009 wurden außerdem umfangreiche Flächen in Deutschland und Polen gerodet.

Die deutschen Erzeugerorganisationen erwarten für 2010 ein Absatzvolumen von 11.000 t, damit 35 Prozent weniger als im Vorjahr. Die hochgerechneten Daten der Absatzorganisationen lassen aber eine nationale Erntemenge von rund 21.000 t erwarten. Den Ausschlag für die schwächere Ernteerwartung in Deutschland gibt insbesondere die in 2009 starke Flächenreduzierung von 20 bis 25 Prozent. Im Gegensatz zu den übrigen europäischen Stand-orten zeigen die Kulturen eine gute Entwicklung. Für Ungarn schätzt das FruitVeB die Erntemenge auf 40.000 bis 44.000 t Sauerkirschen. Daraus ergibt sich zu den beiden Vorjahren ein Minus von 40 bis 45 Prozent. Eine vergleichbare Situation ergibt sich für Serbien. Durch die extreme Witterung in den vergangenen Wochen reduziert sich das Angebot bei Sauer-kirschen ebenfalls um 40 bis 45 Prozent. Dänemark ist in der laufenden Saison kaum lieferfähig und erwartet mit 1.500 t eine weit unterdurchschnittliche Ernte. Polen leidet insbesondere unter einem starken Monilia-Befall und dürfte nach Schätzungen lediglich auf eine Ernte von 120.000 t hoffen. Damit wird das „normale“ Aufnahmevolumen der Verarbeitungsindustrie (ca. 150.000 t) deutlich unterschritten.

„Qualitativ hochwertige und gesunde Sauerkirschen aus Deutschland dürfen nicht verschleudert werden. Besonders in dieser Situation müssen die Erzeugerbetriebe in ganz Europa, die jahrelang mit nicht kostendeckenden Erlösen konfrontiert wurden, einen Ausgleich erwirtschaften. Ansonsten steht die gesamte Produktion von Sauerkirschen in Europa vor dem Kollaps“, so fasst Gerhard Kneib, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau, die derzeitige Situation zusammen.

Autor: Pressereferat
E-Mail: pressereferat@g-net.de

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