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ARCHIV: Meldung vom 24.06.2010

ZVG zu Gast im Büro des EU-Umweltkommissars

Berufsständische Perspektive zu unterschiedlichen Umweltthemen verdeutlicht

(ZVG) Die EU-Verpackungsrichtlinie, die Harmonisierung der Pflanzenschutzbestimmungen und das Thema Bodenschutz standen im Fokus eines Gesprächs zwischen Vertretern des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) mit Vesna Valant aus dem Kabinett von EU-Kommissar Potoènik. Heinrich Hiep, ZVG-Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ), Dr. Hans Joachim Brinkjans, stellvertretender ZVG-Generalsekretär und zuständig für Umweltfragen, sowie Rechtsanwalt Stephan Jürgenliemk, der im ZVG die Europaarbeit betreut, waren am Freitag, 18. Juni, zum Gedankenaustausch in die Europäische Kommission in Brüssel eingeladen.

Nach einer kurzen Vorstellung des deutschen Gartenbaus sowie der Aufgaben und Ziele des Zentralverbandes Gartenbau hoben die ZVG-Vertreter beim Thema EU-Verpackungsrichtlinie die Ungleichheiten in der Umsetzung im europäischen Vergleich hervor und bekräftigten die Forderung nach einer Revision der Richtlinie.

Bezüglich invasiver Arten wurde die berufsständische Perspektive deutlich gemacht. Pauschale Verbote und Maßnahmen seien nicht hilfreich. Eine europäische Rahmenregelung werde neue umfangreiche bürokratische Verfahren mit sich bringen und sei deshalb zu vermeiden, so die ZVG-Vertreter. Valant bekräftigte die Erkenntnis, dass zwischen Kultur- und Wildpflanzen zu unterscheiden sei und berichtete über die Absicht der Kommission, so wenig Bürokratie wie möglich einführen und dabei die Ausgewogenheit zur wirtschaftlichen Entwicklung von betroffenen Unternehmen wahren zu wollen.

Darüber hinaus forderte der ZVG weitere Anstrengungen zur Harmonisierung der Pflanzenschutzbestimmungen innerhalb der EU. Gerade im Verhältnis zu den direkten Nachbarn bestünden erhebliche praktische Unterschiede, die zu Wettbewerbsnachteilen führten. Zum Thema der dringend notwendigen Einführung eines Fonds als EU-weite Koordinationsplattform für die Kleinkulturen signalisierte die Vertreterin von Kommissar Potoènik Verständnis und sagte ihre Unterstützung zu.

Beim Bodenschutz bekräftigte Valant das Interesse Potoènik, einen erneuten Vorstoß zu einer Bodenschutzrahmenrichtlinie unternehmen zu wollen. Von Seiten des ZVG wird dafür keine Notwendigkeit gesehen, da Bodenschutzregelungen bereits auf EU-Ebene und national im Fachrecht umfangreich verankert seien. Zudem verfüge Deutschland bereits jetzt über ein sehr weitreichendes Bodenschutzrecht und deshalb müssten weitere Verschärfungen in diesem Bereich vermieden werden.

Die anstehenden Arbeitsschwerpunkte der Kommission auf dem Umweltsektor, eine neue Strategie zur Artenvielfalt, der Lebenszyklus von Produkten und ab 2012 das Thema Wasser, sind für den Gartenbau äußerst relevant. Der Zentralverband Gartenbau wird sich deshalb weiter aktiv in diesen Bereichen einbringen und Gespräche auf allen Ebenen der Politik führen.

Autor: Pressereferat
E-Mail: pressereferat@g-net.de

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