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ARCHIV: Meldung vom 29.04.2010

Neue Frist für Nachhaltigkeitszertifizierung von Biostrom und Biokraftstoffen

ZVG begrüßt realistischeren Zeitplan als positive Entwicklung


(ZVG) Agrar- und Umweltpolitiker der Regierungskoalition haben entschieden, den Zeitpunkt des „Scharfstellens" der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse im Strom- und Biokraft-stoffsektor europakonform auf den 1. Januar 2011 zu verschieben. Dies teilten jetzt die agrarpolitischen Sprecher von Union und FDP, Peter Bleser und Dr. Christel Happach-Kasan mit.

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) mit seinen Repräsentanten begrüßt, dass durch die neue Situation nun für die Unternehmen und zur Schaffung notwendiger Zertifizierungssysteme mehr Zeit zur Verfügung stünde.
Die Verbandsspitze hatte in der Vergangenheit mehrfach auf mögliche Marktverwerfungen hingewiesen, so auch im Gespräch mit den Obleuten des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der vergangenen Woche in Berlin. Sie erklärten, dass durch die sehr kurzfristige Umsetzung der Nachhaltigkeitsverordnung die Etablierung notwendiger Zertifizierungssysteme und Zertifizierungsstellen nur unter enormem Zeitdruck erfolgen konnte. So bestand die Gefahr, dass es nicht gelingen würde, rechtzeitig ausreichende Mengen an zertifiziertem Pflanzenöl zur Verfügung zu stellen, wodurch die Betreiber von Pflanzenöl-Blockheizkraftwerken (BHKWs) in Schwierigkeiten geraten wären.

Durch die Entscheidung ist nun sichergestellt, dass beim Einsatz von flüssiger Biomasse zur Stromerzeugung sowie von Biokraftstoffen nicht bereits zum 1. Juli, sondern erst ab dem 1. Januar 2011 ein Nachweis über die verordnungskonforme Nachhaltigkeit der eingesetzten Biomasse erbracht werden muss. Damit werden für die Betriebe Nachteile durch kurzfristige Marktverwerfungen vermieden. Mit der Neufestsetzung des Zeitpunkts wird der rechtzeitige Aufbau komplexer Zertifizierungsstrukturen realistischer.

Aktuell sind ein Zertifizierungssystem sowie sieben Zertifizierungsstellen von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorläufig anerkannt. Ein weiteres, von den Verbänden getragenes Zertifizierungssystem wird demnächst einen Antrag auf Anerkennung stellen.

Ungeachtet der Fristverlängerung gehen Branchenkenner davon aus, dass durch den Mehraufwand für die Zertifizierung mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 10 bis 40 Euro je Tonne Pflanzenöl zu rechnen ist.

Autor: ZVG-Pressereferat
E-Mail: pressereferat@g-net.de

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