Zukunftsvisionen für Friedhofsgärtner
Trends und gesellschaftliche Entwicklungen fordern die Grünexperten heraus (ZVG/BdF) Die bundesdeutschen Friedhofsgärtner wagten während ihrer diesjährigen Bundesarbeitstagung in Saarbrücken vom 10. bis 13. Januar einen Blick in ihre berufliche Zukunft. Zur Unterstützung hatten sie unterschiedliche Experten eingeladen. Die Öffentliche Tagung ist der Höhepunkt der Bundesarbeitstagung der Friedhofsgärtner, die jährlich im Januar stattfindet. Dieses Jahr wählte der einladende saarländische Gartenbau-Landesverband hierfür als Ort die Ludwigskirche. Lola Güldenberg, Trend- und Konsumentenforscherin aus Berlin, entführte die Teilnehmer und Gäste in ihrem Vortrag in die Zukunft. Sie interpretierte die Mega-Trends und die momentanen Lebenswelten passend zu den Leistungen und Produkten der Friedhofsgärtner. Abschließend appellierte sie an die Anwesenden, sich den Trends nicht zu verschließen, sondern vielmehr frühzeitig auf die Entwicklung zu reagieren. „Um auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren, muss ich den Kunden erst einmal verstehen und wissen, wohin er geht“, interpretierte Lüder Nobbmann, Vorsitzender des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF), das Gesagte in seinen Abschlussworten. Passend zu diesem Thema präsentierte die Deutsche Blumenfee 2009/2010, Victoria Salomon, gemeinsam mit saarländischen Floristen die aktuellen Trends der Trauerfloristik. Roland Wagner, Vorsitzender des Arbeitskreises Marketing vom Bund deutscher Friedhofsgärtner, und Holger Kopp, Landesinnungsmeister der saarländischen Steinmetzen, zeigten, was beide Gewerke tun, um die Friedhöfe individueller und kreativer zu gestalten. Auch das Fachprogramm am zweiten Tag der Tagung nahm die Zukunft ins Visier. So lobte Ludger Hendriks, Professor an der Forschungsanstalt Geisenheim, in seinem Vortrag zu den Zukunftsvisionen für den Gartenbau die Friedhofsgärtner als sehr innovativ. Dies sei jedoch kein Freibrief für die nächsten Jahre. Vielmehr müsse dem sich anwachsenden Dienstleistungsanspruch der Menschen Rechnung getragen werden. Ob dies mit der Konzentration auf eine moderne Grabgestaltung- und -pflege oder der Erweiterung des Dienstleistungsspektrums geschieht, müsse jeder Betrieb selber entscheiden. Hendriks mahnte abschließend an, den zunehmenden Fachkräftemangel nicht zu ignorieren. Hier müsse unbedingt Vorsorge getroffen werden, um den hohen Ansprüchen einer zukünftigen Dienstleistungsgesellschaft Rechnung zu tragen. Auch Martin Venne, der zum Umgang mit Überhangflächen auf Friedhöfen an der Uni Kassel forscht, präsentierte den Friedhofsgärtnern seine Gedanken zu den möglichen Aktivitäten des Berufsstandes. In der noch stärkeren Umsetzung von gärtnerisch betreuten Grabfeldern und der Übernahme von anderen Leistungen am Friedhof sieht er das größte Potenzial. In einem Kreativ-Workshop unter Leitung von Birgit Ehlers-Ascherfeld und Lars Rehder präsentierten die Teilnehmer ihre ganz persönlichen Ideen aus dem Betriebsalltag, um ihr Angebot zukunftsfähig zu gestalten. Einhellige Meinung war, dass sich eine solche Arbeitsgruppe gründen und regelmäßig mit diesen Aspekten auseinandersetzen müsse, um als „Sammelbecken“ für Innovationen den Mitgliedsbetrieben eine Hilfestellung zu geben. Welche finanziellen Förderungen es für klein- und mittelständische Betriebe, wie Friedhofsgärtnereien gibt, um Innovationen im Unternehmen umzusetzen, stellte Dipl.-Ing.agr. Horst-Dieter Riepe in seinem Vortrag dar. „Unsere diesjährige Bundesarbeitstagung sollte anregen, nachzudenken und auch einmal ungewöhnliche Wege zu gehen. Denn die Zukunft wird nicht so sein, wie wir sie uns wünschen und vorstellen. Wir müssen uns noch viel mehr mit der gesellschaftlichen Entwicklung beschäftigen und dabei vor allem die Menschen im Auge behalten, die alternative Bestattungsformen präferieren. Ich bin sicher, auch wir können ihnen etwas bieten. Hierfür gilt es, neue Angebote zu entwickeln und in unserer Arbeit professioneller zu werden“, resümierte Lüder Nobbmann nach der Tagung.
Autor: Pressestelle
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