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ARCHIV: Meldung vom 03.12.2009

Für den Gartenbau Europa mitgestalten

Europa-Abgeordneter Axel Voss besuchte mit ZVG-Präsident Herker den
Gartenbaubetrieb Werner & Werner

(ZVG) Der Europa-Abgeordnete für den Rhein-Sieg-Kreis, Axel Voss (CDU), besuchte am Freitag, 27. November, gemeinsam mit Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), und Romana Hoffmann, stellvertretende Generalsekretärin des ZVG, den Betrieb Gartenbau Werner & Werner in Niederkassel.

Die Unternehmer Frank und Ralf Werner erläuterten unter anderem Arbeitsweisen, Betriebsabläufe und Vertriebswege gegenüber dem Abgeordneten. Im Rahmen seiner neuen Tätigkeit interessierte er sich insbesondere dafür, welche Auswirkungen die Europapolitik auf den Gartenbau hat. ZVG-Präsident Herker erläuterte ihm daher verschiedene Themen und Aspekte im Laufe der Betriebsbesichtigung. So etwa wies er mit Blick auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie darauf hin, dass eine starre Begrenzung der Arbeitszeit für die Unternehmen nicht umsetzbar sei. Schließlich stelle naturgemäß das Saisongeschäft besondere Anforderungen an Unternehmer und Mitarbeiter. Mit den Beispielen Muttertag oder auch Ostern untermauerten dies die Betriebsinhaber nachvollziehbar.

Deutlich wurde außerdem, wie stark gerade kleine und mittlere Betriebe durch die bürokratischen Folgen von EU-Regelungen belastet werden. Als Beispiel dienten die sozialversicherungsrechtlichen Regelungen für Saisonarbeitskräfte, für die teilweise Beiträge nach dem Recht des Heimatlandes abgeführt werden müssten. Grundsätzlich solle bei derartigen Verordnungen stärker berücksichtigt werden, dass nicht nur international tätige Konzerne mit eigenen Personal- und Rechtsabteilungen imstande sein müssten, diese Regelungen umzusetzen, sondern auch kleinere Firmen.

Ausführlich erörtert wurde auch die problematische Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln. Ein erster Schritt in Richtung Harmonisierung sei durch die neuen Regelungen zur Pflanzenschutzmittelrichtlinie erfolgt. Es sei aber wichtig, während der Evaluierung darauf zu achten, dass auch überprüft werde, ob für die kleineren Kulturen im Gartenbau ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.

Voss bestätigte die Verbandspolitik des Zentralverbandes Gartenbau dahingehend, dass es enorm wichtig sei in Brüssel vertreten zu sein, um Einfluss zu nehmen auf politische Entscheidungen. Denn viele Regelungen würden inzwischen auf europäischer Ebene beschlossen und seien in den Nationalstaaten nur noch umzusetzen. Auf nationaler Ebene dürften allerdings nicht zusätzliche Verordnungen geschaffen werden, die Wettbewerbsverzerrungen nach sich ziehen könnten.

Betriebsinhaber Frank und Ralf Werner sowie Gartenbau-Präsident Herker erläuterten, dass sich die Gärtner insgesamt als überzeugte Europäer fühlten und auch danach handeln möchten. Eine Zunahme von Wettbewerbsverzerrungen allerdings erschwere dies und führe dann zu Skepsis. Die Angleichung der Rahmenbedingungen in Europa hingegen sei das erstrebenswertere Ziel. So hätten die Gärtnerkollegen kein Verständnis dafür, dass es einerseits immer noch Pflanzenschutzmittel gebe, deren Anwendung in den Niederlanden erlaubt, in Deutschland aber verboten sei. Andererseits dürfe die Ware, die mit genau diesen Mitteln behandelt wurde, problemlos in Deutschland vermarktet werden.

Vor weiteren bürokratischen Regelungen auf EU-Ebene warnte ZVG-Präsident Herker zum Thema invasive Arten. Der Pflanzenhandel müsse nicht unnötig erschwert werden. Er betonte, dass die Gärtner sich über das schwierige Thema bewusst seien. Schließlich habe man eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bundesumweltministerium unterzeichnet.
Es gehe um Aufklärung über Verbreitungswege und den Umgang mit invasiven Arten, wo und wie sie verwendet werden könnten und wie mögliche negative Auswirkungen zu vermeiden seien.

Zur CO2-Steuer verdeutlichten die Gärtner gegenüber Voss, dass weitere zusätzliche Belastungen gerade im Energiebereich für die Betriebe nicht mehr zu verkraften seien, zumal es in Deutschland schon erhebliche Steuerbelastungen dieser Art gebe. Zielführender seien An-strengungen, die Energieeffizienz zu fördern.

Autor: Pressestelle
E-Mail: pressereferat@g-net.de

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